Aubagne, Schulgewalt in Frankreich

Frankreich: 14-Jähriger schießt in Schule auf zwei Lehrkräfte

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 18:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei einem Angriff in einem Collège in Aubagne werden der Direktor und eine Lehrerin verletzt. Der 14-jährige Schüler wird überwältigt; die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes.

  • Die Hintergründe der Schüsse vor einer Schule in Südfrankreich sind noch unklar. - Bild: Miguel Medina/AFP/dpa
    Die Hintergründe der Schüsse vor einer Schule in Südfrankreich sind noch unklar. - Bild: Miguel Medina/AFP/dpa
  • Frankreich reagiert erschüttert auf den Schusswaffenvorfall an einer Schule bei Marseille. - Bild: Philippe Magoni/AP/dpa
    Frankreich reagiert erschüttert auf den Schusswaffenvorfall an einer Schule bei Marseille. - Bild: Philippe Magoni/AP/dpa
  • Die Schüler stehen nach der Schusswaffenattacke in einer Schule in Südfrankreich unter Schock. - Bild: Philippe Magoni/AP/dpa
    Die Schüler stehen nach der Schusswaffenattacke in einer Schule in Südfrankreich unter Schock. - Bild: Philippe Magoni/AP/dpa
Die Hintergründe der Schüsse vor einer Schule in Südfrankreich sind noch unklar. - Bild: Miguel Medina/AFP/dpa Frankreich reagiert erschüttert auf den Schusswaffenvorfall an einer Schule bei Marseille. - Bild: Philippe Magoni/AP/dpa Die Schüler stehen nach der Schusswaffenattacke in einer Schule in Südfrankreich unter Schock. - Bild: Philippe Magoni/AP/dpa

Jagdgewehr löst Großeinsatz in Aubagne aus

  • Der 14-Jährige versteckte das Gewehr nach Angaben der Staatsanwaltschaft in einem Gitarrenkoffer.
  • Der Angriff ereignete sich an einem Collège im südfranzösischen Aubagne.
  • Insgesamt fielen mindestens vier Schüsse; weitere Menschen wurden nicht verletzt.

Ein 14-jähriger Schüler hat in einem Collège im südfranzösischen Aubagne mit einem Jagdgewehr auf den Schulleiter und eine Lehrerin geschossen.

Direktor und Lehrerin verletzt

Beide wurden an den unteren Gliedmaßen getroffen und in ein Krankenhaus gebracht, wie die stellvertretende Staatsanwältin von Marseille, Audrey Jouaneton, mitteilte. Weitere Menschen kamen nicht zu Schaden.

Der Jugendliche soll das Gewehr in einem Gitarrenkoffer in die Schule gebracht haben. Eine Lehrkraft überwältigte ihn.

Mehrere Schüsse in der Schule

Nach den ersten Schüssen in der Halle des ersten Stocks lief der Schüler ein Stockwerk höher. Dort schoss er in Richtung einer Lehrkraft auf den Boden.

Anschließend betrat er einen Klassenraum und gab vor der versammelten Klasse einen Schuss in Richtung der Tafel ab. Insgesamt fielen mindestens vier Schüsse.

Motiv bleibt zunächst offen

Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen des Verdachts auf versuchten Mord ein. Das Motiv des Jugendlichen ist bislang nicht bekannt.

Unklar ist auch, ob der Schulleiter und die Lehrerin gezielt angegriffen wurden. Die Ermittler prüfen zudem, ob mögliches Mobbing eine Rolle gespielt haben könnte. Nach Angaben der Staatsanwältin äußerte sich der Schüler weder während des Angriffs noch danach zu seinem Motiv und wirkte ruhig.

Keine Verbindung zu Schulprotesten

Die Schüsse stehen nach den bisherigen Angaben nicht im Zusammenhang mit den aktuellen Schulprotesten in Frankreich. Vor dem Collège in Aubagne gab es keine Protest- oder Blockadeaktionen.

Appelle an Schutz und Solidarität

Bildungsminister Édouard Geffray pochte vor Ort auf die „Unverletzlichkeit der Schule“. Das Tabu, Lehrkräfte anzugreifen, müsse in Familien, Gesellschaft und Medien wiederhergestellt werden.

Präsident Emmanuel Macron bekundete den Betroffenen seine „volle Solidarität“. Er würdigte zugleich die Reaktion der Lehrkräfte, durch die Schlimmeres verhindert worden sei.

Schulgewalt und Waffen in Frankreich

Der Angriff in Aubagne trifft eine Schule in einer Phase, in der Frankreich über Sicherheit, Autorität und den Schutz von Lehrkräften diskutiert. Die Tat ist nach der vorliegenden Meldung nicht mit den aktuellen Schulprotesten verbunden. Damit steht zunächst der konkrete Gewalteinbruch in den Schulalltag im Mittelpunkt.

Besonders schwer wiegt, dass der Jugendliche die Waffe in einem Gitarrenkoffer in das Collège gebracht haben soll und mehrere Schüsse in unterschiedlichen Bereichen der Schule abgegeben habe. Dass eine Lehrkraft den Schüler überwältigte und weitere Menschen unverletzt blieben, begrenzte die unmittelbaren Folgen, ändert aber nichts an der erheblichen Gefährdung für die Schulgemeinschaft.

Ermittlungen und Folgen

Die Ermittlungen müssen nun klären, wie der 14-Jährige an das Jagdgewehr gelangte, ob er einzelne Personen gezielt auswählte und welche Rolle mögliche Konflikte oder Mobbing spielten. Solange diese Fragen offen sind, lässt sich das Motiv nicht einordnen.

Für Schule und Behörden dürften neben der strafrechtlichen Untersuchung auch der Umgang mit traumatisierten Schülerinnen, Schülern und Beschäftigten sowie die Sicherheitsabläufe an Bildungseinrichtungen entscheidend werden. Der Fall lenkt den Blick damit auf zwei Ebenen: den individuellen Tatablauf und die Frage, wie Waffen aus Schulen ferngehalten und Warnsignale früher erkannt werden können.

Disclaimer...

de | unterhaltung | 70304951 |