Spanien, Unfälle

Zugunglück: 6-Jährige als einzige Überlebende ihrer Familie

20.01.2026 - 13:48:23

Eine Sechsjährige überlebt als Einzige ihrer Familie das Zugunglück bei Adamuz. Wie sie zwischen Trümmern umherirrte und was ihre Großmutter am Bahnhof erlebte.

Im Schicksal eines sechsjährigen Mädchens spiegelt sich das ganze Ausmaß der menschlichen Tragödie des schweren Zugunglücks in Spanien. Nach dem Zusammenprall von zwei Hochgeschwindigkeitszügen bei der Gemeinde Adamuz irrte die Kleine zwischen den Trümmern herum, bis sie von zwei Ersthelfern in Sicherheit gebracht wurde, wie die spanische Zeitung «El País» berichtete.

Während zunächst noch Hoffnung bestand, dass auch ihre Eltern, ihr zwölfjähriger Bruder und ihr Cousin überlebt haben könnten, gab es später traurige Gewissheit. Sie waren in den Trümmern eines der verunglückten Züge ums Leben gekommen.

Zuerst gab es Hoffnung, auch der Bruder hätte überlebt

Die Großmutter des Mädchens wartete auf dem Bahnhof von Huelva, wohin der verunglückte Renfe-Zug unterwegs war, auf Nachrichten von ihren Angehörigen. Zeitweise habe es das Gerücht gegeben, auch der Bruder habe überlebt und werde in einem Krankenhaus in Córdoba behandelt. Dabei handelte es sich jedoch um eine Verwechslung, wie die Zeitung schrieb. Die Großmutter konnte nur noch ihre Enkelin in die Arme schließen.

Die Familie stammte aus dem Ort Aljaraque und betrieb ein Bekleidungsgeschäft im nahe gelegenen Küstenort Punta Umbría. Sie befanden sich auf dem Rückweg aus Madrid, wo sie ein Fußballspiel von Real Madrid besucht hatten, berichtete die Zeitung weiter. Der Bürgermeister von Punta Umbría, José Carlos Hernández, sagte, der ganze Ort sei «tief erschüttert». Die Familie sei sehr beliebt gewesen.

Bis zu 43 Tote befürchtet

Die Behörden befürchteten, dass bei der Kollision am Sonntagabend von zwei Hochgeschwindigkeitszügen bis zu 43 Menschen ums Leben gekommen sind. Bisher wurden 41 Tote aus den Trümmern geborgen, zwei gelten noch als vermisst. Mehr als 170 Menschen wurden verletzt. Nach Angaben des Auswärtigen Amts (AA) in Berlin ist davon auszugehen, dass auch Deutsche unter den Betroffenen sind. Über die Anzahl gebe es jedoch noch keine verlässlichen Angaben.

@ dpa.de

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