Oktoberfest, Dominik Krause

Historischer Oktoberfest-Auftakt: Grüner OB Krause eröffnet Wiesn mit Gedenken und verschärfter Sicherheit

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 18:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Mit zwei Schlägen eröffnet Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause das 191. Oktoberfest – begleitet von Lob von Markus Söder, einem neuen Gedenken und verschärfter Sicherheit. Die Wiesn startet mit dichtem Gedränge, KI-Kameras und einem historischen Moment für die Stadtspitze.

  • Auf eine friedliche Wiesn! - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Auf eine friedliche Wiesn! - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Fahrgeschäfte und weiß-blauer Himmel sorgten für gute Laune auf der Wiesn. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Fahrgeschäfte und weiß-blauer Himmel sorgten für gute Laune auf der Wiesn. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • CSU-Chef Söder schaut Krause beim Trinken zu. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    CSU-Chef Söder schaut Krause beim Trinken zu. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Zwei Schläge reichen: Oberbürgermeister Dominik Krause beim Anstich.  - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Zwei Schläge reichen: Oberbürgermeister Dominik Krause beim Anstich. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Es geht los - das Oktoberfest ist eröffnet.  - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Es geht los - das Oktoberfest ist eröffnet. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Bis zum 4. Oktober dauert das Spektakel auf der Theresienwiese. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Bis zum 4. Oktober dauert das Spektakel auf der Theresienwiese. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Die Festzelte sind schon gut gefüllt. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Die Festzelte sind schon gut gefüllt. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Um kurz nach 9 Uhr öffnete das Festgelände. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Um kurz nach 9 Uhr öffnete das Festgelände. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Die Vorfreude war riesig. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Die Vorfreude war riesig. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Das Warten hat ein Ende: Um 12 Uhr gibt es endlich Bier. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Das Warten hat ein Ende: Um 12 Uhr gibt es endlich Bier. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Ehepaar Söder und Krause mit seinem Verlobten - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Ehepaar Söder und Krause mit seinem Verlobten - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Eine Wiesn ohne Promis? Geht nicht. Hier lächeln Florian Silbereisen, Anna Ermakova und DJ Ötzi. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Eine Wiesn ohne Promis? Geht nicht. Hier lächeln Florian Silbereisen, Anna Ermakova und DJ Ötzi. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Erstmals gibt es beim Einzug der Wirte ein Gedenken an das rechtsextreme Wiesnattentat von 1980. (Handout)   - Bild: Moritz Röder/Stadt München/dpa
    Erstmals gibt es beim Einzug der Wirte ein Gedenken an das rechtsextreme Wiesnattentat von 1980. (Handout) - Bild: Moritz Röder/Stadt München/dpa
Auf eine friedliche Wiesn! - Bild: Sven Hoppe/dpa Fahrgeschäfte und weiß-blauer Himmel sorgten für gute Laune auf der Wiesn. - Bild: Sven Hoppe/dpa CSU-Chef Söder schaut Krause beim Trinken zu. - Bild: Sven Hoppe/dpa Zwei Schläge reichen: Oberbürgermeister Dominik Krause beim Anstich.  - Bild: Sven Hoppe/dpa Es geht los - das Oktoberfest ist eröffnet.  - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Bis zum 4. Oktober dauert das Spektakel auf der Theresienwiese. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Die Festzelte sind schon gut gefüllt. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Um kurz nach 9 Uhr öffnete das Festgelände. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Die Vorfreude war riesig. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Das Warten hat ein Ende: Um 12 Uhr gibt es endlich Bier. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Ehepaar Söder und Krause mit seinem Verlobten - Bild: Sven Hoppe/dpa Eine Wiesn ohne Promis? Geht nicht. Hier lächeln Florian Silbereisen, Anna Ermakova und DJ Ötzi. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Erstmals gibt es beim Einzug der Wirte ein Gedenken an das rechtsextreme Wiesnattentat von 1980. (Handout)   - Bild: Moritz Röder/Stadt München/dpa

Mit nur zwei Schlägen hat Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause im Schottenhamel-Festzelt das erste Fass angezapft und damit sein erstes Oktoberfest eröffnet.

