Flugzeug-Alarm in Nürnberg: Eurofighter begleiten Corendon-Jet
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 16:58 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAlarmcode löst Einsatz in Nürnberg aus
- Der Flug XR456 von Corendon landete gegen 12.10 Uhr sicher am Flughafen Nürnberg.
- Eurofighter aus Neuburg begleiteten die Boeing 737-800 im deutschen Luftraum bis zur Landung.
- Die Polizei sperrte den Airport und setzte auch Spezialkräfte ein, bevor sie Entwarnung gab.
Ein möglicherweise defektes Funkgerät hat in einem Linienflugzeug von Korfu nach Nürnberg den Entführungscode 7500 ausgelöst.
Flughafen zeitweise vollständig gesperrt
Nachdem die Piloten den Code kurz nach 11.00 Uhr gesendet hatten und anschließend nicht mehr per Funk erreichbar waren, stiegen die Kampfjets auf und begleiteten die Maschine.
Der Nürnberger Flughafen wurde gegen Mittag für den Flugbetrieb gesperrt. Knapp eine Stunde nach der Landung teilte die Polizei mit, dass es in der Boeing 737-800 keine Gefahr gebe und es Passagieren sowie Piloten gut gehe.
Ermittler prüfen technisches Problem
Nach ersten Erkenntnissen deutet vieles auf ein kaputtes Funkgerät hin. Die Ermittlungen zur Ursache des Alarms dauern an; die Fluggesellschaft Corendon äußerte sich zunächst nicht.
Die Passagiere verließen das Flugzeug über Treppen und wurden mit Bussen ins Terminal gebracht. Dort stand ein speziell ausgebildetes SAT-Team mit seelsorgerischer und psychologischer Betreuung bereit.
Eurofighter aus Neuburg begleiten die Maschine
Die Kampfjets gehörten zum taktischen Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg an der Donau. Dort stehen täglich zwei Eurofighter rund um die Uhr als Alarmrotte bereit.
Auch in Kroatien war ein Kampfjet aufgestiegen und hatte die Maschine bis zur slowenischen Grenze begleitet. Anlass war eine Warnung des Nato-Luftwaffenkommandos im spanischen Torrejón.
Zusätzliche Beeinträchtigung durch Drohnenmeldung
Bereits am frühen Morgen hatten drei Piloten unabhängig voneinander ein mögliches Flugobjekt gemeldet. Die Polizei leitete Suchmaßnahmen ein, fand jedoch keine Drohne.
Sechs Flüge verspäteten sich, zwei ankommende Maschinen wichen vorsorglich nach Köln und Prag aus. Nach ersten Erkenntnissen bestand kein Zusammenhang zwischen der Drohnenmeldung und dem späteren Alarm des Passagierflugzeugs.
Der Code 7500 löst sofortige Reaktionen aus
Der Transpondercode 7500 steht im internationalen Luftverkehr für eine mutmaßliche Entführung. Wird ein solcher Code empfangen und bricht zugleich der Funkkontakt ab, müssen Sicherheitsbehörden zunächst von einer akuten Gefahr ausgehen. Die Reaktion folgt dabei einem festgelegten Verfahren und ist unabhängig davon, ob sich der Alarm später als technischer Fehler erweist.
Die Alarmrotte des taktischen Luftwaffengeschwaders 74 in Neuburg an der Donau ist für solche Situationen dauerhaft einsatzbereit. Dass Eurofighter das Passagierflugzeug begleiteten, zeigt die Bedeutung der Meldung für die Luftraumsicherheit. Auch die Sperrung des Flughafens und die Kontrolle der Maschine nach der Landung dienten dazu, Risiken für Passagiere, Besatzung und den Flugbetrieb auszuschließen.
Zwei Einsätze an einem Flughafen
Die mögliche Drohnensichtung am selben Morgen erhöhte die Aufmerksamkeit rund um den Nürnberger Airport, steht nach den Angaben der Polizei aber in keinem Zusammenhang mit dem späteren Alarm im Flugzeug. Der erste Vorfall führte bereits zu Verspätungen und Ausweichlandungen.
Für Reisende bedeutet der Vorgang vor allem kurzfristige Einschränkungen und Verzögerungen. Zugleich macht er sichtbar, wie schnell ein einzelnes technisches Signal internationale Sicherheitsketten aktiviert. Entscheidend bleibt nun die Untersuchung des Funkgeräts und der Kommunikationsabläufe, damit sich klären lässt, warum der Code gesendet wurde und weshalb die Crew anschließend nicht erreichbar war.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
BR: „Flughafen Nürnberg: Entwarnung nach mutmaßlicher ‚Luftnotlage‘“ (13.10.2026)
Der Bericht schildere, der Flughafen sei nach dem Alarm für rund zwei Stunden gesperrt worden und der Flugbetrieb laufe inzwischen wieder. Er hebe wie die dpa-Meldung den Code 7500, den fehlenden Funkkontakt und den möglichen technischen Defekt hervor, ergänze jedoch die zeitliche Einordnung der Entwarnung gegen 13.20 Uhr.
Merkur: „‚Unbestätigte Luftnotlage‘ – Flughafen Nürnberg gesperrt“ (13.10.2026)
Der Artikel berichte über die Sperrung des Nürnberger Flughafens wegen einer zunächst unbestätigten Luftnotlage und bestätige die sichere Landung der Maschine aus Korfu. Einen anderen Schwerpunkt setze er auf die erste behördliche Lageeinschätzung, während die genaue technische Ursache ebenso offen bleibe.
Beide Berichte bestätigten die sichere Landung, den Einsatz von Eurofightern und die anschließende Entwarnung. Unterschiede lägen vor allem in der zeitlichen Perspektive und der Gewichtung des technischen Defekts; offen bleibe die genaue Ursache des ausgelösten Codes.
