Mehr Kameras in Berlin? Experte verrät, warum das nicht reichen kann
11.02.2026 - 14:38:36Alle Kabel des Berliner Stromnetzes zu überwachen ist illusorisch – wir reden bei 35.000 km an Kabeln über mehr als 100.000 Kameras. Was man aber machen kann: Kritische Punkte überwachen, was aktuell auch viele Städte bereits tun – und damit bereits Anschläge verhindern. Experten empfehlen dazu mobile Überwachungsgeräte: Keine Planung, keine Genehmigung, einfach aufstellen. Wie genau ein solches Konzept aussehen kann, welche Technik und KI es braucht und wo diese Systeme bereits heute Anschläge verhindern, erklärt dieser Beitrag.
Warum flächendeckende Kameraüberwachung nicht funktioniert
In der öffentlichen Debatte wird häufig so argumentiert, als ließe sich das Stromnetz einfach „abfilmen“. Diese Vorstellung greift jedoch zu kurz. Der überwiegende Teil der Berliner Strominfrastruktur liegt unterirdisch. Ohne Sichtlinie ist Kameraüberwachung technisch wirkungslos, unabhängig von Anzahl oder Qualität der eingesetzten Systeme.
Selbst bei sichtbaren Abschnitten geraten flächendeckende Konzepte schnell in unrealistische Dimensionen. Würde man rein rechnerisch alle 300 Meter eine Kamera installieren, ergäben sich rund 120.000 Systeme. Hinzu kämen Stromversorgung, Datenanbindung, Wartung und ein dauerhafter Betrieb. Das ist organisatorisch, finanziell und logistisch nicht möglich.
Der eigentliche Denkfehler liegt jedoch tiefer: Mehr Kameras bedeuten nicht automatisch mehr Sicherheit. Videoüberwachung entfaltet ihre Wirkung nur dann, wenn sie Teil eines klar priorisierten Gesamtkonzepts ist – mit definierten Schutzobjekten, schneller Alarmierung, funktionierender Reaktionskette und rechtssicherer Umsetzung.
Kritische Punkte statt großer Flächen
Statt ganze Stadtgebiete zu überwachen, setzen Fachleute auf einen risikobasierten Ansatz. Geschützt werden gezielt jene Orte, an denen ein Angriff realistisch ist und gleichzeitig hohe Auswirkungen hätte.
Beim Stromnetz betrifft das vor allem Zugangs- und Knotenpunkte wie Umspannwerke, Netzknoten und Netzstationen. Auch überirdische Engstellen – etwa Kabelbrücken oder Querungen – gelten als besonders sensibel, da sie physisch erreichbar sind und im Schadensfall große Teile des Netzes betreffen können. Bau- und Reparaturstellen erhöhen die Verwundbarkeit zusätzlich, ebenso Schächte, Technikcontainer oder Übergabepunkte.
In der Praxis erfolgt die Priorisierung nach drei Kriterien: Welche Konsequenzen hätte ein Ausfall? Wie leicht ist der Zugriff möglich? Und wie attraktiv ist der Ort aus Tätersicht? Dieser Fokus ist deutlich effizienter als ein flächendeckender Ansatz.
Mobile Videoüberwachung als praxisnahe Lösung
Ein zentrales Problem klassischer Überwachung ist der Zeitbedarf. Feste Kameras erfordern Planung, Tiefbau, Anschlüsse und Genehmigungen – Prozesse, die gerade im öffentlichen Raum lange dauern.
Mobile Videoüberwachungssysteme schließen genau diese Lücke. Sie lassen sich kurzfristig an neuralgischen Punkten einsetzen, etwa nach konkreten Vorfällen, während Bauarbeiten oder bei erhöhter Bedrohungslage. Solche Systeme sind in Deutschland bereits fester Bestandteil polizeilicher Einsatzkonzepte und haben sich als flexible Schutzmaßnahme bewährt.
Entscheidend ist dabei nicht die bloße Aufzeichnung, sondern die Kombination aus Abschreckung, Lageübersicht und schneller Reaktionsfähigkeit. Mobile Systeme lassen sich verlagern, anpassen und gezielt dort einsetzen, wo Schutz aktuell benötigt wird. Das erschwert planbare Angriffe erheblich. In der Praxis kommen hierfür mobile Videosysteme wie LivEye zum Einsatz, die genau für solche temporären Schutzszenarien entwickelt wurden.
KI als Unterstützung mit klaren Grenzen
KI-gestützte Videoanalyse hilft vor allem bei der Auswertung großer Datenmengen. Sie kann auffällige Muster markieren, etwa unbefugtes Betreten, ungewöhnlich langes Verweilen oder Bewegungen in Sperrzonen. Damit reduziert sie den manuellen Aufwand und ermöglicht eine schnellere Reaktion.
Gleichzeitig bleibt KI ein unterstützendes Werkzeug. Sie erkennt Indizien, aber keine Absichten, und ersetzt weder menschliche Bewertung noch Eingreifen. Ohne saubere Parametrierung entstehen Fehlalarme, weshalb ein „Human-in-the-loop“ in der Praxis unverzichtbar ist. Rechtlich besonders sensibel sind biometrische Anwendungen im öffentlichen Raum, die durch den EU-AI-Act eng begrenzt werden.
Ein realistisches Bild liefert die Arbeit der Bundespolizei, die KI an Bahnhöfen als Filter und Frühwarnsystem erprobt – nicht als automatisierte Entscheidungsinstanz.
Was Berlin daraus lernen kann
Andere Städte zeigen, dass solche Konzepte funktionieren, wenn Technik, Rechtsrahmen und Organisation zusammenspielen. Frankfurt setzt KI-gestützte Videoauswertung auf klarer gesetzlicher Grundlage ein. Mobile Videobeobachtung ist bei vielen Polizeibehörden etabliert und überzeugt vor allem durch Tempo und Flexibilität.
Auch Berlin hat einen eigenen Lernfall. Berichten zufolge waren große Teile der oberirdischen Infrastruktur überwacht, während ein Abschnitt auf öffentlichem Gelände aus Datenschutzgründen ausgespart blieb – genau dort kam es zum Angriff. Der Engpass lag somit nicht in fehlender Technik, sondern in der rechtssicheren Umsetzung an den tatsächlich kritischen Stellen.
Fazit: Berlin braucht keine Kameraüberwachung „in die Fläche“. Entscheidend ist ein priorisiertes Schutzkonzept für kritische Punkte – kombiniert aus physischer Sicherung, mobiler Videoüberwachung, KI-gestützter Ereigniserkennung und einer klar definierten Reaktionskette. Mobile Systeme, wie sie etwa von Anbietern wie LivEye bereitgestellt werden, zeigen, dass dieser Ansatz technisch ausgereift und praktisch umsetzbar ist.
Über LivEye
Die LivEye GmbH bietet seit 2018 mobile Videoüberwachungssysteme in ganz Europa. Das Full-Service-Konzept mit moderner Kameratechnik, KI-gestützter Anomalieerkennung und 24/7-Leitstelle richtet sich an Kunden vom Gewerbebetrieb bis zum Kraftwerk. Mit über 2.000 Systemen und rund 140 Mitarbeitenden zählt LivEye zu den führenden Anbietern mobiler Videoüberwachung in Europa. Weitere Infos liefern www.liveye.com und www.nstr.security.
Pressekontakt:
Christine Mildenberger
LivEye GmbH
Europa-Allee 56b
D-54343 Föhren bei Trier
presse@liveye.com
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