Premiere für Grünen-OB und Bilderbuchstart

Der Grünen-Politiker verglich den Anstich mit einem Elfmeterschießen und betonte, vor einem Millionenpublikum sei es etwas anderes als im Training. Die erste Maß Bier reichte Krause Ministerpräsident Markus Söder, beide stießen auf eine friedliche Wiesn an. Wiesn-Chef Christian Scharpf sprach angesichts des gelungenen Anstichs, der guten Stimmung und des sonnigen Wetters von einem Bilderbuchstart des 191. Oktoberfests.

Das Fest dauert bis zum 4. Oktober, jährlich kommen mehr als sechs Millionen Besucherinnen und Besucher auf die Theresienwiese. Schon am ersten Tag herrschte dichtes Gedränge, mehrere Festzelte wurden am Nachmittag wegen Überfüllung zeitweise geschlossen.

Großer Andrang und politischer Schulterschluss

Die ersten Gäste hatten bereits frühmorgens im Dunkeln vor den Eingängen ausgeharrt. Kurz nach 9.00 Uhr öffneten die Tore, viele Besucher rannten los, um Plätze in den Zelten zu sichern. Die Begegnung zwischen Krause und Söder war im Vorfeld mit Spannung erwartet worden. Dass erstmals ein grüner Oberbürgermeister die Wiesn eröffnet, wurde von der früheren Grünen-Chefin Ricarda Lang als historisch bezeichnet.

Im direkten Applaus-Vergleich kam Krause bei den Festzeltbesuchern besser an, während sich beim Ministerpräsidenten einzelne Buhrufe mischten. Söder lobte Krauses Anzapfkünste als sehr professionell und verwies darauf, dass beide eng bei der Bewerbung Münchens als deutsche Olympia-Stadt zusammenarbeiten.

Oktoberfest als politische Pause

Gleichzeitig betonte Söder, die gemeinsame Olympia-Initiative bedeute kein Signal für eine generelle schwarz-grüne Zusammenarbeit in der Landespolitik. Für den Wiesn-Auftakt sprach er von einer notwendigen Pause von der Krise und davon, in schweren Zeiten Kraft tanken zu müssen. Krause wiederum unterstrich die Überparteilichkeit des Volksfestes und sagte, auf der Wiesn gebe es keine Parteifarben.

Während Zehntausende seit dem Morgen im Schottenhamel und anderen Zelten ohne Bier ausgeharrt hatten, rückte nach dem erfolgreichen Anstich für viele Gäste vor allem die erste Maß in den Mittelpunkt. Nach der traditionellen Böllerschützen-Salve wurden auch in den übrigen Zelten die Hähne geöffnet.

Prominente Gäste und neuer Gedenkmoment

Unter den Gästen im Schottenhamelzelt waren zahlreiche Prominente, darunter FC-Bayern-Profi Joshua Kimmich mit seiner Frau Lina, Herzog Franz von Bayern und der Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, Lahav Shani. Moderator Florian Silbereisen, DJ Ötzi und das Schlagerduo Marianne und Michael feierten ebenfalls auf der Wiesn, Schauspieler Ralf Moeller zapfte in einem anderen Zelt ebenfalls mit zwei Schlägen ein Fass an.

Krause brachte zu seiner ersten Wiesn als Oberbürgermeister eine Neuerung mit: Beim Einzug der Wirte und Brauereien hielt seine Kutsche am Haupteingang des Festgeländes zu einem kurzen Gedenken an die Opfer des rechtsextremen Wiesn-Attentats von 1980. Rund um das Mahnmal erinnerte er daran, dass das Oktoberfest für ihn untrennbar mit dem Gedenken an die zwölf getöteten und rund 200 verletzten Besucher verbunden sei.

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen und Besucherlenkung

Schon beim Einzug der Wirte verzeichnete die Polizei mit rund 55.000 Zuschauern deutlich mehr Menschen als im Vorjahr. Nach gefährlichen Situationen auf der überfüllten Wiesn am zweiten Samstag des vergangenen Jahres wurde das Sicherheitskonzept überarbeitet. Eine neue Koordinierungsstelle auf dem Gelände soll die Besucherströme beobachten, bewerten und bei Bedarf steuern.

