Schweiz, Busunfall

Fünf Tote bei Reisebusunfall nahe Susch in Graubünden

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 14:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei einem Reisebusunfall nahe Susch im Kanton Graubünden sind fünf Menschen ums Leben gekommen, 40 weitere wurden verletzt. Die Schweizer Behörden haben eine umfassende Untersuchung der Unglücksursache angekündigt.

  • Der Reisebus blieb nach dem Unfall auf der Seite liegen.  - Bild: Jon Duschletta/Engadiner Post via ANP/dpa
    Der Reisebus blieb nach dem Unfall auf der Seite liegen. - Bild: Jon Duschletta/Engadiner Post via ANP/dpa
  • Die Bergungsarbeiten dauerten bis spät in die Nacht. - Bild: Claudio Thoma/KEYSTONE/dpa
    Die Bergungsarbeiten dauerten bis spät in die Nacht. - Bild: Claudio Thoma/KEYSTONE/dpa
  • Der Unfall löste einen Großeinsatz der Rettungskräfte aus.  - Bild: Jon Duschletta//Engadiner Post via ANP/dpa
    Der Unfall löste einen Großeinsatz der Rettungskräfte aus. - Bild: Jon Duschletta//Engadiner Post via ANP/dpa
  • Der Bus war mit einer Leitplanke kollidiert und umgekippt.  - Bild: Jason Tschepljakow/dpa
    Der Bus war mit einer Leitplanke kollidiert und umgekippt. - Bild: Jason Tschepljakow/dpa
Der Reisebus blieb nach dem Unfall auf der Seite liegen.  - Bild: Jon Duschletta/Engadiner Post via ANP/dpa Die Bergungsarbeiten dauerten bis spät in die Nacht. - Bild: Claudio Thoma/KEYSTONE/dpa Der Unfall löste einen Großeinsatz der Rettungskräfte aus.  - Bild: Jon Duschletta//Engadiner Post via ANP/dpa Der Bus war mit einer Leitplanke kollidiert und umgekippt.  - Bild: Jason Tschepljakow/dpa

Bei einem schweren Reisebusunfall nahe Susch im Kanton Graubünden sind fünf Menschen ums Leben gekommen und 40 weitere verletzt worden.

Bus aus den Niederlanden verunglückt im Engadin

Wie die Kantonspolizei Graubünden mitteilte, war der Reisebus aus den Niederlanden am Donnerstagnachmittag im Engadin unterwegs. Drei der Verletzten wurden als schwer verletzt eingestuft. Hinweise darauf, dass Deutsche an Bord waren, lagen der Polizei nicht vor.

Unfall an Ausfahrt einer Baustelle

Der Unfall ereignete sich an der Ausfahrt einer etwa 200 Meter langen Baustelle in der Nähe von Susch. Dort wird der Verkehr einspurig an den Bauarbeiten vorbeigeführt, der Gegenverkehr wartet an einer Ampel. Bei der Ausfahrt müssen Fahrer leicht nach links auf die ursprüngliche Fahrbahn ziehen – genau an dieser Stelle verunglückte der Bus.

Kollision mit Leitplanke und Sturz über Böschung

Neben der Fahrbahn ist eine stark verbogene Leitplanke zu sehen, mit der der Bus nach Angaben der Polizei kollidierte. Anschließend stürzte das Fahrzeug rechts über eine kleine Böschung und blieb auf der Seite liegen. Ein anderes Fahrzeug war nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei nicht in den Unfall verwickelt.

Nachteinsatz der Rettungskräfte

Die Unfallstelle wurde in einem langen Nachteinsatz geräumt. Der verbeulte Bus mit aufgesprungenen Türen wurde mit Kränen auf ein Abschleppfahrzeug gehoben. Am Morgen zeugten außer der beschädigten Leitplanke nur noch einzelne Gegenstände wie Stifte, Zettel und Bonbons von der Wucht des Umsturzes.

