Giraffenbaby im Schweriner Zoo wächst mit Mutter Kahlua auf
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 16:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSchwerins Giraffengruppe vor Veränderungen
- Das weibliche Kalb wurde am 13. Oktober von der sieben Jahre alten Kahlua geboren.
- Bis zur sicheren Beurteilung der Entwicklung vergehen voraussichtlich noch einige Wochen.
- Mit dem geplanten Umzug von Mojo verändert sich die Gruppe, die bis dahin fünf Giraffen umfasst.
Giraffenkalb wächst zunächst getrennt von der Gruppe auf
Im Schweriner Zoo ist am 13. Oktober ein weibliches Kalb der Nubischen Giraffe geboren worden. Mutter Kahlua und ihr Nachwuchs sind wohlauf, Besucher müssen sich aber noch gedulden.
Geburt kam trotz Vorbereitung überraschend
Die sieben Jahre alte Kahlua brachte ihr zweites Jungtier zur Welt. Die Pfleger hatten sich auf die Geburt vorbereitet, konnten den Termin wegen der schwankenden Tragzeit von Giraffen jedoch nicht zuverlässig bestimmen.
Die Mutter wurde rechtzeitig in einen ruhigen Bereich neben dem Stall gebracht. Das Kalb trinkt nach Angaben des Zoos gut und zeigt sich agil und aufgeweckt.
Wetter entscheidet über Außenanlage
Mutter und Tochter bleiben vorerst von den anderen Giraffen getrennt, damit sie keinem zusätzlichen Stress ausgesetzt sind. Anschließend sollen sie behutsam in die Gruppe integriert werden.
Wann das Jungtier die große Außenanlage betreten darf, hängt auch vom Wetter ab. Zoodirektor Tim Schikora zufolge werden noch einige Wochen vergehen, bis sich die gesunde Entwicklung des Kalbs zuverlässig beurteilen lässt.
Artenschutzprogramm begleitet die Aufzucht
Kahlua wird bis zum Umzug ihres ersten Jungtiers Mojo mit fünf Giraffen in Schwerin leben. Mojo soll in einen anderen Zoo wechseln.
Das Kalb gehört zum Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für Giraffen. Nach Angaben des Zoos umfasst es rund 776 Tiere in 305 Einrichtungen, darunter etwa 440 Nubische Giraffen. In freier Wildbahn leben von den stark bedrohten Nördlichen Giraffen nur noch knapp 7.000 Tiere.
Die Geburt des Giraffenkalbs fällt in eine Zeit, in der Zoos ihre Rolle im Artenschutz stärker über koordinierte Zuchtprogramme definieren. Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm soll dabei nicht möglichst viele Tiere an einem Ort versammeln, sondern Populationen in menschlicher Obhut genetisch sinnvoll planen und zwischen Einrichtungen austauschen.
Für den Schweriner Zoo bedeutet das Kalb deshalb mehr als den Zuwachs bei einer beliebten Tierart. Die geplante spätere Abgabe von Mojo und die Aufnahme beziehungsweise Haltung weiterer Tiere gehören zu diesem europaweiten Management. Solche Wechsel sollen vermeiden, dass kleine Bestände dauerhaft isoliert bleiben und sich eng verwandte Tiere fortpflanzen.
Schutz über Zoogrenzen hinweg
Nubische Giraffen zählen zu den besonders bedrohten nördlichen Giraffen. Der Bestand in freier Wildbahn ist deutlich kleiner als die Zahl der in Zoos koordiniert gehaltenen Tiere. Die Zuchtprogramme können den Verlust von Lebensräumen und die Gefährdung wild lebender Bestände nicht ersetzen, aber sie sichern Fachwissen, genetische Reserven und öffentliche Aufmerksamkeit.
Für Besucher steht zunächst die Entwicklung des Kalbs im Mittelpunkt. Die getrennte Haltung schützt Mutter und Jungtier vor unnötigem Stress; Wetter, Gesundheitskontrollen und die Eingewöhnung in die Gruppe bestimmen, wann die Außenanlage wieder zugänglich wird.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
NDR: „Giraffen-Nachwuchs im Schweriner Zoo“ (20.10.2026)
Der Beitrag bestätige die Geburt des Giraffenmädchens und hebe hervor, dass es seine Mutter bereits bei ersten Besuchen von Gästen begleite. Damit liege der Schwerpunkt stärker auf den frühen Begegnungen mit dem Publikum, während die dpa-Meldung die vorsichtige Eingewöhnung und die Bedingungen für den Zugang zur Außenanlage betone.
Der Zeitpunkt der vollständigen Zusammenführung mit der Giraffengruppe bleibe auch dort von der Entwicklung des Jungtiers und den Haltungsbedingungen abhängig.
Übergreifend besteht Einigkeit über den Nachwuchs und den guten Gesundheitszustand; Unterschiede gibt es vor allem beim Fokus auf Besucherkontakt oder tierpflegerische Vorsicht.
