Wildpark Johannismühle: Achtjähriges Mädchen schwer verletzt
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 14:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWSErmittlungen und Rettungseinsatz in Baruth
- Die Polizei leitete Ermittlungen ein und prüft, ob Fahrlässigkeit vorlag.
- Das Mädchen wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.
- Der Wildpark Johannismühle erklärte seine Unterstützung für die betroffene Familie.
Mädchen bei Angriff in Wildpark schwer verletzt
Ein achtjähriges Mädchen ist in einem Tiergehege des Wildparks Johannismühle bei Baruth/Mark von mindestens einem Wildtier angegriffen und schwer verletzt worden. Die Polizei ermittelt, ob Fahrlässigkeit vorlag.
Weitere Kinder blieben äußerlich unverletzt
Das Mädchen hielt sich nach Polizeiangaben mit zwei weiteren Kindern und einer Mitarbeiterin in dem Gehege auf. Die anderen Personen blieben äußerlich unversehrt.
Rettungshubschrauber brachte Kind ins Krankenhaus
Das verletzte Kind war als Besucherin in dem privaten Wildpark. Ein Rettungshubschrauber brachte es zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus.
Polizei nennt Tierart zunächst nicht
Um welches Wildtier es sich handelte, teilte die Polizei nicht mit. Auf den Internetseiten des Wildparks werden unter anderem Grau- und Polarwölfe, ein Braunbär und ein Luchs genannt.
Wildpark kooperiert mit Behörden
Der Wildpark erklärte, vollständig mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Wegen der laufenden Verfahren machte die Einrichtung keine weiteren Angaben und sprach der betroffenen Familie ihre Unterstützung aus.
Der Vorfall im Wildpark Johannismühle berührt zwei Ebenen: die akute Versorgung eines schwer verletzten Kindes und die Frage, wie Besucher in Gehegen mit Wild- und Raubtieren geschützt werden. In solchen Anlagen müssen Betreiber Besucherbereiche, Tiergehege und interne Abläufe so trennen, dass auch bei einem unvorhergesehenen Verhalten eines Tieres möglichst kein direkter Kontakt entsteht.
Die Polizei prüft, ob Fahrlässigkeit vorlag. Dafür dürfte entscheidend sein, wie das Mädchen, die beiden anderen Kinder und die Mitarbeiterin in das Gehege gelangten, welche Sicherungen bestanden und ob Warn- oder Zutrittsregeln eingehalten wurden. Aus dem laufenden Verfahren lässt sich noch keine rechtliche Bewertung ableiten.
Folgen für den Wildpark
Für den Wildpark können sich aus dem Angriff vorübergehende Einschränkungen des Betriebs und zusätzliche behördliche Prüfungen ergeben. Besonders relevant ist, um welche Tierart es sich handelte und unter welchen Umständen es zum Angriff kam. Diese Angaben bestimmen, welche Sicherheitsmaßnahmen, Genehmigungen und Verantwortlichkeiten im weiteren Verlauf geprüft werden.
Für Besucher steht zunächst die medizinische Versorgung des Kindes im Mittelpunkt. Zugleich zeigt der Fall, dass Tierparks ihre Schutzkonzepte nicht nur an den regulären Besuchsabläufen, sondern auch an Gruppen mit Kindern und betreuten Angeboten ausrichten müssen. Konkrete Konsequenzen werden erst nach Abschluss der Ermittlungen und einer Bewertung der Abläufe feststehen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
FOCUS online: „Kind wird in Wildpark von Wolf attackiert und verletzt“ (28.10.2026)
Der Beitrag berichtet über den Angriff im Wildpark Johannismühle und ordnet ihn unter Berufung auf andere Berichte einem Wolf zu. Zugleich wird dargestellt, dass die Polizei von einem oder mehreren Tieren gesprochen habe; der Artikel nennt außerdem den Einsatz eines Rettungshubschraubers.
Stern: „Brandenburg: Mädchen bei Tierangriff in Wildpark schwer verletzt“ (28.10.2026)
Der Stern hebt hervor, dass die Polizei die Tierart zunächst nicht genannt habe und der Ablauf des Angriffs offen sei. Damit setzt der Beitrag einen anderen Schwerpunkt als FOCUS online und lässt insbesondere die Identifizierung des Tieres als offene Frage stehen.
Beide Beiträge bestätigen den Angriff und die schwere Verletzung; Unterschiede bestehen vor allem bei der Einordnung als mögliche Wolfsattacke und bei der Darstellung noch offener Ermittlungsdetails.
