Florentina Holzinger bringt Kriegsstück zur Komischen Oper Berlin
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 12:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFlorentina Holzinger eröffnet die Saison 2027/28 der Komischen Oper Berlin am 18. September 2027 mit einer neuen Arbeit im Hangar 4 des ehemaligen Flughafens Tempelhof.
Krieg als Thema der neuen Produktion
Die österreichische Performerin widmet sich in der bislang unbetitelten Produktion dem Thema Krieg. Im Mittelpunkt stehen nach Angaben des Opernhauses dessen ideologische Triebkräfte; musikalisch sollen neue und historische Kompositionen zusammengeführt werden.
Die Intendanten Susanne Moser und Philip Bröking bezeichneten das Vorhaben als außergewöhnliches Ereignis. Sie würdigten Holzinger als eine der größten Genregrenzen sprengenden Stimmen der Gegenwart.
Holzinger mit starker Präsenz in Berlin
Holzinger ist für bildgewaltige Produktionen und spektakuläre Performances bekannt, häufig mit nackten Frauenensembles. In Berlin war im Mai ihre Arbeit „A Year without Summer“ an der Volksbühne uraufgeführt worden; sie behandelt Themen wie Selbstoptimierung und Unsterblichkeit und enthält zahlreiche Musical-Einlagen.
Zusammenarbeit mit der Komischen Oper
Im vergangenen Jahr war Holzinger mit ihrer blutigen Opernperformance „Sancta“ zum Theatertreffen eingeladen worden. An der Produktion wirkte das Orchester der Komischen Oper Berlin mit.
„Spätestens seitdem stand es auf meiner Bucketlist, hier zu inszenieren, und dass ich das nun sogar im Hangar in Tempelhof machen darf, kann ich kaum erwarten“, sagte Holzinger laut Mitteilung. Für 2028 ist außerdem eine weitere Inszenierung an der Volksbühne geplant.
Elf weitere Vorstellungen
Nach der Premiere am 18. September 2027 sind bis zum 2. Oktober elf weitere Vorstellungen vorgesehen. Der Vorverkauf beginnt am 23. März 2027; registrierte Theaterfans sollen einige Tage vorher einen exklusiven Early-Bird-Zugang erhalten.
Ein ungewöhnlicher Spielort
Die Premiere im Hangar 4 des ehemaligen Flughafens Tempelhof verbindet ein international profiliertes Performance-Theater mit einem historisch und architektonisch markanten Berliner Ort. Der Flughafen wird damit nicht nur als Veranstaltungsfläche genutzt: Seine weitläufigen Hallen ermöglichen andere Raum- und Klangkonzepte als ein klassisches Opernhaus.
Für die Komische Oper ist das Projekt zugleich Teil ihrer Suche nach geeigneten Ausweich- und Spielorten. Das Haus ist wegen der Sanierung seines Stammgebäudes auf zusätzliche Bühnen angewiesen. Eine Produktion mit neuen und historischen Kompositionen kann dabei Oper, Konzert und Performance miteinander verbinden und ein Publikum ansprechen, das sich nicht ausschließlich über das traditionelle Opernrepertoire erreicht.
Krieg als künstlerisches Thema
Holzingers angekündigte Arbeit setzt Krieg nicht nur als historisches Ereignis, sondern auch als gesellschaftlich und ideologisch geprägtes Thema ins Zentrum. Die Verbindung von Musik, Körper und spektakulären Bühnenelementen eröffnet Möglichkeiten für eine unmittelbare Darstellung von Gewalt, Macht und Mobilisierung. Zugleich dürfte die konkrete künstlerische Perspektive erst mit weiteren Informationen zum Stück erkennbar werden, da Titel, Besetzung und Kompositionen noch nicht mitgeteilt wurden.
Bedeutung für Berlin
Die elf zusätzlichen Vorstellungen bis zum 2. Oktober 2027 und der frühe Vorverkauf zeigen den erwarteten Stellenwert des Projekts im Berliner Kulturkalender. Für Besucherinnen und Besucher sind vor allem der ungewöhnliche Spielort und die begrenzte Laufzeit entscheidend; der reguläre Vorverkauf beginnt am 23. März 2027.
