Wolfsangriff, Wildpark Johannismühle

Wolfsangriff im Wildpark: Behörde prüft Anlage in Brandenburg

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 18:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ein Mädchen wurde während eines Kinderprogramms in der Polarwolfanlage schwer verletzt. Der Wildpark bleibt geschlossen, bis Sicherheits- und Tierschutzprüfungen abgeschlossen sind.

Folgen für Wildpark Johannismühle

  • Der Landkreis Teltow-Fläming lässt die Sicherheitsvorgaben und betrieblichen Abläufe der Anlage überprüfen.
  • Der Vorfall ereignete sich am 28. Oktober 2026 vor der regulären Öffnung im Rahmen eines Tierpflegertages.
  • Der Wildpark bleibt bis zur Freigabe durch die zuständige Behörde geschlossen.
Nach der Wolfsattacke in einem Wildpark in Brandenburg prüfen Behörden die Anlagen. - Bild: Carsten Koall/dpa

Wolfsangriff im Wildpark Johannismühle

Ein Mädchen ist bei einem gebuchten Kinderprogramm im Wildpark Johannismühle bei Baruth/Mark von Wölfen schwer verletzt worden. Der Landkreis Teltow-Fläming prüft nun die Sicherheitsvorgaben, die betrieblichen Abläufe und die Tierhaltung.

Angriff während der Tierversorgung

Der Vorfall ereignete sich am 28. Oktober 2026 vor der regulären Öffnung des Wildparks während eines Tierpflegertages für Kinder. Nach Angaben des Landkreises griffen die in der Polarwolfanlage gehaltenen Wölfe das Mädchen während der Tränkung der Tiere im Gehege an.

Eine Tierpflegerin griff nach Darstellung der Kreisverwaltung schnell ein und verhinderte weiteres Leid an zwei weiteren Mädchen, die ebenfalls vor Ort waren. Vier Menschen, darunter drei Kinder, wurden durch die Notfallseelsorge betreut.

Wildpark bleibt vorerst geschlossen

Die Anlage bleibt bis zur Freigabe durch die zuständige Behörde geschlossen. Die Polarwolfanlage ist nach Angaben des Landkreises weiterhin entsprechend den regulären Sicherheitsvorkehrungen gesichert.

Das Veterinäramt soll eine tierschutzrechtliche Kontrolle durchführen. Eine fachliche Einschätzung zum Gesundheitszustand und zum Verhalten des Wolfs beziehungsweise der möglicherweise beteiligten Wölfe im Zusammenhang mit dem Vorfall liegt nach Angaben des Landkreises derzeit noch nicht vor.

Letzte Kontrolle ohne sicherheitsrelevante Mängel

Die Betriebsgenehmigung schreibt laut Landkreis vor, dass die Gehege von Raubtieren und Wisenten täglich auf mögliche Schwachstellen überprüft werden. Der Wildpark habe zudem angegeben, die sicherheitsrelevanten Zäune jeden Morgen vor der Öffnung auf Schäden zu kontrollieren.

Bei einer Überprüfung am 23. Juli 2025 seien keine sicherheitsrelevanten Mängel an Zäunen oder Einfriedungen festgestellt worden. Die Behörden wollen nun klären, ob Anpassungen an den Sicherheitsvorgaben oder den betrieblichen Abläufen erforderlich sind.

Der Angriff ereignete sich während eines gebuchten Tierpflegertages, bei dem Kinder die Arbeit von Tierpflegern begleiten können. Solche Angebote verbinden pädagogische Einblicke mit dem unmittelbaren Kontakt zu Tierhaltungsanlagen und stellen deshalb besondere Anforderungen an Einweisung, Zugangskontrolle und Aufsicht.

Für die behördliche Prüfung stehen nun mehrere Ebenen nebeneinander: die bauliche Sicherung der Polarwolfanlage, die täglichen Kontrollen, die Abläufe bei der Versorgung der Tiere und die Frage, wie Kinder während des Programms geschützt wurden. Auch der Gesundheitszustand und das Verhalten des beteiligten Wolfs beziehungsweise der beteiligten Wölfe sollen fachlich bewertet werden.

Sicherheitsprüfung vor Wiedereröffnung

Der Wildpark bleibt bis zur Freigabe durch die zuständige Behörde geschlossen. Das Veterinäramt prüft zusätzlich tierschutzrechtliche Aspekte. Für Besucher und Familien ist damit vor allem entscheidend, welche konkreten Maßnahmen die Behörden aus der Untersuchung ableiten und unter welchen Bedingungen der Betrieb wieder aufgenommen werden kann.

Der Landkreis verweist zugleich darauf, dass bei einer Überprüfung im Juli 2025 keine sicherheitsrelevanten Mängel an Zäunen oder Einfriedungen festgestellt worden seien. Die aktuelle Untersuchung muss daher auch klären, ob der Vorfall mit den bestehenden technischen Sicherungen, den betrieblichen Abläufen oder dem konkreten Ablauf des Kinderprogramms zusammenhing.

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