Herbststurm trifft Bahnverkehr und verletzt zwei Menschen schwer
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 19:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSturmfolgen in mehreren Regionen
- In Nastätten stürzte ein Baugerüst um; zwei Menschen wurden schwer verletzt.
- Bei Pforzheim traf ein Ast die Windschutzscheibe einer Regionalbahn mit Hunderten Fahrgästen.
- Die Polizei im Saarland registrierte bis zum Abend 59 sturmbedingte Einsätze.
Sturm verursacht Verletzte und Zugausfälle
Der erste Herbststurm über Teilen Deutschlands nimmt an Fahrt auf und hat am Freitag Verletzte sowie Behinderungen im Bahnverkehr verursacht. In Nastätten im Rhein-Lahn-Kreis stürzte ein Baugerüst um, während bei Pforzheim ein Regionalzug mit einem Ast kollidierte.
Schwerverletzte bei Oktobermarkt
Nach Angaben der Polizei wurden bei dem Unglück in Nastätten zwei Menschen schwer verletzt. Einer von ihnen schwebte in Lebensgefahr und wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.
Das Gerüst wurde vermutlich von einer starken Windböe umgeweht. In dem Bereich fand ein als Oktobermarkt bezeichnetes Fest statt; ob sich Menschen auf dem Gerüst befanden, blieb zunächst offen. Die Einsatzstelle wurde abgesperrt.
Regionalzug fährt gegen Ast
In Baden-Württemberg traf ein Ast nahe Pforzheim die Windschutzscheibe einer Regionalbahn mit Hunderten Fahrgästen. Der Zug hielt auf der Strecke, verletzt wurde niemand.
In Karlsruhe wurde der Bahnverkehr am Hauptbahnhof zeitweise vollständig eingestellt. Ein Gegenstand war auf Bahnsteig 2 in die Oberleitung geflogen; die Leitung wurde aus Sicherheitsgründen abgeschaltet und überprüft.
Sturmschäden im Saarland und Westen
Im Saarland registrierte die Polizei bis zum Abend 59 Einsätze. Bei 44 davon ging es um Äste, Bäume oder Bauzäune auf Straßen; in Lebach wurde ein Fußgänger von einem Werbeschild leicht verletzt.
Auch in Nordrhein-Westfalen führten ein Oberleitungsschaden zwischen Stolberg und Aachen Rothe Erde sowie umgestürzte Bäume bei Neuss und zwischen Duisburg-Ruhrort und Oberhausen zu Streckensperrungen. Eine der Sperrungen war bereits wieder aufgehoben.
Weitere Böen am Wochenende
Der Deutsche Wetterdienst erwartet im Westen Sturmböen bis zu 90 Kilometer pro Stunde, in exponierten Lagen kann der Wind orkanartig werden. Für den Brocken gilt eine Unwetterwarnung.
An der Nordsee werden am Sonntag Böen bis zu 100 Kilometer pro Stunde erwartet. Reedereien kündigten mögliche Einschränkungen im Fährverkehr an; in Köln, Aachen und weiteren Städten wird vor Waldgebieten, Parks, Friedhöfen und Alleen gewarnt.
Europa-Park schließt Achterbahnen
Der Europa-Park in Rust schränkte seinen Betrieb wegen des Sturms vorübergehend ein. Die großen Achterbahnen im Außenbereich blieben geschlossen und sollten bei besseren Wetterbedingungen wieder öffnen.
} nao???????Der Sturm erreicht Deutschland in mehreren Wellen und trifft dabei unterschiedliche Bereiche des öffentlichen Lebens. Die dpa-Meldung zeigt die unmittelbaren Folgen: Verletzte durch ein umgestürztes Baugerüst, Behinderungen im Bahnverkehr sowie zahlreiche Einsätze wegen Bäumen, Ästen und losen Gegenständen.
Für die weitere Entwicklung sind vor allem die angekündigten Windgeschwindigkeiten entscheidend. Der Deutsche Wetterdienst erwartet im Westen und Nordwesten stürmische Böen, in höheren Lagen deutlich stärkeren Wind. Auf dem Brocken können laut Warnlagebericht orkanartige Böen auftreten. Damit steigt das Risiko für herabfallende Äste, umstürzende Bäume und Schäden an Oberleitungen.
Auswirkungen auf Verkehr und Freizeit
Besonders empfindlich reagiert der Bahnverkehr, weil einzelne Schäden an Oberleitungen oder auf den Gleisen schnell Sperrungen ganzer Strecken auslösen können. Die Vorfälle bei Pforzheim, Karlsruhe und in Nordrhein-Westfalen zeigen, dass Reisende auch abseits der besonders exponierten Küstenregionen mit Verzögerungen und Umleitungen rechnen müssen.
Zusätzliche Einschränkungen drohen an der Nordsee, wo das Sturmmaximum mit dem Ende der Herbstferien in Niedersachsen zusammenfällt. Fährausfälle könnten dadurch den Reiseverkehr auf den Inseln besonders stark treffen. Für die Bevölkerung bedeutet die Wetterlage vor allem, lose Gegenstände zu sichern und Wälder, Parks sowie Alleen während der stärksten Böen zu meiden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Erste schwerere Herbststürme in Deutschland erwartet“ (23.10.2026)
Der Beitrag ordnet das Sturmgeschehen als Folge zweier aufeinanderfolgender Sturmtiefs ein und beschreibt die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes. Anders als die dpa-Meldung legt er den Schwerpunkt auf die weitere Wetterentwicklung bis zum Wochenbeginn und nennt mögliche Einschränkungen im Fährverkehr.
n-tv: „Zug mit hunderten Reisenden kollidiert bei Sturm mit Ast“ (23.10.2026)
Der Artikel bestätigt den Vorfall bei Pforzheim und ergänzt, dass Einsatzkräfte sowie ein Notfallmanager der Deutschen Bahn prüfen sollten, ob der Zug sicher weiterfahren könne. Im Mittelpunkt steht damit die konkrete Bergung und Weiterfahrt, während die dpa-Meldung das Ereignis in die bundesweiten Sturmfolgen einordnet.
Beide Beiträge bestätigen die stürmische Wetterlage und ihre Auswirkungen auf den Verkehr. Unterschiede ergeben sich vor allem beim Schwerpunkt: Die tagesschau beschreibt die Wetterentwicklung, n-tv konzentriert sich auf den einzelnen Bahnunfall.
