Flughafen Nürnberg sperrt nach Code 7500 den Flugbetrieb
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 04:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Alarmstufen über Korfu und Nürnberg
- Die Boeing 737 von Corendon Airlines startete auf Korfu und setzte im Flug den Code 7500 ab.
- Nach dem Signal war die Crew nicht mehr per Funk erreichbar, weshalb die Maschine in mehreren Lufträumen begleitet wurde.
- Eurofighter des taktischen Luftwaffengeschwaders 74 eskortierten den Jet bis zur Landung in Nürnberg.
- Am Boden warteten starke Polizeikräfte; weitere Untersuchungen des Vorfalls folgen.
Eine Boeing 737 der türkischen Corendon Airlines hat am Dienstag nach einem Entführungsalarm sicher in Nürnberg gelandet.
Funkkontakt bricht nach dem Signal ab
Das Flugzeug war von der griechischen Insel Korfu gestartet. Nach dem Senden des Transpondercodes 7500 konnte die Crew nach Angaben der Polizei nicht mehr über Funk erreicht werden.
Der Code steht im internationalen Luftverkehr für den Verdacht einer Flugzeugentführung. Weil zunächst auch ein gewaltsamer Zugriff auf das Cockpit nicht ausgeschlossen werden konnte, mussten die Verantwortlichen vom Schlimmsten ausgehen.
Kampfjets begleiten den Ferienflieger
Bereits im kroatischen Luftraum nahmen Militärflugzeuge Sichtkontakt zu der Boeing 737 auf und begleiteten sie. Auch Österreich und Deutschland waren in die Sicherheitsmaßnahmen einbezogen.
Im deutschen Luftraum übernahmen Eurofighter des taktischen Luftwaffengeschwaders 74 die Begleitung. Auffälligkeiten im Cockpit wurden dabei nicht beobachtet, eine sofortige Entwarnung war wegen des fehlenden Funkkontakts aber zunächst nicht möglich.
Flughafen Nürnberg abgeriegelt
Am Boden wurde der Nürnberger Flughafen für den Einsatz abgeriegelt. Starke Polizeikräfte erwarteten den Urlauber-Jet, während die Maschine zur Landung geführt wurde.
Nach ersten Ermittlungen geht die Polizei von einem defekten Funkgerät aus. Ein einmal gesendeter Notfallcode kann nach Angaben der Deutschen Flugsicherung nicht zurückgenommen oder ungeschehen gemacht werden.
Notfallcodes dienen der eindeutigen Identifizierung
Der Code 7500 wird über eine Tasteneingabe am Transponder übermittelt und nicht über den Sprechfunk. Das Gerät dient zugleich der eindeutigen Identifizierung eines Flugzeugs und ist für Passagiermaschinen vorgeschrieben.
Weitere Untersuchungen sollen nun den technischen Ablauf und die Ursache des Alarms klären.
Warum der Code 7500 Großalarm auslöst
Der Transpondercode 7500 ist im internationalen Luftverkehr der festgelegte Hinweis auf eine mögliche Flugzeugentführung. Anders als bei einem normalen Funkspruch wird das Signal über den Transponder direkt an die Flugsicherung übermittelt und erscheint dort als sicherheitsrelevante Warnung.
Entscheidend ist die Kombination aus dem Code und dem anschließenden Funkkontaktverlust. Für die beteiligten Stellen bleibt zunächst offen, ob eine technische Störung, eine Fehlbedienung oder ein tatsächlicher Angriff dahintersteckt. Deshalb greifen standardisierte Sicherheitsabläufe: Die Maschine wird beobachtet, Kampfjets können Sichtkontakt herstellen, und der Zielflughafen bereitet sich auf eine kontrollierte Landung vor.
Technischer Defekt mit weitreichenden Folgen
Der Nürnberger Vorfall zeigt, wie schnell eine einzelne technische Störung den gesamten Ablauf eines Flughafens beeinflussen kann. Die Sperrung schützt nicht nur Passagiere und Beschäftigte am Boden, sondern schafft auch Raum für Polizei, Flugsicherung und militärische Kräfte.
Für Reisende bedeutet ein solcher Einsatz zunächst Verspätungen, Umleitungen oder Wartezeiten. Erst wenn die Maschine sicher gelandet, überprüft und die Kommunikationsstörung eingeordnet ist, kann der reguläre Betrieb wieder anlaufen. Die angekündigten weiteren Untersuchungen sollen klären, warum der Code ausgelöst wurde und weshalb die Crew danach nicht erreichbar war.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
DER SPIEGEL: „Albrecht-Dürer-Airport Nürnberg: Darum wurden Eurofighter nach Nürnberg geschickt“ (13.10.2026)
Der Bericht bestätige den ausgelösten Code 7500, den Einsatz der Kampfjets und die Sperrung des Flughafens. Er setze zusätzlich einen Schwerpunkt auf die Funktionsweise des Entführungsalarms und berichte, die Maschine sei nach der Landung zunächst auf einem abgelegenen Vorfeldplatz überprüft worden.
Merkur: „Nach Entführungs-Alarm am Nürnberger Flughafen: Augenzeugen-Aufnahmen aus dem Flieger zeigen Kampfjets“ (13.10.2026)
Der Artikel bestätige den Funkkontaktverlust, die Begleitung durch deutsche und kroatische Kampfjets sowie den Verdacht auf ein defektes Funkgerät. Anders als der Bericht des SPIEGEL richte er den Schwerpunkt auf Augenzeugenaufnahmen und den Ablauf der Entwarnung; die genaue technische Ursache bleibe auch dort Gegenstand weiterer Ermittlungen.
Beide Berichte stimmten beim Ablauf des Alarms, der sicheren Landung und der anschließenden Entwarnung überein. Unterschiede gebe es vor allem bei der Gewichtung: Während der SPIEGEL die Sicherheitsprozedur erkläre, stelle der Merkur die sichtbaren Folgen des Einsatzes heraus.
