Elefant Simon bekommt in Berlin Stoßzahn-Operation
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 12:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSimons Behandlung im Berliner Tierpark
- Der zweijährige Elefantenbulle Simon verletzte sich beim Spielen im Berliner Tierpark am Stoßzahn.
- Ein Spezialist aus Belgien behandelte den Stoßzahn am Montag nach einer Röntgenaufnahme.
- Für den Eingriff wurde so viel Füllmaterial verwendet, wie für etwa 20 Menschen reichen würde.
Elefant Simon erhält im Berliner Tierpark Stoßzahn-OP
Der zweijährige Elefantenbulle Simon hat sich beim Spielen im Berliner Tierpark am Stoßzahn verletzt und ist operiert worden. Ein Spezialist aus Belgien behandelte den verletzten Zahn unter Narkose.
Bei dem Eingriff am Montag wurde der Stoßzahn zunächst geröntgt, anschließend wurde das freiliegende Zahngewebe aufbereitet und die Wunde versiegelt.
Behandlung soll den Stoßzahn erhalten
Nach Angaben des Tierparks war eine schnelle Behandlung entscheidend, weil bei einem Bruch mit freiliegendem Zahnmark ein medizinischer Notfall vorliegt. Die verletzte Stelle wurde gezielt behandelt und versiegelt.
Der Eingriff ähnelt einer Vitalerhaltung der Zahnpulpa beim Menschen. Es besteht die Chance, dass Simons Stoßzahn auch künftig normal weiterwächst.
Aufwendige Narkose bei einem Elefanten
Die Narkose eines Elefanten sei keine Routineangelegenheit, erklärte Frank Göritz, leitender Tierarzt des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung. Der betroffene Stoßzahn wurde vor der Behandlung geröntgt.
Die verwendeten Materialien entsprechen denen aus der Humanmedizin. Wegen der Größe des Tieres waren jedoch deutlich größere Bohrer und größere Mengen Füllmaterial nötig.
Simon sucht nach dem Aufwachen seine Mutter
Die bei Simons Behandlung eingesetzte Materialmenge hätte nach Angaben des Tierparks für etwa 20 Menschen ausgereicht. Der Elefantenbulle habe kurz nach dem Aufwachen wieder die Nähe seiner 15 Jahre alten Mutter Tana gesucht und bei ihr getrunken.
Verletzungen an Stoßzähnen gehören bei Elefanten zu den medizinisch besonders anspruchsvollen Notfällen. Der Grund liegt darin, dass der Stoßzahn kein äußerer Hornfortsatz ist, sondern aus lebendem Zahngewebe besteht. Liegt das empfindliche Zahnmark nach einem Bruch frei, können Keime eindringen und eine schmerzhafte Entzündung auslösen.
Aufwendige Behandlung unter Narkose
Bei einem jungen Tier wie Simon kommt der Erhalt des Stoßzahns besondere Bedeutung zu, weil dieser weiterwachsen kann. Die Behandlung orientiert sich nach Angaben des Tierparks an Verfahren aus der menschlichen Zahnmedizin: Das Zahngewebe wird gereinigt und geschützt, anschließend wird die verletzte Stelle versiegelt.
Die Narkose eines Elefanten stellt dabei eine erhebliche veterinärmedizinische Herausforderung dar. Körpergröße, Kreislauf und Aufwachphase müssen eng überwacht werden. Auch die benötigte Menge an Material macht den Eingriff ungewöhnlich. Dass ein Spezialist aus Belgien anreiste, unterstreicht die Spezialisierung solcher Eingriffe.
Entscheidend sind die nächsten Wochen
Für Simon ist vor allem entscheidend, ob das behandelte Zahngewebe vital bleibt und der Stoßzahn weiter normal wachsen kann. Das Verhalten nach dem Aufwachen, die Nähe zur Mutter und die Nahrungsaufnahme sind zunächst positive Zeichen. Der weitere Verlauf hängt davon ab, wie die Verletzung abheilt und ob Komplikationen auftreten.
