Harvey Weinstein, MeToo-Bewegung

Harvey Weinstein zu 15 Jahren Haft wegen Sexualverbrechens verurteilt

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 18:02 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der frühere Hollywood-Produzent Harvey Weinstein ist in New York wegen eines Sexualverbrechens zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Das Strafmaß ist ein weiterer Schritt in einem seit Jahren andauernden juristischen Verfahren, das die MeToo-Debatte weltweit geprägt hat.

  • Ein New Yorker Gericht hat im neu aufgerollten Prozess gegen Harvey Weinstein das Strafmaß verkündet. (Archiv)  - Bild: Adam Gray/POOL Bloomberg/AP/dpa
    Ein New Yorker Gericht hat im neu aufgerollten Prozess gegen Harvey Weinstein das Strafmaß verkündet. (Archiv) - Bild: Adam Gray/POOL Bloomberg/AP/dpa
  • Der Fall löste eine MeToo-Debatte aus (Archivbild).  - Bild: picture alliance / dpa
    Der Fall löste eine MeToo-Debatte aus (Archivbild). - Bild: picture alliance / dpa
  • Weltweit gab es Proteste der MeToo-Bewegung (Archivbild). - Bild: picture alliance / Damian Dovarganes/AP/dpa
    Weltweit gab es Proteste der MeToo-Bewegung (Archivbild). - Bild: picture alliance / Damian Dovarganes/AP/dpa
Ein New Yorker Gericht hat im neu aufgerollten Prozess gegen Harvey Weinstein das Strafmaß verkündet. (Archiv)  - Bild: Adam Gray/POOL Bloomberg/AP/dpa Der Fall löste eine MeToo-Debatte aus (Archivbild).  - Bild: picture alliance / dpa Weltweit gab es Proteste der MeToo-Bewegung (Archivbild). - Bild: picture alliance / Damian Dovarganes/AP/dpa

Der frühere Hollywood-Filmmogul Harvey Weinstein ist in einem neu aufgerollten Verfahren wegen eines Sexualverbrechens zu 15 Jahren Haft verurteilt worden.

Staatsanwaltschaft hatte höhere Strafe gefordert

Mehrere US-Medien berichteten aus dem Gerichtssaal über das Urteil. Die Staatsanwaltschaft in Manhattan hatte demnach 20 Jahre Haft gefordert. Weinstein ist 74 Jahre alt und sitzt bereits seit Jahren im Gefängnis.

Der nun verhängte Strafrahmen bezieht sich auf einen von drei Anklagepunkten, in dem die Geschworenen Weinstein 2025 schuldig gesprochen hatten. Nach Darstellung der Anklage ereignete sich der Übergriff auf eine frühere Produktionsassistentin vor rund 20 Jahren in einem Schlafzimmer seiner Wohnung in Manhattan.

Früheres Urteil wurde aufgehoben

Weinstein war 2020 in New York zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Dieses Verfahren wurde 2024 wegen Verfahrensfehlern neu aufgerollt. Im erneuten Prozess sprach die Jury ihn in einem weiteren Anklagepunkt frei; bei einem dritten Vorwurf im Zusammenhang mit Vergewaltigung konnte sie sich nicht einigen.

Weinstein hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Seine Anwälte argumentierten, die sexuellen Kontakte seien einvernehmlich gewesen. Wegen seines angegriffenen Gesundheitszustands wechselte er in den vergangenen Jahren zwischen Gefängnis und Häftlings-Krankenstation.

Auch in Kalifornien verurteilt

In einem separaten Verfahren in Kalifornien wurde Weinstein 2022 wegen Sexualverbrechen in drei Anklagepunkten, darunter Vergewaltigung, schuldig gesprochen. Dafür war eine Haftstrafe von 16 Jahren verhängt worden.

Ein kalifornisches Berufungsgericht lehnte im Juni eine Aufhebung des Schuldspruchs ab, ordnete aber die Festsetzung eines neuen Strafmaßes an. Die Vorwürfe stammten von vier Frauen und bezogen sich auf den Zeitraum von 2004 bis 2013; die meisten Übergriffe sollen in Hotels in Beverly Hills stattgefunden haben.

Fall löste MeToo-Bewegung aus

Weinstein war eine Schlüsselfigur des Hollywood-Filmbusiness und produzierte unter anderem „Der englische Patient“, „Pulp Fiction“, „Good Will Hunting“ und „Gangs of New York“. Für „Shakespeare in Love“ erhielt er einen Oscar.

Die vor rund zehn Jahren öffentlich gewordenen Vorwürfe Dutzender Frauen gegen Weinstein lösten weltweit eine Debatte über sexuelle Belästigung, sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch aus. Unter dem Namen MeToo meldeten sich in vielen Ländern Betroffene zu Wort.

Ein Urteil mit internationaler Bedeutung

Das Strafmaß fügt sich in eine juristische Aufarbeitung ein, die den Weinstein-Fall weit über New York hinausgeführt hat. Nach dem ersten Schuldspruch von 2020 war das Verfahren wegen Verfahrensfehlern neu aufgerollt worden. Das nun verhängte Strafmaß bezieht sich auf den Anklagepunkt, in dem die Jury 2025 zu einem Schuldspruch kam.

Weinstein bleibt damit eine zentrale Figur der Auseinandersetzung über sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch in der Unterhaltungsbranche. Seine frühere Stellung als Produzent, der Einfluss auf Filmprojekte und Karrieren hatte, steht im Kontrast zu den Vorwürfen zahlreicher Frauen und erklärt die internationale Aufmerksamkeit für die Verfahren.

Folgen für Justiz und Öffentlichkeit

Der Fall zeigt zugleich, wie langwierig Verfahren wegen lange zurückliegender Sexualverbrechen sein können. Beweislage, Verfahrensregeln und die Aussagen von Betroffenen werden über Jahre hinweg in mehreren Instanzen geprüft. Neben New York bleibt auch das separate kalifornische Verfahren mit einer früheren Verurteilung relevant.

Für die Öffentlichkeit hat der Fall eine Bedeutung, die über die konkrete Haftstrafe hinausgeht: Die 2017 öffentlich gewordenen Vorwürfe gegen Weinstein trugen maßgeblich dazu bei, dass Betroffene weltweit über sexuelle Belästigung, Übergriffe und Abhängigkeitsverhältnisse sprachen. Die dadurch verstärkte MeToo-Bewegung veränderte Debatten über Verantwortung in Unternehmen, Medien und Kultur. Zugleich ersetzt öffentliche Aufmerksamkeit keine gerichtliche Prüfung jedes einzelnen Vorwurfs.

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