Flughafen Leipzig/ Halle: Auto durchbricht Sicherheitszaun
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 12:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFolgen für Nordpiste und Antonow-Flugzeuge
- Die Polizei entdeckte den Schaden kurz vor 23 Uhr in der Nacht auf Sonntag.
- Die drei russischen Antonow-Frachtflugzeuge stehen seit 2022 wegen EU-Sanktionen am Flughafen.
- Bis zu sechs ukrainische Antonow-Maschinen sind im Süd-Bereich des Flughafens stationiert.
Polizei sucht Fahrzeug nach Zaunschaden
Ein beschädigter Zaun hat in der Nacht einen Polizeieinsatz am Flughafen Leipzig/Halle ausgelöst. Nach der Spurenlage könnte ein Fahrzeug den Zaun durchbrochen haben, auch ein Unfall kommt laut Polizei infrage.
Schaden kurz vor 23 Uhr entdeckt
Der Schaden wurde kurz vor 23 Uhr in der Nacht auf Sonntag entdeckt. Die Polizei sprach von einem sicherheitsrelevanten Vorfall und ermittelte in alle Richtungen.
Bei der Durchsuchung des Flughafengeländes fanden Einsatzkräfte weder das mutmaßliche Fahrzeug noch unberechtigte Personen oder verdächtige Gegenstände. Die Suche nach dem Fahrzeug dauert an; für den Tagesverlauf waren weitere Suchmaßnahmen mit zusätzlichen Einsatzkräften angekündigt.
Flughafen verweist auf Sicherheitsstandards
Der beschädigte Zaunabschnitt liegt an einer öffentlich zugänglichen Straße. Dort befindet sich auch eine Notfallzufahrt für externe Einsatzkräfte wie die Feuerwehr, die bei großen Flughafenübungen genutzt wird.
Beschädigt wurde nach Angaben des Flughafens der Zaun, nicht das Notfalltor. Eine Kamera mit Videoaufzeichnung gibt es an dem Abschnitt nicht; eine dort installierte Kamera für den operativen Flughafenbetrieb speichert keine Aufnahmen.
Nordpiste vorübergehend gesperrt
Flughafensprecher Uwe Schuhart erklärte, der Zaun erfülle nationale und internationale Standards und werde regelmäßig von den Behörden überprüft. Wegen des Polizeieinsatzes war die Nordpiste gesperrt.
Der Passagier- und Frachtverkehr lief nach Angaben des Flughafens dennoch ohne Einschränkungen weiter, weil eine zweite Start- und Landebahn zur Verfügung stand.
Russische Antonows nicht am Zaunabschnitt
Drei russische Antonow-Frachtflugzeuge stehen wegen der EU-Sanktionen gegen Russland seit 2022 am Flughafen und dürfen nicht starten. Der beschädigte Zaunabschnitt und die Maschinen liegen zwar beide im Nord-Bereich, aber nicht unmittelbar beieinander.
Die ukrainischen Antonow-Frachtflugzeuge befinden sich im Süd-Bereich und damit deutlich weiter entfernt. Nach Angaben des Flughafens sind bis zu sechs dieser Maschinen in Leipzig stationiert.
Zusammenhang mit Drohnenfund unklar
Die ukrainische Fluggesellschaft Antonov Airlines hatte ihre Basis nach dem russischen Angriff auf die Ukraine nach Leipzig verlegt, weil ein Flugbetrieb von ukrainischen Flughäfen aus nicht mehr möglich war.
Anfang August war am Flughafen eine mit Sprengstoff präparierte Drohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Bundesregierung machte Russland für den versuchten Angriff verantwortlich, Moskau wies die Vorwürfe zurück; ob ein Zusammenhang mit dem aktuellen Vorfall besteht, ist unklar.
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Der Vorfall fällt in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit für die Sicherheitslage am Flughafen Leipzig/Halle. Anfang August war dort eine mit Sprengstoff präparierte Drohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Bundesregierung machte Russland für den versuchten Angriff verantwortlich, Moskau wies die Vorwürfe zurück.
Der aktuelle Schaden liegt nach den Angaben des Flughafens an einem öffentlich zugänglichen Straßenabschnitt. Dort befindet sich eine Notfallzufahrt, die bei größeren Übungen genutzt wird. Dass an diesem Abschnitt keine speichernde Überwachungskamera installiert ist, erschwert die unmittelbare Rekonstruktion des Geschehens und erklärt die laufende Suche nach dem mutmaßlichen Fahrzeug.
Sicherheitslage bleibt im Fokus
Für den Betrieb hatte der Vorfall zunächst begrenzte Folgen: Die Nordpiste wurde gesperrt, während Passagier- und Frachtverkehr über die zweite Start- und Landebahn weiterliefen. Der Flughafen verweist zugleich darauf, dass der Zaun geltende nationale und internationale Sicherheitsstandards erfülle und regelmäßig behördlich überprüft werde.
Die Ermittlungen müssen nun klären, ob es sich um einen Unfall, ein Eindringen oder eine gezielte Beschädigung handelt. Ein Zusammenhang mit dem Drohnenfund ist bislang nicht festgestellt. Für Reisende und Beschäftigte ist vor allem entscheidend, ob das Fahrzeug gefunden, der Zaun vollständig gesichert und der betroffene Bereich ohne weitere Einschränkungen freigegeben werden kann.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Wieder Sicherheitsvorfall am Flughafen Leipzig/Halle“ (18.10.2026)
Der Beitrag berichtet ebenfalls, die Polizei gehe offenbar davon aus, dass ein Fahrzeug den Zaun durchbrochen habe. Im Mittelpunkt stehen die Suchmaßnahmen und die Sicherheitsprüfung des Flughafengeländes.
Der Deutschlandfunk berichtet, die Polizei habe mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Fahrzeug als Ursache genannt. Anders als der aktuelle Betriebsschwerpunkt des Flughafens richtet der Beitrag den Blick besonders auf die Sperrung der Nordpiste und die laufenden Ermittlungen.
Übereinstimmend wird ein mutmaßlicher Fahrzeugdurchbruch als zentraler Ermittlungsansatz genannt. Offen bleiben der Verbleib des Fahrzeugs, die genaue Ursache und ein möglicher Zusammenhang mit dem früheren Drohnenfund.