Mehr als 50 KI-gestützte Kameras sollen frühzeitig gefährliche Menschenansammlungen erkennen. An besonders stark besuchten Tagen ist zusätzlich ein sogenannter Crowdspotter im Einsatz, der die Bewegung der Besucher im Blick behält und bei Bedarf über Lautsprecherdurchsagen eingreift.

Polizei, Drohnenabwehr und erste Vorfälle

Rund 600 Polizeibeamte sowie Hunderte Ordner sichern das Festgelände und die Umgebung. Die Polizei sieht sich nach eigenen Angaben auch wegen jüngster Drohnenvorfälle gut vorbereitet und erhält Unterstützung von einem neuen Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum.

Innenminister Joachim Herrmann besuchte am ersten Festtag die Wiesn-Wache und erklärte, es lägen derzeit keine konkreten Hinweise auf Gefährdungen oder Störungen vor. Die Besucherinnen und Besucher sollten sich sicher und wohl fühlen. Größere Zwischenfälle wurden zunächst nicht bekannt, die Sanitäter meldeten am Nachmittag die erste Alkoholvergiftung eines 19-Jährigen.

Feiern und erste medizinische Einsätze

Im Vergleich zu früheren Jahren trat der erste Alkoholfall damit später auf, oftmals kommt es schon vor Beginn des Ausschanks zu ersten Einsätzen. Neben übermäßigem Alkoholkonsum registrierten die Helfer auch ein sportliches Missgeschick: Ein 25-jähriger Wiesn-Gast aus Berlin brach sich beim Armdrücken den Arm. Trotz solcher Vorfälle stand am Eröffnungstag vor allem die ausgelassene Stimmung im Vordergrund.

Grüner Auftakt für ein traditionsreiches Volksfest

Mit dem souveränen Anstich von Dominik Krause beginnt für München eine neue Phase der Stadtpolitik auf der Wiesn. Erstmals eröffnet ein Oberbürgermeister aus der Grünen-Partei das Oktoberfest, das als internationales Aushängeschild gilt und Jahr für Jahr Millionen Gäste anzieht. Die Begegnung mit Ministerpräsident Markus Söder zeigt, dass trotz politischer Gegensätze die symbolische Rolle des Festes als überparteilicher Treffpunkt im Vordergrund steht. Die Formel vom „friedlichen Wiesn“-Start ist angesichts gesellschaftlicher Spannungen bewusst gewählt, um Sicherheit und Gemeinschaft zu betonen.

Erinnerung an das Attentat und moderne Sicherheitsarchitektur

Die von Krause veranlasste Gedenk-Pause am Mahnmal für das rechtsextreme Wiesn-Attentat von 1980 verankert das Volksfest stärker in der Erinnerungskultur der Stadt. Das Oktoberfest wird damit nicht nur als Ort des Vergnügens beschrieben, sondern auch als Schauplatz historischer Gewalt, die im Gedächtnis bleiben soll. Parallel dazu setzt die Stadt beim Sicherheitskonzept auf technologische Aufrüstung: KI-gestützte Kameras, Heatmaps zur Erkennung von Menschenansammlungen und eine neue Koordinierungsstelle sollen Überfüllung und gefährliche Situationen frühzeitig mindern. Für Besucher bedeutet das mehr Lenkung und Kontrolle, ohne den Charakter des Festes grundsätzlich zu verändern.

Bedeutung für München, Tourismus und Olympia-Bewerbung

Ökonomisch bleibt das Oktoberfest für die Stadt und die Region ein zentraler Faktor, von dem Gastronomie, Hotellerie und zahlreiche Dienstleister profitieren. Politisch gewinnt der diesjährige Auftakt zusätzliche Bedeutung durch die laufende Olympia-Bewerbung Münchens. Das gemeinsame Auftreten von Krause und Söder soll signalisieren, dass Stadt und Land bei Großprojekten zusammenarbeiten können, auch wenn dies nicht automatisch auf andere Politikfelder übertragen wird. Für viele Besucher steht vor allem der unbeschwerte Aufenthalt im Vordergrund – dennoch zeigen Sicherheitsdebatte und Gedenken, dass das Fest in ein Umfeld gesellschaftlicher Konflikte, rechtsextremer Gewaltgeschichte und wachsender Anforderungen an Großveranstaltungen eingebettet ist.

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