Berlin, Deutschland

Messie-Wohnung in Berliner Hochhaus brennt - Kind gestorben

12.02.2026 - 11:49:21 | dpa.de

Großeinsatz mit 170 Feuerwehrleuten bei einem Hochhausbrand in Berlin: Ein Kind stirbt, weitere Menschen werden schwer verletzt. Viele Bewohner müssen jetzt vorerst woanders unterkommen.

  • Die Feuerwehr war mit 170 Kräften im Einsatz.  - Foto: Annette Riedl/dpa
    Die Feuerwehr war mit 170 Kräften im Einsatz. - Foto: Annette Riedl/dpa
  • Die Feuerwehr ist am Mittwochabend mit einem Großaufgebot ausgerückt. - Foto: Annette Riedl/dpa
    Die Feuerwehr ist am Mittwochabend mit einem Großaufgebot ausgerückt. - Foto: Annette Riedl/dpa
  • Am Tag danach ist die verrußte Fassade zu sehen. - Foto: Markus Lenhardt/dpa
    Am Tag danach ist die verrußte Fassade zu sehen. - Foto: Markus Lenhardt/dpa
'.$caption.' '.$caption.' '.$caption.'

Nach einem verheerenden Brand in einem Hochhaus im Berliner Osten ist ein Kind gestorben – der Zustand eines weiteren schwer verletzten Kindes und einer Frau ist unklar. Alle drei wurden laut Feuerwehr bewusstlos im Hausflur der dritten Etage gefunden, wo auch die Brandwohnung war. Auf der Fahrt ins Krankenhaus wurden sie von Notärzten reanimiert. 20 Wohnungen in dem Komplex in Friedrichsfelde mit schätzungsweise mehr als 150 Wohnungen sind nun vorerst nicht bewohnbar, wie ein Sprecher sagte. 

Schwerverletzt wurde neben der Frau und dem Kind ein weiterer Mensch. 170 Feuerwehrleute waren im Einsatz, sie holten unter Atemschutz 70 Menschen aus dem verrauchten Gebäude mit 20 Geschossen beziehungsweise brachten sie in Sicherheit. Insgesamt acht Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht. 

Das Feuer war am Mittwochabend in einer Wohnung des Komplexes in der Dolgenseestraße im Bezirk Lichtenberg ausgebrochen. Es breitete sich rasant aus, da die Räume mit zahlreichen Gegenständen zugestellt waren. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelte es sich um eine sogenannte Messie-Wohnung; die große Unordnung erschwerte die Brandbekämpfung. Die Polizei ermittelt zur Ursache. 

Als die Einsatzkräfte eintrafen, brannte die Wohnung bereits komplett, im ganzen Gebäude breitete sich Rauch aus. Aus den Fenstern schlugen Flammen. Im Hausflur nahe der Brandwohnung entdeckten die Einsatzkräfte die zwei Kinder und die Frau bewusstlos und brachten sie ins Freie. 

Bewohner machten an Fenstern auf sich aufmerksam

Der Bewohner der Wohnung konnte sich laut Feuerwehr selbst nach draußen retten. Auch andere Bewohner des Hauses gelangten auf eigene Faust ins Freie, viele andere wählten den Notruf oder machten an den Fenstern auf sich aufmerksam. Sie wurden von Feuerwehrtrupps durch das Treppenhaus nach draußen gebracht. Insgesamt sammelten sich vor dem Haus so 70 Bewohner, wie der Sprecher mitteilte. 

Eine Mieterin aus dem 16. Stock, die anonym bleiben wollte, sagte am nächsten Morgen einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur: «Ich habe das Feuer auch oben bei mir gerochen, der ganze Hausflur war voller Rauch.» Die Feuerwehr sei vorbeigekommen und habe geraten, deswegen ein nasses Tuch an die Türritze zu legen. Sie habe aber über Nacht in ihrer Wohnung bleiben dürfen. 

