Gift-Pralinen in Hamburg: 42-Jährige wegen versuchten Mordes festgenommen
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 17:44 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Eine 42-Jährige aus Hamburg-Altona ist festgenommen worden, weil sie Anfang Juni mit vermutlich vergifteten Pralinen einen Mordversuch am 20-jährigen Sohn ihres früheren Partners unternommen haben soll.
Pralinen per Post verschickt
Nach ersten Erkenntnissen soll die Frau die Süßigkeiten mit einer vermutlich lebensgefährlichen Kombination von Betäubungsmitteln versetzt und per Post an den jungen Mann geschickt haben. Die Polizei teilte mit, der Empfänger habe die verdächtige Warensendung erkannt und die Beamten informiert.
Wohnung und Keller durchsucht
Im Zuge der Ermittlungen geriet die 42-Jährige in den Fokus der Polizei. Die Beamten nahmen sie am Dienstag fest und durchsuchten ihre Wohnung in der Altonaer Altstadt sowie die Kellerräume.
Verpackungen einer giftigen Substanz gefunden
Im Keller fanden die Einsatzkräfte Verpackungen einer vermutlich giftigen Substanz. Daraufhin verständigten sie auch die Feuerwehr. Die Frau wurde in Untersuchungshaft genommen.
Der Verdacht und die Beweissicherung
Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen die Pralinen als mutmaßliches Tatmittel, die Warensendung und die in der Wohnung gefundene Substanz. Entscheidend wird sein, ob sich durch toxikologische Untersuchungen nachweisen lässt, welche Stoffe verwendet wurden, in welcher Konzentration sie vorlagen und ob sie tatsächlich lebensgefährlich hätten wirken können.
Dass der 20-Jährige die Sendung erkannt und die Polizei eingeschaltet haben soll, dürfte für die Ermittler ein zentraler Ausgangspunkt sein. Die Durchsuchung der Wohnung und der Kellerräume dient dazu, mögliche Rückstände, Verpackungen und weitere Hinweise auf Beschaffung, Mischung und Versand der Substanzen zu sichern.
Strafrechtliche Bedeutung
Der Vorwurf eines versuchten Mordes setzt neben einem Tötungsvorsatz besondere Mordmerkmale voraus. Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, müssen Staatsanwaltschaft und Gericht im weiteren Verfahren klären. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt die Verdächtige als unschuldig.
Was nun folgt
Die Untersuchungshaft bedeutet keine Verurteilung, sondern soll das Strafverfahren sichern. Als Nächstes sind insbesondere die Auswertung der beschlagnahmten Gegenstände, chemische Analysen und die Vernehmung des jungen Mannes sowie weiterer Beteiligter zu erwarten. Für Anwohner der Altonaer Altstadt ergibt sich aus den bislang bekannten Umständen kein allgemeiner Gefahrenhinweis; die Feuerwehr wurde im Zusammenhang mit dem Fund im Keller verständigt.
