Ecuador, Drogenhandel

Ecuador Kokain-Razzia: Polizei beschlagnahmt 2,93 Tonnen nahe Manta

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 20:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nahe der Küstenstadt Manta hat die Polizei in zwei Einsätzen fast drei Tonnen Kokain aus unterirdischen Verstecken geholt und damit ein wichtiges Drogenkartell getroffen. Die Behörden sehen darin einen schweren finanziellen Schlag gegen die Organisation Los Choneros.

In Ecuador hat die Polizei in zwei Razzien insgesamt fast drei Tonnen Kokain sichergestellt. (Archivbild) - Bild: Marcus Brandt/dpa
In Ecuador hat die Polizei in zwei Razzien insgesamt fast drei Tonnen Kokain sichergestellt. (Archivbild) - Bild: Marcus Brandt/dpa

In der ecuadorianischen Küstenprovinz Manabí hat die Polizei nahe der Stadt Manta in zwei Razzien insgesamt 2,93 Tonnen Kokain aus unterirdischen Verstecken beschlagnahmt.

Polizei meldet Schlag gegen Drogenstrukturen

Nach Angaben der Polizei wurde das Kokain in der Nähe der Ortschaften Pacoche und Ligüiqui entdeckt. Die Behörde erklärte auf der Plattform X, mit dem Einsatz seien kriminelle Strukturen des Drogenhandels geschwächt und verhindert worden, dass die Drogen in illegale Vertriebskreisläufe gelangen.

Ecuadors Innenminister John Reimberg ordnete die sichergestellte Ware der kriminellen Organisation Los Choneros zu. In einem vor Ort aufgenommenen und über X verbreiteten Video sagte er, nach dem Aufspüren der Verstecke sei die Zeit des Verbrechersyndikats in der Provinz Manabí abgelaufen.

Unterschiedliche Angaben zum Marktwert

Zum geschätzten Marktwert des Kokains nannten die Behörden abweichende Zahlen. Die Polizei bezifferte den Wert auf umgerechnet 75,7 Millionen Euro. Reimberg sprach hingegen von rund 104 Millionen Euro, die dem Syndikat durch die Beschlagnahme entzogen würden.

Zwei nächtliche Razzien

Die erste Razzia fand in der Nacht auf Samstag statt. Dabei stießen die Beamten auf ein unterirdisches Versteck mit 55 Jutesäcken, in denen sich 1.343 Pakete Kokain mit einem Bruttogewicht von 1,51 Tonnen befanden. Um Zugang zu dem Versteck zu erhalten, setzte die Polizei Sprengstoff ein.

In der Nacht auf Sonntag entdeckten Einsatzkräfte im Rahmen fortgesetzter Ermittlungen in derselben Gegend ein weiteres Versteck. Dort lagen 42 Jutesäcke mit insgesamt 1.250 Päckchen Kokain und einem Bruttogewicht von 1,41 Tonnen.

Ermittlungen nach vertraulichen Hinweisen

Den Einsätzen gingen laut Polizei umfangreiche Ermittlungen und die Auswertung vertraulicher Informationen voraus. Auf dieser Grundlage konnten die Fundorte in der Nähe von Pacoche und Ligüiqui lokalisiert werden.

Ecuador gilt seit einiger Zeit als wichtiges Transitland für Kokain aus den Nachbarstaaten Kolumbien und Peru. Die Sicherheitslage hat sich dadurch deutlich verschlechtert, insbesondere in den Küstenprovinzen, in denen rivalisierende kriminelle Gruppen um Kontrolle über Routen und Umschlagplätze kämpfen.

Strategische Bedeutung der Beschlagnahme

Die Sicherstellung von 2,93 Tonnen Kokain in der Provinz Manabí verdeutlicht die zentrale Rolle Ecuadors im internationalen Kokainhandel. Die Küstenregion um Manta gilt seit Jahren als logistischer Umschlagplatz, über den Drogen aus Kolumbien und Peru in Richtung Mittelamerika und Europa transportiert werden. Der Fund in unterirdischen Verstecken mit hunderten Jutesäcken zeigt, wie stark der Handel industrialisiert und arbeitsteilig organisiert ist.

Los Choneros als dominierendes Kartell

Die Zuordnung der sichergestellten Drogen zur Organisation Los Choneros unterstreicht den Einfluss dieser Gruppe auf die Gewalt- und Kriminalitätslage in Ecuador. Das Syndikat ist in mehreren Küstenprovinzen aktiv und wird mit Auftragsmorden, Entführungen und Erpressung in Verbindung gebracht. Die Aussage des Innenministers, die Zeit des Syndikats in Manabí sei abgelaufen, markiert einen politischen Anspruch, den Sicherheitsapparat entschlossener gegen die Strukturen dieser Organisation auszurichten.

Konsequenzen für Sicherheit und internationale Zusammenarbeit

Die Beschlagnahme hat kurz- bis mittelfristig finanzielle Auswirkungen auf die beteiligten kriminellen Netzwerke, da der finanzielle Schaden im zweistelligen Millionenbereich liegt. Zugleich weist der Fall auf eine intensivierte Ermittlungsarbeit hin, bei der vertrauliche Hinweise und technische Mittel wie Sprengstoffeinsatz zur Öffnung der Verstecke kombiniert werden. Für Leserinnen und Leser bedeutet dies, dass Ecuador weiterhin ein Brennpunkt des internationalen Drogenhandels bleibt, die Behörden jedoch versuchen, mit groß angelegten Operationen gegenzusteuern und internationale Lieferketten zu stören.

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