Frankreich: 14-Jähriger schießt in Schule auf zwei Lehrer
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 16:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWaffe im Gitarrenkoffer in Aubagne
- Der 14-jährige Schüler brachte ein Jagdgewehr versteckt in einem Gitarrenkoffer in das Collège.
- Die Schüsse fielen in einer Schule in Aubagne in Südfrankreich.
- Insgesamt gab der Jugendliche mindestens vier Schüsse ab und wurde von einer Lehrkraft überwältigt.
Ein 14-jähriger Schüler hat in einer Schule im südfranzösischen Aubagne mit einem Jagdgewehr den Schulleiter und eine Lehrerin angeschossen.
Verletzte im Krankenhaus
Beide wurden an den unteren Gliedmaßen verletzt und in ein Krankenhaus gebracht, wie die stellvertretende Staatsanwältin von Marseille, Audrey Jouaneton, mitteilte. Weitere Menschen kamen nach ihren Angaben nicht zu Schaden.
Nach den ersten Schüssen in der Halle des ersten Stocks lief der Jugendliche ein Stockwerk höher und feuerte in Richtung einer weiteren Lehrkraft auf den Boden.
Schuss in Richtung der Tafel
Anschließend ging der Schüler in einen Klassenraum und gab vor der versammelten Klasse einen Schuss in Richtung der Tafel ab. Der Jugendliche wurde schließlich von einer Lehrkraft überwältigt.
Motiv bleibt offen
Warum der Schüler die Tat beging und ob er den Direktor sowie die Lehrerin gezielt angegriffen hatte, war zunächst unklar. Auch ein möglicher Zusammenhang mit Mobbing soll geprüft werden.
Der Jugendliche habe während des Angriffs und danach nichts zu seinem Motiv gesagt und ruhig gewirkt, sagte die Staatsanwältin. Sicher sei bislang, dass die Schüsse nicht mit den aktuellen Schulprotesten in Frankreich zusammenhingen; an dem Collège habe es keine Protest- oder Blockadeaktionen gegeben.
Minister kündigen Besuch an
Präsident Emmanuel Macron bekundete den Betroffenen seine Solidarität und lobte die Reaktion der Lehrkräfte. Innenminister Laurent Nuñez und Bildungsminister Édouard Geffray wollten am Nachmittag an der Schule eintreffen.
Schulgewalt und Waffen in Frankreich
Der Angriff in Aubagne fällt in eine angespannte Debatte über Sicherheit an französischen Schulen. Der konkrete Vorgang steht nach den Angaben der Staatsanwaltschaft jedoch nicht im Zusammenhang mit den aktuellen Schulprotesten. Damit liegt der Schwerpunkt zunächst auf den Ermittlungen zum Ablauf, zur Herkunft der Waffe und zum Motiv des Jugendlichen.
Die Tat zeigt zugleich die besondere Gefährdung von Schulen, wenn Schusswaffen in das Gebäude gelangen. Dass das Gewehr in einem Gitarrenkoffer versteckt worden sein soll, verweist auf die zentrale Frage, wie der Jugendliche die Waffe beschaffen und unbemerkt in die Schule bringen konnte. Diese Punkte sind für die weitere Bewertung des Falls entscheidend.
Ermittlungen zu Motiv und Sicherheitsabläufen
Die Verletzungen des Schulleiters und der Lehrerin an den unteren Gliedmaßen sowie die Schüsse in Richtung einer weiteren Lehrkraft und einer Tafel begrenzen bislang die bekannten Folgen, ändern aber nichts an der hohen Gefährlichkeit der Situation. Die Ermittler müssen klären, ob einzelne Personen gezielt angegriffen wurden oder ob sich die Schüsse aus einer allgemeineren Eskalation heraus entwickelten.
Für Eltern, Schüler und Lehrkräfte dürfte neben dem Gesundheitszustand der Verletzten vor allem interessieren, wie die Schule den Vorfall aufgearbeitet und welche Sicherheitsmaßnahmen geprüft werden. Die angekündigte Ankunft von Innen- und Bildungsminister macht den Fall auch zu einem politischen Thema, ohne dass daraus bereits konkrete neue Maßnahmen abgeleitet werden können.
