Ted Bundy: DNA klärt Mord in Utah nach 52 Jahren
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 04:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWSUtahs Cold Cases führen zu Ted Bundy
- Ermittler in Park City ordneten den Mord an Laura Aime nach einem DNA-Treffer Ted Bundy zu.
- Melissa Ann Smith wurde am 27. Oktober 1974 in Salt Lake County tot gefunden.
- Die Polizei prüft eine mögliche Verbindung Bundys zu einem weiteren Mord an einer 16-Jährigen.
DNA-Treffer klärt Mordfall in Utah
Der US-Serienmörder Ted Bundy ist 52 Jahre nach dem ungeklärten Tod der Teenagerin Laura Aime im Bundesstaat Utah als Täter identifiziert worden. Ein DNA-Abgleich brachte den Durchbruch, wie Ermittlungsbehörden bei einer Pressekonferenz in Park City mitteilten.
Zwei Morde mit ähnlichem Tatmuster
Die Ermittler brachten zunächst zwei Fälle miteinander in Verbindung. Sheriff Kacey Bates aus Summit County sagte, alle Beweise seien zusammengeführt worden, sodass Bundy auch im zweiten Fall posthum als Täter überführt werden konnte.
Am 27. Oktober 1974 entdeckten Jäger in einem Waldstück im Salt Lake County die Leiche der 17-jährigen Melissa Ann Smith. Einen Monat später wurde die gleichaltrige Laura Aime am Straßenrand eines Highways im Utah County gefunden. Sie war nach einer Halloween-Party verschwunden und ebenfalls ermordet worden.
DNA-Datenbank liefert den entscheidenden Hinweis
Im April 2026 führte ein Treffer in einer DNA-Datenbank zur zweifelsfreien Zuordnung Bundys im Fall Aime. Der Serienmörder war zu diesem Zeitpunkt bereits 37 Jahre tot.
Nach dem Durchbruch wurden auch die Akten zum Mord an Melissa Ann Smith erneut geöffnet. Ein Gentest lieferte schließlich auch in diesem Fall Gewissheit. Sheriff Rosie Rivera aus Salt Lake County verwies darauf, dass Fortschritte in der forensischen Kriminaltechnik die erneute Untersuchung jahrzehntealter Beweismittel ermöglichen.
Bundy wurde 1989 hingerichtet
Bundy hatte in den 1970er Jahren zahlreiche Frauen vergewaltigt und getötet. Vor seiner Hinrichtung gestand er mehr als 30 Morde in mehreren Bundesstaaten.
Seine Festnahme erfolgte 1978, nachdem ein Mädchen aus Florida, die Tochter eines Polizisten, das Kennzeichen seines weißen Kleinbusses erkannt hatte. Bundy wurde zum Tode verurteilt und 1989 hingerichtet.
Weitere Verbindung wird untersucht
Die Ermittlungen in Utah sind noch nicht abgeschlossen. Nach Angaben der Behörden führt eine weitere Spur zu dem Mord an einem 16-jährigen Mädchen, der seit 1974 ungelöst ist.
Ob Bundy auch für diesen Fall verantwortlich war, prüfen die Ermittler weiter.
Die Aufklärung der beiden Morde zeigt, welche Bedeutung gesicherte Spuren für sogenannte Cold Cases behalten können. In den 1970er Jahren standen den Ermittlern weder heutige DNA-Datenbanken noch moderne Methoden zur Auswertung kleinster biologischer Spuren zur Verfügung. Beweismittel, die damals keinen Täter identifizieren konnten, können Jahrzehnte später entscheidende Hinweise liefern.
Der Fall ist zudem eng mit der Geschichte Ted Bundys verbunden. Der Serienmörder wurde 1978 festgenommen, nachdem ein Mädchen in Florida das Kennzeichen seines Wagens erinnert hatte. Bundy wurde 1989 hingerichtet; seine Geständnisse zu mehr als 30 Morden hatten bereits zuvor ein Bild seines umfangreichen Tatkomplexes ergeben.
DNA-Technik verändert Cold-Case-Ermittlungen
Für Angehörige bedeutet eine späte Identifizierung vor allem Gewissheit über das Schicksal der Opfer. Zugleich können neue Zuordnungen die historische Bewertung eines Täters verändern, weil sie ungeklärte Fälle mit einem bereits bekannten Serienmörder verbinden.
In Utah prüfen die Ermittler nach der Zuordnung zu Smith und Aime nun einen weiteren Mord an einem 16-jährigen Mädchen aus dem Jahr 1974. Sollte sich auch dieser Verdacht erhärten, könnte die Zahl der Bundy zugeschriebenen Taten weiter steigen. Der Vorgang macht zugleich deutlich, warum Behörden alte Asservate sichern und ungelöste Fälle regelmäßig erneut untersuchen.
