Flugzeug vor US-Ostküste: Küstenwache stellt Suche nach sechs Insassen ein
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 16:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die US-Küstenwache hat die Suche nach den sechs Passagieren eines vor der US-Ostküste vermissten Kleinflugzeugs nach 66 Stunden eingestellt.
Trümmer im Atlantik entdeckt
Der Kontakt zu der Maschine war am Samstag um 2.00 Uhr früh Ortszeit abgerissen. Später entdeckten Einsatzkräfte Trümmerteile, die sie dem Flugzeug zuordneten.
Die Suche nach den vier Passagieren aus Kanada und den beiden aus Bermuda blieb erfolglos. Nach offiziellen Angaben erstreckte sich der Einsatz über gut 7.000 Kilometer.
Betreiber geht vom Tod aller Insassen aus
„Eine Suche einzustellen, ist nie eine leichte Entscheidung“, sagte Matthew Lake, Chef des Nordost-Distrikts der US-Küstenwache. Sein tiefstes Beileid gelte den Familien und Angehörigen der Betroffenen. Zugleich dankte er allen beteiligten Suchtrupps.
Das Unternehmen Latitude Air Ambulance, auf das die Maschine registriert war, geht inzwischen vom Tod aller sechs Menschen an Bord aus. Bei ihnen handelte es sich demnach um vier Mitglieder des Teams, einen Patienten und eine Begleitperson. Das Unternehmen mit Sitz im kanadischen Hamilton bietet medizinische Transporte an.
Notfall vor dem Kontaktabbruch
Nach Daten des Flugdienstes Flightradar24 startete die Gulfstream G100 mit dem Kennzeichen C-GRJP um 0.41 Uhr von Bermuda. Nach gut einer Stunde brach das Signal über dem Ozean ab; die Maschine war auf dem Weg nach Boston im US-Bundesstaat Massachusetts.
Der Flughafen Nantucket teilte mit, das Flugzeug habe vor dem Kontaktabbruch noch einen Notfall deklariert. Die genauen Umstände des Vorfalls bleiben den Angaben zufolge unklar.
Suchaktion über weite Distanz
Die Suche nach dem Flugzeug erstreckte sich über 66 Stunden und rund 7.000 Kilometer. Das verdeutlicht die besonderen Bedingungen bei einem vermuteten Unglück über offenem Atlantik: Große Entfernungen, wechselnde Wetter- und Seeverhältnisse sowie die begrenzte Ortbarkeit von Trümmern erschweren Rettungseinsätze erheblich. Nach der Entdeckung von Teilen der Maschine konzentrieren sich die weiteren Schritte nun auf die Unfallaufklärung und die Bergung.
Medizinischer Rückflug
Bei dem Flug handelte es sich nach Angaben des Betreibers um einen medizinischen Transport. An Bord waren vier Teammitglieder, ein Patient und eine Begleitperson. Solche Flüge verbinden häufig abgelegene Regionen mit spezialisierten Kliniken; im vorliegenden Fall sollte die Maschine von Bermuda nach Boston fliegen. Für Angehörige und die beteiligten Behörden ist deshalb neben der Suche nach den Vermissten auch die Identifizierung der Opfer von zentraler Bedeutung.
Offene Fragen zur Unfallursache
Der Kontakt zur Gulfstream G100 brach nach gut einer Stunde über dem Ozean ab, nachdem nach Angaben des Flughafens Nantucket ein Notfall erklärt worden war. Die bislang bekannten Flugdaten zeigen damit den zeitlichen Ablauf, erklären aber nicht, warum die Maschine verunglückte. Aufschluss können die geborgenen Trümmer, Wartungs- und Flugdaten sowie eine Untersuchung durch die zuständigen US-amerikanischen und kanadischen Stellen geben. Für die Öffentlichkeit bleibt zunächst entscheidend, dass die Suche nach Überlebenden beendet wurde und die Umstände des Absturzes weiter untersucht werden.
