Haiattacke in Sydney: Australierin verliert linken Arm
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 08:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSStewarts Rettung und Genesung
- Leah Stewart wurde am 13. Juni am Coogee Beach von einem Weißen Hai angegriffen.
- Der Hai biss ihr den linken Arm unterhalb des Ellenbogens ab.
- Nach dem Angriff folgten zwölf Operationen und elf Tage im Koma.
Leah Stewart überlebt Haiangriff in Sydney
Leah Stewart hat einen Angriff durch einen Weißen Hai am Coogee Beach in Sydney überlebt und musste dabei den linken Arm verlieren. Vier Monate später wagt sich die 34-jährige Lehrerin mit ihrer Tochter wieder an den Strand.
Am 13. Juni schwamm Stewart rund 30 Meter vom Ufer entfernt, als ein Hai auf sie zukam. Sie schlug mit der rechten Hand auf das Tier ein, traf Kiemen und Zähne und konnte sich anschließend zu einem Paddleboard retten.
Kampf ums Überleben im Wasser
Stewart habe die große Rückenflosse sofort erkannt, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Als der Hai angriff, habe sie an ihre 16 Monate alte Tochter gedacht und mit großer Kraft um ihr Leben gekämpft.
Der Paddleboarder Charlie Verco half ihr, das Ufer zu erreichen. Dort übernahm ein zufällig anwesender Arzt die Erstversorgung und forderte einen Hubschrauber mit Bluttransfusionen an.
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Zwölf Operationen und lange Rehabilitation
Stewart wurde zwölfmal operiert und lag elf Tage im Koma. Ihr linker Arm musste unterhalb des Ellenbogens amputiert werden, während auch die rechte Hand schwer verletzt wurde.
Die Genesung verlangt tägliche Übungen und regelmäßige Therapien. Stewart erzählt öffentlich von ihren Schmerzen, dem Trauma und den kleinen Fortschritten im Alltag, etwa dass sie ihre Tochter wieder selbst anziehen kann.
Haiangriffe bleiben selten
Der Meeresbiologe Robert Harcourt bezeichnete den Vorfall als sehr selten. Weiße Haie seien visuell orientierte Jäger; klares Wasser könne Bedingungen für einen Beuteangriff schaffen.
In Australien ertranken 2024 und 2025 insgesamt 357 Menschen, sechs starben durch Haiangriffe. Stewart hat sich inzwischen vorsichtig wieder ans Wasser gewagt, schwimmt aber noch nicht erneut ins offene Meer hinaus.
Der Angriff auf Leah Stewart ereignete sich an einem stark frequentierten Stadtstrand Sydneys und steht damit exemplarisch für das Spannungsfeld zwischen wachsender Meeresnutzung und dem weiterhin seltenen Risiko von Haiattacken. Coogee gehört zu den Stränden, an denen Schwimmen, Surfen und andere Wassersportarten zum Alltag gehören. Begegnungen mit Weißen Haien bleiben für Menschen jedoch außergewöhnliche Ereignisse.
Australien registriert regelmäßig Hai-Sichtungen und einzelne Angriffe. Fachleute führen eine höhere Zahl von Begegnungen unter anderem darauf zurück, dass mehr Menschen häufiger und länger im Meer unterwegs sind. Hinzu kommen veränderte Umweltbedingungen und die Ausweitung menschlicher Aktivitäten in Küstengewässern. Aus dem Anstieg einzelner Vorfälle lässt sich deshalb nicht automatisch ein gleichmäßiger Anstieg des individuellen Risikos ableiten.
Risiko bleibt schwer einzuschätzen
Für Badegäste ist vor allem die unmittelbare Situation entscheidend: klare Sicht, offene Wasserflächen, Beutevorkommen und die Nähe zu bekannten Aufenthaltsgebieten von Haien können das Verhalten der Tiere beeinflussen. Behörden setzen deshalb auf Warnsysteme, Beobachtung, Drohnen und Hinweise zum Verhalten im Wasser. Diese Maßnahmen können Begegnungen reduzieren, aber nicht vollständig verhindern.
Stewarts Geschichte lenkt zugleich den Blick auf die Folgen eines überlebten Angriffs. Die medizinische Notversorgung endet nicht mit der Rettung aus dem Wasser; Operationen, Rehabilitation, Schmerztherapie und die Verarbeitung des Traumas prägen den weiteren Weg. Für andere Menschen kann ihre öffentliche Genesung sichtbar machen, wie langwierig die Rückkehr in den Alltag nach einer schweren Verletzung ist.

