Ed Sheeran, Macklemore

Ed Sheeran US-Tour: Popstar erklärt Ausschluss von Macklemore und spricht über Nahost-Konflikt

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 04:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Beim ersten Konzert nach dem Ausschluss von US-Rapper Macklemore aus seiner US-Tour hat Ed Sheeran in Philadelphia die Entscheidung und die politische Debatte um den Nahost-Konflikt kommentiert. Der Popstar trat ohne Voract auf und sprach von schwierigen Entscheidungen und dem Wunsch nach sicheren Konzertorten für alle.

  • Zum ersten Mal nach der Kontroverse um Macklemore ist Popstar Sheeran wieder aufgetreten. (Archivbild) - Bild: Joel C Ryan/AP/dpa
    Zum ersten Mal nach der Kontroverse um Macklemore ist Popstar Sheeran wieder aufgetreten. (Archivbild) - Bild: Joel C Ryan/AP/dpa
  • Sorgt erneut mit seiner propalästinensischen Haltung für Aufsehen: US-Musiker Macklemore. (Archivbild) - Bild: Britta Pedersen/dpa
    Sorgt erneut mit seiner propalästinensischen Haltung für Aufsehen: US-Musiker Macklemore. (Archivbild) - Bild: Britta Pedersen/dpa
Zum ersten Mal nach der Kontroverse um Macklemore ist Popstar Sheeran wieder aufgetreten. (Archivbild) - Bild: Joel C Ryan/AP/dpa Sorgt erneut mit seiner propalästinensischen Haltung für Aufsehen: US-Musiker Macklemore. (Archivbild) - Bild: Britta Pedersen/dpa

Ed Sheeran hat beim ersten Konzert nach dem Ausschluss von US-Rapper Macklemore aus dem Vorprogramm seiner US-Tour in Philadelphia ausführlich zu der Kontroverse Stellung bezogen.

Sheeran entschuldigt sich und spricht von schwierigen Entscheidungen

Der 35-jährige Popstar wandte sich vor Beginn des Konzerts in der US-Ostküstenmetropole an sein Publikum und kündigte an, zunächst einige Worte zur vergangenen Woche sagen zu wollen. Er berichtete, dass er zwar gewohnt sei, Kritik an seiner Musik zu erhalten, in diesem Fall aber Kritik zu „etwas viel Wichtigerem“ erlebt habe. Er habe schwierige Entscheidungen treffen müssen, mache Fehler und es tue ihm „so, so leid“.

Konzerte als sichere Orte – Auftritt ohne Vorprogramm

Sheeran betonte, er wolle, dass seine Konzerte sichere Orte für alle seien, er wolle kein Aktivist sein und seine Fans nicht enttäuschen. Vor diesem Hintergrund sei er an diesem Abend alleine auf der Bühne und setze seine „Loop“-Tour ohne Vorprogramm fort. Der Ausschluss Macklemores war nach propalästinensischen Äußerungen des US-Rappers erfolgt.

Aussagen zum Nahost-Konflikt und Proteste vor dem Stadion

Nach eigenen Worten sah sich Sheeran durch die Vorgänge „in die Mitte eines wichtigen und leidenschaftlichen Arguments über die Redefreiheit und das komplexeste politische Thema des Planeten“ gestellt. Anschließend verurteilte er sowohl das Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel als auch das israelische Vorgehen im Gazastreifen scharf. Vor dem Stadion in Philadelphia hatten sich US-Medienangaben zufolge propalästinensische Demonstranten versammelt.

Solidarisierung mit Macklemore und Rolle des Veranstalters

Macklemore hatte Anfang der Woche mitgeteilt, dass er nach seinen propalästinensischen Äußerungen aus dem Vorprogramm der restlichen „Loop“-Tour von Sheeran gestrichen worden sei. Mehrere Musiker solidarisierten sich daraufhin mit ihm und sagten ihre geplanten Auftritte als Support-Acts ab. Sheeran hatte zugleich hervorgehoben, die Entscheidung zum Ausschluss Macklemores sei vom Tourveranstalter getroffen worden und nicht von ihm selbst.

Kontroverse um Tournee vor dem Hintergrund des Nahost-Konflikts

Die Entscheidung, US-Rapper Macklemore nach propalästinensischen Äußerungen aus dem Vorprogramm der laufenden US-Tour von Ed Sheeran zu streichen, spiegelt die hohe Sensibilität wider, mit der Kulturveranstalter derzeit auf Äußerungen zum Nahost-Konflikt reagieren. Künstler geraten zunehmend in den Fokus politischer Debatten, insbesondere wenn sie Positionen zum Krieg zwischen Israel und der Hamas oder zur Lage im Gazastreifen äußern. In diesem Umfeld versuchen große Tourproduktionen, Reputationsrisiken und mögliche Proteste zu begrenzen.

Ed Sheeran beschreibt, wie ihn die Vorgänge „in die Mitte eines wichtigen und leidenschaftlichen Arguments über die Redefreiheit und das komplexeste politische Thema des Planeten“ gestellt haben. Damit benennt er den Konflikt zwischen dem Anspruch auf freie Meinungsäußerung und dem Bedürfnis, Konzerte als sichere, möglichst konfliktarme Räume zu erhalten. Seine gleichzeitige scharfe Verurteilung sowohl des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 als auch des israelischen Vorgehens im Gazastreifen zeigt den Versuch, eine ausgewogene, menschenrechtsorientierte Haltung einzunehmen, ohne sich als Aktivist zu definieren.

Auswirkungen auf Tourplanung und Musikbranche

Die Solidaritätsbekundungen anderer Musiker mit Macklemore, die ihre Auftritte als Support-Acts absagten, verdeutlichen, wie stark politische Positionierungen inzwischen auch die personelle Besetzung großer Tourneen beeinflussen. Für Fans kann dies kurzfristige Änderungen im Line-up bedeuten, für Veranstalter erhöhten organisatorischen Druck. Zugleich zeigt der erste Solo-Auftritt Sheerans in Philadelphia, dass Tourneen trotz Kontroversen fortgeführt werden, während die Debatten über Verantwortung von Künstlern, Grenzen des Aktivismus und den Umgang mit Kritik im Hintergrund weiterlaufen.

Bedeutung für das Publikum

Für Konzertbesucher macht die Entwicklung deutlich, dass große Pop-Events nicht mehr losgelöst von globalen Konfliktenenen wahrgenommen werden. Aussagen von Künstlern zum Nahost-Konflikt können Proteste vor Veranstaltungsorten auslösen, wie die propalästinensischen Demonstranten vor dem Stadion in Philadelphia zeigen. Gleichzeitig betont Sheeran seinen Anspruch, Konzerte als geschützten Raum für alle Fans zu gestalten. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, wie Musikveranstaltungen künftig mit politischen Spannungen umgehen, ohne die künstlerische Freiheit oder die Sicherheit und Vielfalt des Publikums zu gefährden.

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