Flughafen Nürnberg, Code 7500

Flugzeug-Alarm in Nürnberg: Eurofighter begleiten Corendon-Flug

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 14:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Ein technischer Defekt könnte den Alarm ausgelöst haben. Die Passagiere des Corendon-Flugs XR456 blieben unverletzt, der Flughafen wurde vorübergehend gesperrt.

  • Die Maschine war von der griechischen Insel Korfu gestartet. - Bild: Daniel Löb/dpa
    Die Maschine war von der griechischen Insel Korfu gestartet. - Bild: Daniel Löb/dpa
  • Ein Eurofighter begleitete das Flugzeug bis zur Landung in Nürnberg. - Bild: Volker Weidinger/dpa
    Ein Eurofighter begleitete das Flugzeug bis zur Landung in Nürnberg. - Bild: Volker Weidinger/dpa
  • Der Flughafen Nürnberg war zeitweise gesperrt. - Bild: Tizian Gerbing/dpa
    Der Flughafen Nürnberg war zeitweise gesperrt. - Bild: Tizian Gerbing/dpa
  • Auch Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) waren auf dem Flughafengelände unterwegs. - Bild: Tizian Gerbing/dpa
    Auch Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) waren auf dem Flughafengelände unterwegs. - Bild: Tizian Gerbing/dpa
Die Maschine war von der griechischen Insel Korfu gestartet. - Bild: Daniel Löb/dpa Ein Eurofighter begleitete das Flugzeug bis zur Landung in Nürnberg. - Bild: Volker Weidinger/dpa Der Flughafen Nürnberg war zeitweise gesperrt. - Bild: Tizian Gerbing/dpa Auch Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) waren auf dem Flughafengelände unterwegs. - Bild: Tizian Gerbing/dpa

Flughafen Nürnberg bleibt vorübergehend gesperrt

  • Der Corendon-Flug XR456 landete gegen 12.10 Uhr sicher in Nürnberg.
  • Eurofighter des Geschwaders 74 begleiteten die Boeing 737-800 im deutschen Luftraum.
  • Am Morgen führten mögliche Drohnensichtungen zu sechs verspäteten Flügen und zwei Ausweichlandungen.

Ein Linienflug von Korfu nach Nürnberg hat mit dem Notfallcode 7500 einen Großeinsatz ausgelöst, nachdem der Funkkontakt zur Besatzung abgebrochen war.

Alarm während des Flugs

Die Piloten sendeten den Code, der auf eine mögliche Entführung hindeutet, etwa zur Hälfte der Strecke kurz nach 11.00 Uhr. Weil das Cockpit anschließend nicht mehr erreichbar war, mussten Polizei und Flugsicherung zunächst vom schlimmsten Szenario ausgehen.

Eurofighter begleiten die Maschine

Die Kampfjets des taktischen Luftwaffengeschwaders 74 starteten aus Neuburg an der Donau und begleiteten die Boeing 737-800 bis zum Nürnberger Flughafen. Dort stehen täglich rund um die Uhr zwei Eurofighter als Alarmrotte bereit.

Der Airport wurde gegen Mittag für den Flugverkehr gesperrt. Nach der Landung wurde die Maschine auf einem abgelegenen Vorfeldplatz abgestellt, während Polizei, Feuerwehr und Spezialkräfte den Vorgang überprüften.

Passagiere werden betreut

Gegen 12.10 Uhr landete der Flieger nach Angaben der Polizei sicher. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder waren wohlauf; sie verließen die Maschine über Treppen und wurden mit Bussen ins Terminal gebracht.

Dort nahm ein speziell geschultes SAT-Team die Reisenden in Empfang. Für Betroffene standen auch seelsorgerische und psychologische Angebote bereit.

Ermittler prüfen Funkgerät

Nach ersten Erkenntnissen deutet einiges auf ein defektes Funkgerät hin. Die Ermittlungen zur Ursache des Alarms laufen weiter, die Fluggesellschaft Corendon äußerte sich zunächst nicht.

Mögliche Drohne sorgt zuvor für Verzögerungen

Bereits am frühen Morgen hatten drei Piloten unabhängig voneinander ein mögliches Flugobjekt gemeldet. Ein Polizeihubschrauber und weitere Such- und Detektionsmaßnahmen fanden jedoch keine Drohne.

Wegen dieses ersten Einsatzes verspäteten sich zwei Ankünfte und vier Abflüge. Zwei ankommende Maschinen wichen vorsorglich nach Köln und Prag aus und setzten ihren Flug anschließend nach Nürnberg fort. Nach ersten Erkenntnissen gab es keinen Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen.

Alarmkette im deutschen Luftraum

Der Vorfall zeigt, wie schnell ein technisches Problem in der zivilen Luftfahrt eine sicherheitskritische Lage auslösen kann. Der Transpondercode 7500 steht international für eine mutmaßliche Entführung. Wird ein solcher Code gesendet und bricht zugleich der Funkkontakt ab, müssen Behörden und Besatzungen zunächst vom schwersten Szenario ausgehen.

Die Reaktion folgt dabei einer festgelegten Sicherheitskette: Die Deutsche Flugsicherung informiert zuständige Stellen, die Alarmrotte in Neuburg kann starten, und Polizei sowie Flughafen sichern den Bodenbereich. Dass zwei Eurofighter rund um die Uhr bereitstehen, ist Teil der deutschen Überwachung des Luftraums. Die Jets begleiteten die Boeing bis zur Landung und blieben anschließend in der Nähe, bis ein erneuter Start ausgeschlossen war.

Technischer Defekt als mögliche Ursache

Nach der Landung konzentrieren sich die Ermittlungen auf das Funkgerät. Ein technischer Ausfall könnte erklären, warum die Piloten nach dem Code nicht mehr erreichbar waren. Die Ursache ist damit jedoch noch nicht abschließend geklärt; die Fluggesellschaft hat sich zunächst nicht geäußert.

Für Reisende bedeutete der Einsatz vor allem eine vorübergehende Sperrung des Flughafens und die Betreuung der Passagiere nach der Landung. Der zeitlich vorausgegangene Drohnenalarm führte bereits zu Verspätungen und Ausweichlandungen. Nach ersten Erkenntnissen bestand zwischen beiden Ereignissen kein Zusammenhang.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

BR24: „Flughafen Nürnberg nach mutmaßlicher "Luftnotlage" gesperrt“ (13.10.2026)

Der Bericht bestätige die Sperrung des Flughafens, die sichere Landung des Corendon-Flugs XR456 und den Einsatz von Eurofightern. Er setze einen Schwerpunkt auf die zunächst unbestätigte Luftnotlage sowie die frühere mögliche Drohnensichtung und berichte, ein Zusammenhang sei zunächst offen gewesen.

Tagesspiegel: „Berlin / Brandenburg: „Keine Gefahr“ - Entwarnung nach möglichem Luftnotfall“ (13.10.2026)

Der Artikel habe die polizeiliche Entwarnung nach dem Alarm am Nürnberger Flughafen in den Mittelpunkt gestellt. Er bestätige, dass keine Gefahr bestanden habe, liefere jedoch weniger Einzelheiten zum mutmaßlich defekten Funkgerät und zum Einsatz der Kampfjets.

Medienübergreifend bestehe Einigkeit über die sichere Landung und die anschließende Entwarnung; unterschiedliche Schwerpunkte lägen bei der technischen Ursache, der Flughafen-Sperrung und der vorausgegangenen Drohnensichtung.

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