Erdbeben in Tibet: 16 Tote nach Stärke-7,0-Beben
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 04:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRettungskräfte und Schäden in Baqing
- Das Beben ereignete sich in der Nacht zum Freitag im Kreis Baqing der Autonomen Region Tibet.
- Die chinesische Regierung entsandte 350 Feuerwehrleute und 83 Fahrzeuge in das Katastrophengebiet.
- Rettungskräfte zählten mehr als 330 beschädigte Häuser und 20 zerstörte Ställe.
Bei einem Erdbeben der Stärke 7,0 im Kreis Baqing der Autonomen Region Tibet sind mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Chinesische Rettungskräfte suchen weiter nach Opfern und Überlebenden, während die Zahl der Verletzten auf 54 stieg.
Nachbeben erschweren die Suche
Die Erde bebte in der Nacht zum Freitag nach Ortszeit in einer Tiefe von rund zehn Kilometern. Seitdem wurden in der Region mehrere Nachbeben registriert.
Aufnahmen aus chinesischen sozialen Medien zeigten wackelnde Regale in Supermärkten und zitternde Deckenlampen in Wohnungen. Das Staatsfernsehen verbreitete zudem Bilder von Menschen, die aus einem Restaurant flohen, als die Erschütterungen einsetzten.
350 Feuerwehrleute im Einsatz
Nach Angaben des Staatsfernsehens wurden mehr als 330 beschädigte Häuser und 20 kaputte Ställe gezählt. Die Regierung schickte 350 Feuerwehrleute mit 83 Fahrzeugen in das Katastrophengebiet.
Staats- und Parteichef Xi Jinping wies nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua an, die Such- und Rettungsmaßnahmen voranzutreiben, Verletzte medizinisch zu versorgen und die Zahl der Opfer möglichst gering zu halten.
Hochlandregion erwartet Schneefall
Das Beben war nach Angaben der chinesischen Erdbebenwarte das bislang stärkste in diesem Jahr in China. Das Gebiet liegt rund 180 Kilometer von der nächstgrößeren Stadt Nagqu und etwa 400 Kilometer von der tibetischen Hauptstadt Lhasa entfernt.
Die Region gilt als dünn besiedelt. Im Bereich des Epizentrums liegt das Gelände offiziellen Angaben zufolge im Schnitt rund 4.800 Meter hoch; für Teile des Gebiets wurde Schneefall erwartet.
Weitere Katastrophe in Tibet
Die Region war bereits zuvor von einer schweren Naturkatastrophe getroffen worden. Ende August begrub eine Sturzflut im Südwesten Tibets einen Grenzposten und ergoss sich anschließend talwärts nach Nepal; auf beiden Seiten der Grenze starben insgesamt etwa 1.450 Menschen, mehr als 5.500 galten Anfang Oktober noch als vermisst.
Erdbeben treten in Tibet, im Südwesten Chinas, in Nepal und in Nordindien häufiger auf. Ursache ist die Kollision der indischen und eurasischen tektonischen Platten.
Im Januar 2025 kamen bei einem Beben der Stärke 6,8 im Kreis Tingri auf der Nordseite des Mount Everest mindestens 126 Menschen ums Leben.
Das Beben trifft eine abgelegene Hochlandregion, in der Rettungseinsätze durch große Entfernungen, die dünne Besiedlung und die Höhenlage erschwert werden. Das Epizentrum liegt nach Angaben aus dem aktuellen Umfeld der Berichterstattung rund 4.800 Meter über dem Meeresspiegel; zusätzlich wurde Schneefall erwartet.
Die Stärke 7,0 macht den Erdstoß zum bislang stärksten Beben dieses Jahres in China. Für die betroffene Region ist die Katastrophe zudem Teil einer Serie schwerer Naturereignisse: Im Januar 2025 kamen bei einem Beben im Kreis Tingri mindestens 126 Menschen ums Leben. Ende August wurde Tibet außerdem von einer schweren Sturzflut getroffen, die auch Nepal erfasste.
Rettung unter schwierigen Bedingungen
Die chinesischen Behörden konzentrieren sich zunächst auf die Suche nach Verschütteten, die medizinische Versorgung und Notunterkünfte. Da Nachbeben registriert wurden, bleibt die Lage für Einsatzkräfte und Bewohner gefährlich. Schneefall könnte die Arbeit zusätzlich behindern und die Versorgung abgeschnittener Orte erschweren.
Geologisch gehört Tibet zu einer besonders erdbebengefährdeten Zone: Die Kollision der indischen und der eurasischen Platte baut dort regelmäßig Spannungen auf. Für die Bevölkerung vor Ort bedeutet das, dass neben der unmittelbaren Opferbilanz auch die Stabilität beschädigter Häuser, die Erreichbarkeit der Dörfer und die Wetterentwicklung über den weiteren Verlauf des Einsatzes entscheiden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ZDFheute: „Starkes Erdbeben in Tibet - mindestens 16 Tote“ (23.10.2026)
Der Beitrag bestätige die Zahl von mindestens 16 Todesopfern und ordne das Beben als Stärke-7-Ereignis ein. Einen Schwerpunkt setze er auf die hohe Lage des Epizentrums, die andauernden Rettungsarbeiten und die Vorgeschichte mit dem schweren Beben von Januar 2025.
n-tv: „Epizentrum auf 4800 Metern Höhe: Mindestens 16 Menschen sterben bei Erdbeben in Tibet“ (23.10.2026)
Der Artikel habe ebenfalls mindestens 16 Tote, 32 Verletzte und mehr als 300 beschädigte Häuser genannt. Anders als der ZDF-Beitrag hebe er zusätzlich Beeinträchtigungen von Stromversorgung und Telekommunikation sowie die aktivierte Katastrophenschutzstufe hervor.
Beide Beiträge stimmten bei Opferzahl, Stärke und abgelegener Lage überein. Unterschiede lägen vor allem bei den Schwerpunkten der lokalen Schäden und der Einordnung des Rettungseinsatzes; offen bleibe das endgültige Ausmaß der Zerstörungen.
