Deutschland, Kriminalität

Gewalt gegen Frauen nimmt zu: Hubig kündigt Reformen an

21.11.2025 - 03:00:09 | dpa.de

Die meisten Opfer häuslicher Gewalt sind Frauen. Um sie besser zu schützen, kündigt die Justizministerin nach der Fußfessel weitere Maßnahmen an. Was die SPD-Politikerin in Aussicht stellt.

  • Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will härtere Strafen für Vergewaltiger, die ihren Opfern K.-o.-Tropfen verabreicht haben. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa
    Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will härtere Strafen für Vergewaltiger, die ihren Opfern K.-o.-Tropfen verabreicht haben. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa
  • Von häuslicher Gewalt sind vor allem Frauen und Mädchen betroffen. (Symbolbild) - Bild: Maurizio Gambarini/dpa
    Von häuslicher Gewalt sind vor allem Frauen und Mädchen betroffen. (Symbolbild) - Bild: Maurizio Gambarini/dpa
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will härtere Strafen für Vergewaltiger, die ihren Opfern K.-o.-Tropfen verabreicht haben. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa Von häuslicher Gewalt sind vor allem Frauen und Mädchen betroffen. (Symbolbild) - Bild: Maurizio Gambarini/dpa

Nach der vom Kabinett beschlossenen Einführung der elektronischen Fußfessel plant Bundesjustizministerin Stefanie Hubig weitere Reformen, um Frauen besser vor Gewalt durch Partner, Ex-Partner und Fremde zu schützen. «Die Zahlen des Bundeskriminalamts zeigen eine sehr bittere Wahrheit über unser Land: Die Fälle häuslicher Gewalt nehmen zu», sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Im vergangenen Jahr sei ein erheblicher Anstieg festgestellt worden. «Im Fünfjahresvergleich sehen wir einen steilen Anstieg um rund 18 Prozent», fügte sie hinzu. Die überwiegende Zahl der Betroffenen häuslicher Gewalt seien Frauen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) stellt an diesem Freitag in Berlin die Bundeslagebilder «Häusliche Gewalt 2024» und «Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten 2024» bei einer Pressekonferenz in Berlin vor. Zu häuslicher Gewalt hatte das BKA bereits im August aktuellere Zahlen für 2024 veröffentlicht. Demnach gab es mehr als 187.000 weibliche Opfer häuslicher Gewalt, die der Polizei bekannt wurden. Insgesamt waren 266.000 Menschen davon betroffen, so viele wie noch nie. 

Taten unter Einsatz von K.-o.-Tropfen

«Wir müssen mehr tun, um Frauen zu schützen - häusliche Gewalt ist kein Schicksal», betonte Hubig. Die am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossene Einführung der elektronischen Aufenthaltsüberwachung (Fußfessel) für Gewalttäter werde deshalb nur eine von vielen Maßnahmen sein. Geplant seien außerdem Verschärfungen des Strafrechts, etwa bei Vergewaltigungen unter Einsatz sogenannter K.-o.-Tropfen. Gleichzeitig müsse der Opferschutz verstärkt werden.

Betroffene von häuslicher Gewalt müssten zudem ein Recht auf fachkundige psychosoziale Begleitung während des Prozesses erhalten. «Ich werde schon sehr bald Gesetzentwürfe dazu vorlegen», kündigte die Justizministerin an. Frauen müssten zu Hause sicher sein und sich im öffentlichen Raum genauso frei bewegen können wie Männer.

de | unterhaltung | 68376375 |

Weitere Meldungen

Zeuge im Block-Prozess: Wollte Eltern an einen Tisch bringen. Als Zeuge schildert er, wie er zwischen den zerstrittenen Eltern Brücken bauen wollte. Ein Kinderpsychologe hat Christina Block, die keinen Kontakt zu ihren Kindern in Dänemark hatte, oft beraten. (Unterhaltung, 11.06.2026 - 12:07) weiterlesen...

Hohe Schadenersatzklagen gegen Sparkasse nach Einbruchscoup. In zwei Klagen am Landgericht Essen geht es um hohe Summen. Nach dem filmreifen Einbruch in die Gelsenkirchener Sparkasse Ende 2025 verlangen die ersten geschädigten Kunden Schadenersatz. (Unterhaltung, 11.06.2026 - 04:00) weiterlesen...

Erneut Anklage gegen «Maschsee-Mörder» erhoben. Nun wurde in Düsseldorf Anklage gegen ihn erhoben. Nach seiner Haftentlassung soll der sogenannte Maschsee-Mörder aus Hannover erneut schwere Straftaten begangen haben. (Unterhaltung, 10.06.2026 - 17:50) weiterlesen...

Erste Zivilprozesse um Sparkassen-Einbruch starten. In zwei Klagen am Landgericht Essen geht es um hohe Summen. Nach dem filmreifen Einbruch in die Gelsenkirchener Sparkasse Ende 2025 verlangen die ersten geschädigten Kunden Schadenersatz. (Unterhaltung, 10.06.2026 - 17:30) weiterlesen...

Fall Fabian: Smartphone der Angeklagte als Spurenquelle. Sie geben detailreich Aufschluss über die Aktivitäten der Angeklagten vor und nach dem Tod des Jungen. Im Fall des getöteten achtjährigen Fabian spielen Tausende Chatnachrichten eine wichtige Rolle. (Unterhaltung, 09.06.2026 - 12:20) weiterlesen...

«Unschuldige in großer Zahl töten» - Urteil zu Anschlagsplan. Wie Ermittler den Anschlag zufällig verhinderten - und welche Strafe das Gericht verhängte. Zwei Männer wollten ein Blutbad anrichten und möglichst viele Menschen töten. (Politik, 08.06.2026 - 17:20) weiterlesen...