Die Einsatzkräfte prüften etwa 60 Wohnungen. Einsturzgefährdet war das Haus nicht.

Bezirk bemüht sich um alternative Unterkünfte

Viele Bewohner mussten erst einmal anderweitig unterkommen. In manchen der unbewohnbaren Einheiten gebe es keinen Strom und kein Wasser, andere seien so verraucht, dass man dort nicht schlafen könne. Wer nicht bei Verwandten oder Bekannten unterkam, konnte in einer nahegelegenen Turnhalle schlafen. Der Bezirk versucht, für die Zeit danach Wohnungen und Hotels zu organisieren, wie es hieß.

Auch eine Feuerwehreinheit für die Bewältigung eines Massenanfalls an Verletzten war demnach vor Ort. Für die Angehörigen der Verletzten wurde ein Team der psychosozialen Notfallversorgung alarmiert.

Erst am Dienstag brannte es in einem anderen Hochhaus

Erst am Dienstag hatte es in einem anderen Hochhaus in Lichtenberg gebrannt. Im Anschluss nahm die Polizei eine Bewohnerin und ihren Freund fest, es wird wegen schwerer Brandstiftung ermittelt. Anwohner hatten nach den Angaben am Dienstagnachmittag eine starke Rauchentwicklung in einer Wohnung in der 16. Etage des Hochhauses mit 21 Etagen in der Frankfurter Allee bemerkt.

Wahrer Reichtum entsteht meist abseits des Rampenlichts. Nutzt du schon das Wissen der Anlage-Profis

Wahrer Reichtum entsteht meist abseits des Rampenlichts. Nutzt du schon das Wissen der Anlage-Profis

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Aktien-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt abonnieren.

unterhaltung | 68575307 |

Weitere Meldungen

PEN Deutschland zu Buchhandlungspreis: «Wehret den Anfängen». PEN Deutschland warnt deshalb vor politischer Einflussnahme und zieht einen Vergleich zu den USA. Drei linke Buchläden fliegen aus der Liste für den Buchhandlungspreis. (Unterhaltung, 09.03.2026 - 12:33) weiterlesen...

Ostdeutsche Unternehmen sehen Politik des Bundes kritischer. Das zeigt ein Ost-West-Vergleich des Ifo Institutes. Im Osten Deutschlands ist man mit der Wirtschaftspolitik des Bundes besonders unzufrieden. (Wirtschaft, 09.03.2026 - 08:43) weiterlesen...

Werder siegt in Berlin und verlässt die Abstiegsplätze. Der Nord-Club steht in der Tabelle wieder über dem Strich. Elfmeter, Rote Karte und zwei schnelle Tore: In Berlin dreht Werder das Spiel in einer turbulenten ersten Hälfte. (Politik, 08.03.2026 - 19:28) weiterlesen...

Pistorius baut Zusammenarbeit für Verwundetenversorgung aus. Es ist die komplexeste Übung dieser Art seit langer Zeit. Die Bundeswehr trainiert, wie im Erstfall Hunderte verwundete Soldaten aus dem Baltikum bis in deutsche Krankenhäuser gebracht werden. (Politik, 06.03.2026 - 13:57) weiterlesen...

Eisschnelllauf-Verbände fordern Ende der Petzold-Sanktionen. Sie kritisieren das Vorgehen des Dachverbandes DESG als unverhältnismäßig und satzungswidrig. Die Eisschnelllauf-Landesverbände fordern die sofortige Aufhebung der Sanktionen gegen Fridtjof Petzold. (Politik, 06.03.2026 - 10:30) weiterlesen...

Die Berliner Luft: Harry Styles überzeugt mit neuem Sound. Die Zeit in der Hauptstadt inspirierte den britischen Superstar zu seinem bislang experimentellsten Album. Der neue Sound steht ihm überraschend gut. In Berlin fühlt sich Harry Styles wohl. (Unterhaltung, 06.03.2026 - 05:00) weiterlesen...