Kinder, Bayern

Mehrheit hält Social Media für gesundheitsschädlich

09.09.2025 - 13:04:15 | dpa.de

Eine Ifo-Umfrage zeigt: Eine große Mehrheit hält soziale Medien für ungesund - und verbringt dennoch täglich Zeit mit Tiktok und Co.

Social Media sind die dominante Freizeitbeschäftigung vieler Kinder und Jugendlicher, doch laut Ifo-Umfrage sind TikTok und Co. einer großen Mehrheit in Deutschland suspekt. (Symbolbild) - Foto: Jens Büttner/dpa
Social Media sind die dominante Freizeitbeschäftigung vieler Kinder und Jugendlicher, doch laut Ifo-Umfrage sind TikTok und Co. einer großen Mehrheit in Deutschland suspekt. (Symbolbild) - Foto: Jens Büttner/dpa

Tiktok, Whatsapp, Youtube und Co. sind einer Mehrheit der deutschen Bevölkerung suspekt: Sowohl unter Erwachsenen als auch unter Jugendlichen halten viele den Social Media Konsum für gesundheitsschädlich, und zwar sowohl für die Seele als auch den Körper. 85 Prozent der Erwachsenen befürworten laut einer neuen Umfrage des Ifo-Instituts daher eine Altersbeschränkung ab 16 für die Einrichtung von Social Media-Accounts. Sogar unter den 14- bis 17-Jährigen ist laut des neuen Bildungsbarometers des Ifo-Instituts fast die Hälfte (47 Prozent) dafür. Grund sind die häufig negativ wahrgenommen Folgen.

Mehrheit hält Social Media für schädlich

Die Münchner Wissenschaftler befragten im Mai und Juni 2.982 Erwachsene im Alter von 18 bis 69 und 1.033 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Die Erhebung liefert klare Hinweise, dass einer großen Mehrheit sowohl unter Erwachsenen als auch unter Jugendlichen bei ihrem Social Media-Konsum gar nicht wohl ist - sehr viele aber trotzdem ihre Accounts behalten. 

So glauben jeweils weit über 70 Prozent der Erwachsenen, dass soziale Medien sowohl der psychischen als auch der körperlichen Gesundheit schaden. Bei den Jugendlichen sind es gut 60 Prozent. Die Mehrheit der Erwachsenen ist demnach auch überzeugt, dass Social Media-Konsum für Konzentrationsfähigkeit, Schulleistung, soziale Kompetenzen, Identitätsfindung und politische Meinungsbildung schlecht ist. Die Urteile der befragten Jugendlichen fielen im Schnitt etwas weniger negativ aus.

... und verbringt trotzdem viel Zeit am Display

Gleichzeitig aber verbringen viele Menschen - und keineswegs nur Jüngere - sehr viel Zeit mit Youtube, Tiktok, Instagram und anderen Social-Apps: 96 Prozent der befragten Jugendlichen und 90 Prozent der Erwachsenen sagten, dass sie unter der Woche täglich soziale Medien nutzen. Bei fast einem Drittel (31 Prozent) der Jugendlichen sind es mehr als drei Stunden pro Tag, bei knapp 50? Prozent zwischen einer und drei Stunden. Am Wochenende verlängern sich die Zeiten dann noch einmal.

Motiv: Angst vor dem Nicht-Dabeisein

Doch warum verbringen so viele Menschen so viel Zeit mit einer Beschäftigung, die sie für schädlich halten? Wößmann geht davon aus, dass die Furcht vor dem Nicht-Dabeisein größer ist als die Vorbehalte: «Man hat die ganze Zeit die Angst, etwas zu verpassen», sagte der Wissenschaftler. «Man sieht schon, dass es einem nicht guttut, aber gleichzeitig will man nicht die oder derjenige sein, die nicht mitbekommen, was in der jeweiligen Gruppe abgeht.»

Die Münchner Bildungsökonomen fragten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur nach den Auswirkungen auf den einzelnen Menschen, sondern auch nach ihrem Gesamturteil: Sind soziale Medien eher gut oder eher schlecht für die Gesellschaft? In dieser Hinsicht fielen die Einschätzungen weniger pessimistisch aus: 45 Prozent der Erwachsenen betrachten laut Umfrage die sozialen Medien eher als Risiko, unter den befragten Jugendlichen waren es lediglich 33 Prozent.

Hol dir den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

<b>Hol dir den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Aktien-Empfehlungen - Dreimal die Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
unterhaltung | 68168341 |

Weitere Meldungen

Gutachter soll tödlichen Unfall mit Fußballtor aufklären Nach dem Unfalltod eines Siebenjährigen herrscht Ratlosigkeit: Wie konnte es zu dem Unglück auf einem Fußballplatz in Erlangen kommen? Ein Gutachter soll Antworten liefern. (Unterhaltung, 23.03.2026 - 08:45) weiterlesen...

Fußballtor-Unfall: Verein trauert um toten Siebenjährigen. Auf dem Vereinsgelände versammeln sich zahlreiche Menschen. Ein junger Spieler stirbt, nachdem ein Tor auf ihn gestürzt ist - die Untersuchungen und Befragungen laufen. (Unterhaltung, 22.03.2026 - 15:27) weiterlesen...

Trauer nach tödlichem Fußballtor-Unfall. Auf dem Vereinsgelände versammeln sich zahlreiche Menschen. Ein Siebenjähriger stirbt, nachdem ein Tor auf ihn gestürzt ist - die Untersuchungen und Befragungen laufen. (Unterhaltung, 22.03.2026 - 12:57) weiterlesen...

Untersuchung nach tödlichem Fußballtor-Unfall läuft. Bis es erste Ergebnisse gibt, wird es aber dauern. Ein Siebenjähriger stirbt, nachdem ein Tor auf ihn gestürzt ist - die Untersuchungen und Befragungen laufen. (Unterhaltung, 22.03.2026 - 11:19) weiterlesen...

Kinderpornografie im Darknet - Hunderte Nutzer identifiziert 373.000 Seiten abgeschaltet, 600 Verdächtige enttarnt: Wie Ermittler eine globale Fake-Shop-Struktur im Darknet sprengten – und welche Spur ins oberbayerische Starnberg führt. (Unterhaltung, 20.03.2026 - 13:04) weiterlesen...

Schlag gegen Kinderpornografie und Betrug im Darknet. Am Ende legen sie mehr als 373.000 kriminelle Seiten lahm. Die Verbrecher nutzten das Leid von Kindern aus. Jahrelang werten Ermittler akribisch Spuren aus, folgen verschleierten Pfaden im Darknet. (Unterhaltung, 20.03.2026 - 11:09) weiterlesen...