Fünf Tote bei Reisebusunfall nahe Susch in Graubünden
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 13:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBei einem schweren Reisebusunfall nahe Susch im Schweizer Kanton Graubünden sind fünf Menschen ums Leben gekommen.
Unfall nahe dem Nationalpark
Nach Angaben der Kantonspolizei wurden 40 weitere Menschen verletzt, drei von ihnen schwer. Der Bus aus den Niederlanden war am Donnerstagspätnachmittag verunglückt.
Die Polizei machte zunächst keine Angaben zur Ursache. Die Staatsanwaltschaft Graubünden klärt gemeinsam mit der Kantonspolizei die Umstände des Unfalls.
Großeinsatz in der Nacht
Die Unfallstelle liegt in der Nähe von Susch an der Ausfahrt einer Baustelle. Der Reisebus kam dort von der Fahrbahn ab, kollidierte mit einer Leitplanke, stürzte eine Böschung hinab und blieb auf der Seite liegen.
Bis in die Nacht waren Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr im Einsatz, unterstützt von Hubschraubern. Am Morgen nach dem Unfall war die Straße wieder geräumt.
Reisegruppe auf Ausflug
Nach den vorliegenden Angaben war die Reisegruppe in Österreich unterwegs und hatte einen Tagesausflug in die Schweiz gemacht. Der niederländische Reiseveranstalter Oad zeigte sich bestürzt über das Unglück.
Der Schweizer Präsident Guy Parmelin sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. Auch das niederländische Königspaar reagierte bestürzt.
Unfallstelle und Ermittlungen
Der schwere Reisebusunfall bei Susch lenkt den Blick auf eine Baustellenführung, die den Verkehr auf der Engadiner Straße derzeit einspurig an einer Engstelle vorbeiführt. Nach Angaben der Polizei kollidierte der Bus im Bereich der Baustellenausfahrt mit einer Leitplanke, stürzte über eine Böschung und blieb auf der Seite liegen.
Für die Ermittler steht nun die genaue Unfallursache im Mittelpunkt. Offene Fragen betreffen vor allem den Fahrverlauf an der Ausfahrt aus dem Baustellenbereich, die Geschwindigkeit des Busses und mögliche menschliche oder technische Faktoren. Dass die Staatsanwaltschaft gemeinsam mit der Kantonspolizei die Umstände klären will, zeigt die Bedeutung einer schnellen und zugleich sorgfältigen Rekonstruktion.
Folgen für Rettung und Verkehr
Der Unfall hatte einen umfangreichen Rettungseinsatz mit Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Hubschraubern zur Folge. Solche Einsätze binden in alpinen Regionen besonders viele Kräfte, weil die Erreichbarkeit schwierig sein kann und Verletzte oft rasch in Kliniken gebracht werden müssen.
Für Reisende in der Region unterstreicht der Fall auch die Risiken von Baustellenabschnitten auf touristisch stark befahrenen Pass- und Talstrecken. Der Vorfall dürfte die Aufmerksamkeit auf Verkehrsführung, Sicherung der Baustelle und Sicherheitsstandards für Reisebusse in alpinem Gelände weiter erhöhen.
