Durchschnittsalter: Hamburg jüngstes Bundesland – Sachsen-Anhalt am ältesten
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 10:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWSHamburg hatte Ende 2025 die jüngste Bevölkerung aller deutschen Bundesländer, während Sachsen-Anhalt im Durchschnitt die ältesten Einwohner hatte.
Stadtstaaten mit jüngster Bevölkerung
Nach Daten des Statistischen Bundesamts waren die Menschen in Hamburg im Schnitt 42,3 Jahre alt. Es folgten Berlin mit 42,8 Jahren und Bremen mit 43,2 Jahren.
Den höchsten Durchschnitt verzeichnete Sachsen-Anhalt mit 48,4 Jahren. In Mecklenburg-Vorpommern lag das Durchschnittsalter bei 48,3 Jahren, in Thüringen bei 48,2 Jahren.
Mecklenburg-Vorpommern altert am stärksten
Innerhalb von 15 Jahren nahm das Durchschnittsalter in Mecklenburg-Vorpommern am stärksten zu. Gegenüber 2011 stieg es dort um 2,5 Jahre.
In Bremen ging das Durchschnittsalter dagegen um 0,7 Jahre zurück. Die Bevölkerung des Stadtstaats wurde damit im Schnitt etwas jünger.
Deutschlandweit mehr als ein Jahr älter
In Deutschland insgesamt stieg das Durchschnittsalter von 43,9 Jahren im Jahr 2011 auf 45 Jahre Ende 2025.
Ländliche Gemeinden besonders betroffen
Je ländlicher eine Gemeinde ist, desto stärker alterte ihre Bevölkerung im betrachteten Zeitraum. In Großstädten nahm das Durchschnittsalter nur von 43,2 auf 43,5 Jahre zu.
In Landgemeinden stieg es dagegen um 2,5 Jahre von 44,3 auf 46,8 Jahre. Kleinstädte verzeichneten einen Anstieg um 2,2 Jahre von 44,1 auf 46,3 Jahre; in Mittelstädten mit 20.000 bis 100.000 Einwohnern nahm es um 1,6 Jahre von 43,8 auf 45,4 Jahre zu.
Das Statistische Bundesamt wertete dafür Daten von rund 10.500 Gemeinden aus.
Stadtstaaten profitieren von Zuzug
Die Unterschiede beim Durchschnittsalter spiegeln vor allem die räumliche Verteilung von Arbeitsplätzen, Hochschulen und Bildungsangeboten wider. Großstädte ziehen überdurchschnittlich viele jüngere Erwachsene an. Gleichzeitig leben dort auch viele Menschen allein, während Familien mit Kindern häufiger ins Umland oder in kleinere Gemeinden ziehen.
Die hohen Werte in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen stehen im Zusammenhang mit langfristigen Wanderungsbewegungen und demografischen Folgen der deutschen Teilung. Viele jüngere Menschen verließen ostdeutsche Flächenländer nach der Wiedervereinigung; zugleich rückten geburtenschwächere Jahrgänge nach. Dass Mecklenburg-Vorpommern seit 2011 besonders stark gealtert ist, unterstreicht die anhaltende regionale Verschiebung.
Folgen für Kommunen und Arbeitsmarkt
Die Entwicklung betrifft nicht nur die Altersstruktur. In älteren und ländlicheren Regionen steigt der Bedarf an Pflege, medizinischer Versorgung und barrierearmen Wohnungen, während Schulen und Kindertagesstätten vielerorts weniger Kinder erreichen. Größere Entfernungen erschweren zudem den Zugang zu Bus, Bahn und Verwaltungsangeboten.
Für Unternehmen verschärft eine alternde Bevölkerung den Wettbewerb um Beschäftigte. Kommunen müssen daher gleichzeitig Fachkräfte gewinnen, den Verbleib älterer Menschen ermöglichen und ihre Infrastruktur an eine teilweise schrumpfende Bevölkerung anpassen. Für Bürgerinnen und Bürger können daraus längere Wege zu Versorgungseinrichtungen und ein höherer Unterstützungsbedarf im Alltag entstehen.
