Italien, Deutschland

Haftprüfung für Deutsche nach Unfall mit drei Toten

10.07.2023 - 12:10:11 | dpa.de

Eine Deutsche ist in Italien in eine Menschengruppe gerast - ein Kind, sein Vater und seine Oma sind dabei gestorben. Nun soll die Ursache geklärt werden. Es wird auch über Absicht spekuliert.

Ein Krankenwagen und das Auto der Deutschen nach dem Unfall in Santo Stefano di Cadore. - Foto: -/Vigili del fuoco/dpa
Ein Krankenwagen und das Auto der Deutschen nach dem Unfall in Santo Stefano di Cadore. - Foto: -/Vigili del fuoco/dpa

Nach der tödlichen Kollision einer deutschen Autofahrerin mit einer Gruppe Fußgänger in Norditalien laufen die Ermittlungen zum Unfallhergang. Während italienische Medien spekulierten, dass der Unfall mit drei toten Menschen - einem zweijährigen Jungen, dessen Vater und Großmutter - möglicherweise sogar absichtlich provoziert wurde, stand am Montag die Haftprüfung für die 31 Jahre alte Frau aus Niederbayern an. Sie sitzt seit dem Wochenende in einem Frauengefängnis in Venedig in Untersuchungshaft.

Ihr droht eine Anklage wegen mehrfacher Tötung im Straßenverkehr. Giuseppe Triolo, der Pflichtverteidiger der Frau, berichtete laut «Corriere della Sera», dass sich seine Mandantin an nichts erinnere.

Am Donnerstagnachmittag soll die Deutsche im Zentrum der Ortschaft Santo Stefano di Cadore in den Dolomiten mit hoher Geschwindigkeit in eine Familie gerast sein, die dort auf dem Bürgersteig lief. Die beiden Erwachsenen und das Kleinkind wurden voll erfasst und meterweit durch die Luft geschleudert. Der Vater und die Großmutter starben an der Unfallstelle - der kleine Junge wurde in eine Krankenhaus geflogen, konnte aber nicht gerettet werden. Die Mutter wurde verletzt. Der Großvater, der mit etwas Abstand zur Gruppe spaziert war, erlitt laut Berichten einen Herzinfarkt und wurden ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht.

Bilder einer in einer Werkstatt angebrachten Überwachungskamera, die publik gemacht und den Ermittlern übergeben worden waren, zeigten zwar nicht den Aufprall, aber das Unfallauto wenige Augenblicke vor der Kollision um kurz vor 15.15 Uhr. Die Aufnahmen lassen erahnen, dass der Wagen viel zu schnell in der 50-Stundenkilometer-Zone unterwegs war. Laut Medien könnte die Frau bis zu 90 Stundenkilometer schnell gefahren sein.

Auf der Straße seien keine Bremsspuren erkennbar gewesen. Dies könnte theoretisch dafür sprechen, dass die Deutsche eventuell absichtlich in die Leute raste. Oder dass sie abgelenkt war, etwa durch ein Handy - die Polizei überprüft dazu das Smartphone und die Mobilfunkdaten der 31-Jährigen, wie etwa der «Corriere del Veneto» berichtete.

«Wir müssen mit empirischen Daten arbeiten», sagte Staatsanwalt Paolo Luca dem «Corriere» und ergänzte: «Zu diesem Zeitpunkt ist es sinnlos, Rekonstruktionen anzustellen, die sich als irreführend erweisen könnten. Ich kann sagen, dass wir nichts ausschließen, solange wir nicht alle Elemente zusammengefügt haben.»

Hol dir den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

Hol dir den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für immer kostenlos

unterhaltung | 63839573 |

Weitere Meldungen

Unicredit bietet für Commerzbank: «An der Zeit zu reden». Mit einem listigen Manöver will Unicredit-Chef Orcel Commerzbank und Bund zu Gesprächen zwingen. Die italienische Großbank kündigt eine Milliarde-Offerte für Deutschlands zweitgrößte Privatbank an. (Politik, 16.03.2026 - 11:42) weiterlesen...

Unicredit legt Übernahmeangebot für Commerzbank vor. Was hinter dem Angebot steckt und wie es weitergehen könnte. Die italienische Unicredit greift nach der Commerzbank – trotz der Widerstände in Deutschland. (Politik, 16.03.2026 - 08:10) weiterlesen...

Paralympische Winterspiele in Italien offiziell beendet. Die vergangenen zehn Tage boten nicht nur Rekorde und Boykotts. Mit einer Feier unter dem Motto «Italienisches Andenken» gehen die Paralympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo zu Ende. (Sport, 15.03.2026 - 22:14) weiterlesen...

Gold-Mangel: Forster rettet deutschem Para-Team die Bilanz. Die Bilanz fällt trotzdem positiv aus. Am Ende der Winter-Paralympics gibt es nur zweimal Gold für das deutsche Team, das reicht nicht einmal für die Top 10. (Sport, 15.03.2026 - 18:03) weiterlesen...

Goldmangel: Forster rettet deutschem Para-Team Platz zehn. Die Bilanz fällt trotzdem positiv aus. Am Ende der Winter-Paralympics gibt es nur zweimal Gold für das deutsche Team. (Sport, 15.03.2026 - 13:30) weiterlesen...

Tränen zum Abschluss: Alpin-Ass Forster Slalom-Vierte. Im Slalom hat Anna-Lena Forster keinen Grund zum Jubeln. Fahnenträgerin Andrea Rothfuss verabschiedet sich hingegen zufrieden. Bei den Winter-Paralympics sind die Alpin-Wettbewerbe der Frauen beendet. (Sport, 14.03.2026 - 15:09) weiterlesen...