Frankfurter Buchmesse 2026, Philippe Sands

Frankfurter Buchmesse zählt 236.000 Besucher aus 137 Ländern

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 18:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

236.000 Menschen besuchten die Frankfurter Buchmesse 2026. Zum Abschluss standen der Friedenspreis für Philippe Sands, ein Führungswechsel und der Ausblick auf Chile im Mittelpunkt.

  • Die Buchmesse ist zu Ende. (Archivbild) - Bild: Jennifer Brückner/dpa
    Die Buchmesse ist zu Ende. (Archivbild) - Bild: Jennifer Brückner/dpa
  • 2027 übernimmt Joachim Kaufmann als Buchmessendirektor.  - Bild: Andreas Arnold/dpa
    2027 übernimmt Joachim Kaufmann als Buchmessendirektor. - Bild: Andreas Arnold/dpa
Die Buchmesse ist zu Ende. (Archivbild) - Bild: Jennifer Brückner/dpa 2027 übernimmt Joachim Kaufmann als Buchmessendirektor.  - Bild: Andreas Arnold/dpa

Friedenspreis und Führungswechsel in Frankfurt

  • Die Messe zählte 117.000 Privatbesucher und 119.000 Fachbesucher aus 137 Ländern.
  • 4.000 Aussteller boten bei 3.800 Veranstaltungen ihre Bücher und Themen an.
  • Joachim Kaufmann übernimmt nach 21 Jahren von Juergen Boos die Leitung der Buchmesse.

Nach fünf Tagen ist die Frankfurter Buchmesse mit 236.000 Besuchern zu Ende gegangen.

Besucherzahl liegt knapp unter Vorjahr

Die Veranstalter meldeten damit einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als 238.000 Besucher zur weltgrößten Bücherschau gekommen waren. Die Gäste reisten aus 137 Ländern an.

Friedenspreis für Philippe Sands

Zum Abschluss wurde der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an den französisch-britischen Völkerrechtsanwalt und Schriftsteller Philippe Sands verliehen.

In seiner Dankesrede kritisierte Sands als Nachfahre von Holocaustüberlebenden Deutschlands „unanständiges Schweigen“ im Umgang mit Israel. Völkerrechtsverletzungen müssten gerade unter Freunden klar benannt werden.

Boos übergibt die Leitung

Für Buchmessen-Direktor Juergen Boos war die Veranstaltung die letzte Messe nach 21 Jahren im Amt. Sein Nachfolger Joachim Kaufmann übernimmt die Leitung.

Zum Abschied erhielt Boos Lob und eine Auszeichnung. Der Schriftsteller Salman Rushdie würdigte ihn in einer persönlichen Videobotschaft als jemanden, der die Buchmesse zu einem Ort gemacht habe, an dem Geschichten wichtig seien und Autoren sich willkommen fühlten.

Chile folgt auf Tschechien

Im kommenden Jahr wird Chile Gastland der Frankfurter Buchmesse. Der Ehrengastauftritt steht nach Angaben der Verantwortlichen unter dem Motto „Sterne der Erde“.

Die Buchmesse 2027 findet vom 6. bis zum 10. Oktober statt. Bei der traditionellen Übergabe der Gastlandrolle endete damit zugleich der Auftritt Tschechiens als diesjähriges Gastland.

Besucherzahl bleibt nahezu stabil

Mit 236.000 Gästen aus 137 Ländern bleibt die Frankfurter Buchmesse auch 2026 eine internationale Großveranstaltung. Der Abstand zum Vorjahreswert beträgt 2.000 Besucher und fällt damit vergleichsweise gering aus. Zugleich zeigt die Aufteilung zwischen 117.000 Privat- und 119.000 Fachbesuchern, dass die Messe sowohl Publikumsveranstaltung als auch Branchentreff bleibt.

Die 4.000 Aussteller und 3.800 Veranstaltungen verdeutlichen die Breite des Angebots. Für Besucher bedeutet das eine hohe Dichte an Lesungen, Gesprächen und Präsentationen; für Verlage und Fachpublikum ist Frankfurt ein zentraler Ort für Kontakte, Rechtegeschäfte und die Vorstellung neuer Programme. Ein begleitender Bericht hob zudem neue Besucherkonzepte und zusätzliche Ausstellungsflächen hervor.

Politische Debatten prägen den Abschluss

Die Verleihung des Friedenspreises an Philippe Sands gab dem Messeschluss eine ausdrücklich völkerrechtliche und politische Dimension. Sands verbindet juristische Arbeit mit literarischer Darstellung und steht damit für die enge Verbindung von Buchmarkt, öffentlicher Debatte und internationaler Politik.

Sein Hinweis auf Deutschlands Umgang mit Israel dürfte die Aufmerksamkeit über das Messepublikum hinaus auf die Veranstaltung lenken. Zugleich markiert der Wechsel von Juergen Boos zu Joachim Kaufmann einen Einschnitt in der Leitung. Mit Chile als Gastland richtet sich der Blick bereits auf 2027 und auf die literarische Vielfalt Lateinamerikas.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau.de: „Hessen: Friedenspreisträger Philippe Sands auf der Buchmesse "Echt jetzt, Mr. Trump?"“ (10.10.2026)

Der Bericht stelle Sands als Schriftsteller und Menschenrechtsanwalt vor und ordne seine Preisverleihung in die Debatte über internationales Recht ein. Anders als die dpa-Meldung richte er den Schwerpunkt auf Sands’ angekündigte Themen, darunter sein Umgang mit dem Begriff des Schweigens und die Forderung nach einem Straftatbestand des Ökozids.

NDR: „"Vibrieren in der Luft": Frankfurter Buchmesse 2026 für Besucher eröffnet“ (09.10.2026)

Der NDR-Bericht beschreibe die Messe aus der Perspektive des Publikums und hebe neue Besucherkonzepte, zusätzliche Flächen und eine stärkere Erlebnisorientierung hervor. Er bestätige den internationalen Charakter und das Gastland Tschechien während der laufenden Messe, behandle aber weder die Abschlusszahlen noch den Wechsel an der Spitze.

Beide Beiträge stellten die Buchmesse als Ort für literarische und gesellschaftliche Debatten dar. Der erste Bericht konzentriere sich auf die politische Bedeutung des Friedenspreises, der zweite auf Messeerlebnis und Publikumsführung; die dpa-Meldung bündele zusätzlich Bilanz, Führungswechsel und den Ausblick auf Chile.

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