Harvey Weinstein, New York

Harvey Weinstein zu 15 Jahren Haft in New York verurteilt

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 19:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Harvey Weinstein ist in New York in einem neu aufgerollten Verfahren wegen eines Sexualverbrechens zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Die Entscheidung ist ein weiterer Schritt in der jahrelangen juristischen Aufarbeitung der Vorwürfe gegen den früheren Hollywood-Produzenten.

  • Der Fall löste eine MeToo-Debatte aus (Archivbild).  - Bild: picture alliance / dpa
    Der Fall löste eine MeToo-Debatte aus (Archivbild). - Bild: picture alliance / dpa
  • Weltweit gab es Proteste der MeToo-Bewegung (Archivbild). - Bild: picture alliance / Damian Dovarganes/AP/dpa
    Weltweit gab es Proteste der MeToo-Bewegung (Archivbild). - Bild: picture alliance / Damian Dovarganes/AP/dpa
  • Weinstein kam zur Verkündung des Strafmaßes.  - Bild: Barry Williams/The Daily News Pool/dpa
    Weinstein kam zur Verkündung des Strafmaßes. - Bild: Barry Williams/The Daily News Pool/dpa
Der Fall löste eine MeToo-Debatte aus (Archivbild).  - Bild: picture alliance / dpa Weltweit gab es Proteste der MeToo-Bewegung (Archivbild). - Bild: picture alliance / Damian Dovarganes/AP/dpa Weinstein kam zur Verkündung des Strafmaßes.  - Bild: Barry Williams/The Daily News Pool/dpa

Der frühere Hollywood-Filmmogul Harvey Weinstein ist in New York in einem neu aufgerollten Verfahren wegen eines Sexualverbrechens zu 15 Jahren Haft verurteilt worden.

Staatsanwaltschaft hatte 20 Jahre gefordert

Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Mehrere US-Medien berichteten übereinstimmend aus dem Gerichtssaal. Weinstein ist 74 Jahre alt und sitzt bereits seit Jahren im Gefängnis; die Staatsanwaltschaft in Manhattan hatte eine Haftstrafe von 20 Jahren gefordert.

Weinstein wies die Vorwürfe vor Gericht stets zurück. Seine Anwälte erklärten, die sexuellen Kontakte seien einvernehmlich gewesen. Der gesundheitlich angeschlagene frühere Produzent wechselte in New York in den vergangenen Jahren zwischen Gefängnis und einer Häftlings-Krankenstation.

Schuldspruch aus dem Jahr 2025

Das neue Strafmaß bezieht sich auf einen von drei Anklagepunkten, in denen die Geschworenen Weinstein 2025 schuldig gesprochen hatten. Nach Überzeugung der Jury hatte er ein schweres Sexualverbrechen an einer Frau begangen. Laut Medien ereignete sich der Übergriff auf eine frühere Produktionsassistentin vor rund 20 Jahren im Schlafzimmer von Weinsteins Wohnung in Manhattan.

2020 war Weinstein in New York zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Der Schuldspruch wurde 2024 wegen Verfahrensfehlern aufgehoben, woraufhin der Prozess neu aufgerollt wurde. Im Verfahren 2025 wurde Weinstein in einem weiteren Anklagepunkt freigesprochen; bei einem dritten Vorwurf im Zusammenhang mit einer Vergewaltigung konnte sich die Jury nicht einigen.

Betroffene spricht von zusätzlichem Trauma

Zur Verkündung des Strafmaßes erschienen sowohl Weinstein als auch die betroffene Frau. Sie verlas nach Angaben der New York Times eine Erklärung über die Auswirkungen der Tat auf ihr Leben. Demnach sagte sie, sie sei zusätzlich traumatisiert worden, als sie von ihrem Recht Gebrauch gemacht habe, Weinstein zur Verantwortung zu ziehen; in Medien habe es Spott gegeben.

Auslöser der MeToo-Bewegung

Der Fall des einst mächtigen Filmproduzenten löste nach den Vorwürfen Dutzender Frauen weltweit eine Debatte über sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch aus. Unter dem Namen MeToo meldeten sich in vielen Ländern weitere Betroffene öffentlich zu Wort.

Weinstein produzierte unter anderem „Der englische Patient“, „Pulp Fiction“, „Good Will Hunting“ und „Gangs of New York“. Für „Shakespeare in Love“ gewann er einen Oscar.

Separates Verfahren in Kalifornien

In Kalifornien wurde Weinstein in einem separaten Strafverfahren 2022 wegen Sexualverbrechen in drei Anklagepunkten, darunter Vergewaltigung, schuldig gesprochen. Die Vorwürfe stammten von vier Frauen und bezogen sich auf den Zeitraum von 2004 bis 2013; die meisten Übergriffe sollen sich in Hotels in Beverly Hills ereignet haben.

Wegen dieses Verfahrens wurden 16 Jahre Haft verhängt. Weinstein hat auch dieses Urteil angefochten. Im Juni lehnte ein Berufungsgericht in Kalifornien es ab, den Schuldspruch aufzuheben, ordnete aber die Festsetzung eines neuen Strafmaßes an.

Ein Urteil mit weitreichender Vorgeschichte

Die Verurteilung in New York steht im Zusammenhang mit einer juristischen Entwicklung, die den Fall über Jahre offenhielt. Das ursprüngliche Urteil von 2020 über 23 Jahre Haft wurde 2024 wegen Verfahrensfehlern aufgehoben. Anschließend kam es zu einer neuen Verhandlung, in der die Jury 2025 nur in einem von drei Anklagepunkten zu einem Schuldspruch gelangte.

Das nun festgesetzte Strafmaß bezieht sich auf diesen Schuldspruch wegen eines schweren Sexualverbrechens an einer früheren Produktionsassistentin. Dass die Staatsanwaltschaft 20 Jahre gefordert hatte, das Gericht aber 15 Jahre verhängte, zeigt den Spielraum bei der Strafzumessung. Die New Yorker Entscheidung beendet zugleich nicht sämtliche rechtlichen Auseinandersetzungen.

Mehrere Verfahren, gemeinsame Debatte

Weinstein ist außerdem wegen Sexualverbrechen in Kalifornien zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Dieses Urteil wurde in einem Berufungsverfahren bestätigt; zugleich soll das Strafmaß dort neu festgesetzt werden. Die kalifornische Strafe und die New Yorker Verurteilung prägen damit gemeinsam die weitere Haftperspektive des 74-Jährigen.

Für die Öffentlichkeit reicht die Bedeutung des Falls über die einzelne Strafsache hinaus. Die Vorwürfe gegen Weinstein lösten ab 2017 die internationale MeToo-Bewegung aus und veränderten den Umgang mit sexueller Belästigung, Machtmissbrauch und dem Verhalten von Institutionen gegenüber Betroffenen. Das aktuelle Urteil macht sichtbar, dass die juristische Aufarbeitung solcher Fälle auch Jahre nach den Vorwürfen fortdauert.

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