Fahrer unter Schock, Reisegruppe aus Österreich

Nach Angaben des Portals «20 Minuten», das mit der Ehefrau des Fahrers sprach, wurde dieser nicht schwer verletzt, steht aber unter Schock. Sie berichtete, ihr Mann fahre regelmäßig in der Region und kenne die Strecke gut. Die Reisegruppe war demnach in Österreich unterwegs und unternahm einen Tagesausflug in die Schweiz.

Tour in bekannte Ferienregion

Die Fahrt führte in die Tourismusregion Engadin. Der Bus war auf dem Weg nach Susch, nahe dem Schweizer Nationalpark und am Fuß des 2.383 Meter hohen Flüelapasses. Der niederländische Reiseveranstalter Oad zeigte sich tief betroffen und teilte mit, die Gedanken des Unternehmens seien bei den Betroffenen und ihren Angehörigen.

Großeinsatz und angekündigte Aufklärung

Vor Ort waren bis spät in die Nacht zahlreiche Kräfte von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr im Einsatz, unterstützt von Hubschraubern. Der Schweizer Präsident Guy Parmelin kündigte eine umfassende und gründliche Aufklärung des Unfalls an und sprach den Angehörigen der Opfer auf der Plattform X sein Mitgefühl aus.

Bestürzte Reaktionen aus den Niederlanden

Auch das niederländische Königspaar Willem-Alexander und Máxima reagierte bestürzt. Auf Instagram ließ das Paar mitteilen, ihr Mitgefühl gelte den Hinterbliebenen, allen Menschen in Sorge um ihre Angehörigen sowie den Verletzten.

Schwerer Busunfall in touristischer Region

Der Unfall nahe Susch ereignet sich in einer abgelegenen, aber touristisch stark frequentierten Region des Engadins. Die Strecke am Rand des Schweizer Nationalparks wird von Reisegruppen und Individualtouristen regelmäßig genutzt, weil sie landschaftlich reizvoll ist und wichtige Pässe wie den Flüelapass verbindet. Dass ein voll besetzter Reisebus verunglückt, unterstreicht die besondere Bedeutung sicherer Infrastruktur und klarer Verkehrsführung im Umfeld von Baustellen.

Sicherheit an Baustellen und im Reiseverkehr

Die Beschreibung der Unfallstelle mit einspuriger Verkehrsführung und Ampelregelung zeigt typische Risiken auf, die sich aus provisorischen Fahrbahnführungen ergeben. Wenn Fahrzeuge die Baustelle am Ende wieder auf die reguläre Fahrbahn wechseln müssen, entstehen zusätzliche Anforderungen an die Aufmerksamkeit der Fahrer und die bauliche Sicherung der Strecke. Reisebusse mit vielen Insassen sind dabei besonders sensibel, da bereits kleinere Fahrfehler oder unerwartete Situationen schwerwiegende Folgen haben können. International tätige Reiseveranstalter stehen nach solchen Ereignissen regelmäßig unter Druck, ihre Sicherheitsprozesse und die Auswahl der Routen zu überprüfen.

Vorgeschichte, Folgen und Bedeutung für Reisende

Schwere Busunfälle mit mehreren Toten sind in der Schweiz vergleichsweise selten, werden aber erfahrungsgemäß genau untersucht, um Lehren für künftige Bau- und Verkehrsplanung zu ziehen. Die angekündigte enge Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei deutet auf eine umfassende Aufarbeitung hin, die sich auch mit technischen Fragen, Fahrpraxis und Streckenführung beschäftigen dürfte. Für Reisende aus den Niederlanden und anderen Ländern ist der Unfall ein einschneidendes Ereignis, das Vertrauen in organisierte Busreisen berührt. Gleichzeitig zeigen der Großaufgebot an Rettungskräften und die öffentlichen Beileidsbekundungen aus Politik und Königshaus, welchen Stellenwert die Sicherheit von Touristen im Alpenraum hat und wie ernst solche Unglücke genommen werden.

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