Hamburg, Deutschland

Block-Prozess: Israelischer Firmenchef vernommen

18.11.2025 - 17:03:46 | dpa.de

Die Block-Kinder sollen an Silvester 2023/24 von einer israelischen Sicherheitsfirma aus der Obhut ihres Vaters entführt worden sein. Nun hat der Firmenchef bei der Staatsanwaltschaft ausgesagt.

Im Zuge des Prozesses gegen die Unternehmerin Christina Block wegen Kindesentziehung ist der Chef einer israelischen Sicherheitsfirma von der Hamburger Staatsanwaltschaft vernommen worden. Sie könne bestätigen, dass der Beschuldigte zwischenzeitlich vernommen worden sei, teilte Oberstaatsanwältin Mia Sperling-Karstens mit. Zuvor hatten «Bild» und «Spiegel» berichtet.

Die israelische Sicherheitsfirma soll den damals zehnjährigen Sohn und die 13-jährige Tochter aus der Obhut des in Dänemark lebenden Vaters entführt und nach Deutschland gebracht haben. Nach Blocks Angaben sollte die Firma nur die IT-Sicherheit im Hotel Grand Elysée verbessern. Die Rückholaktion hätten die Israelis auf eigene Faust und ohne ihr Wissen gemacht.

Der Firmenchef, nach dem gefahndet worden war, gehört nicht zu den Angeklagten in dem aktuellen Prozess. Er ist ein «gesondert Verfolgter». Ihm wird vorgeworfen, den Auftrag zur Entführung der Kinder angenommen und gemeinsam mit mehreren weiteren Tatverdächtigen ausgeführt zu haben. 

Kontaktaufnahme der Verteidigung

Die Vernehmung betreffe mehrere gegen den Beschuldigten bei der Staatsanwaltschaft Hamburg geführte Ermittlungsverfahren, hieß es weiter von der Staatsanwaltschaft. Vorausgegangen sei eine Kontaktaufnahme der Verteidigung des Mannes, «in deren Folge die Staatsanwaltschaft Sicheres Geleit (§ 295 der Strafprozessordnung) für den Beschuldigten beantragt und das zuständige Ermittlungsgericht einen entsprechenden Beschluss erlassen hat». 

Die Fahndung nach ihm sei aufgehoben worden. Sollte der Beschuldigte «Anstalten treffen, sich dem Verfahren zu entziehen (wofür derzeit keinerlei Anhaltspunkte vorliegen), würde die Staatsanwaltschaft die Fahndung nach dem Beschuldigten wiederaufleben lassen.»

Zum Inhalt der Aussage wollte Sperling-Karstens keinerlei Auskünfte geben und verwies auf das laufende Ermittlungsverfahren. 

Folgen für Prozessverlauf noch unklar

Von einer Sprecherin des Landgerichts hieß es, das Gericht habe seit Kurzem Kenntnis davon, dass der gesondert Verfolgte als Beschuldigter vernommen worden sei. «Es können derzeit keine Auskünfte dazu erteilt werden, ob und wenn ja, welchen Einfluss das auf den Verlauf der Hauptverhandlung haben wird.»

Die Tochter des Gründers der Restaurantkette «Block House», Eugen Block, ist angeklagt, während eines langen Sorgerechtsstreits den Auftrag zur Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in der Silvesternacht 2023/24 in Auftrag gegeben zu haben. 

Angeklagter aus Israel geständig

Unter den sechs Mitangeklagten ist ein 36-jähriger Israeli, der seine Beteiligung an der Rückholaktion umfassend gestanden hat. Bei seiner Aussage hat er auch die Namen der mutmaßlichen Mittäter aus Israel genannt. Die Staatsanwaltschaft fahndet nach der Vernehmung des Beschuldigten nun noch nach fünf anderen Israelis. Christina Blocks Lebensgefährte Gerhard Delling (66) ist wegen Beihilfe angeklagt. Der frühere Sportmoderator bestreitet, etwas Unrechtes getan zu haben.

Anzeige

Der wahre Reichtum entsteht meist abseits des Rampenlichts. Nutzt du schon das Wissen der Profis?

Während die Öffentlichkeit auf den Glamour schaut, vermehren clevere Investoren ihr Kapital diskret und strategisch im Hintergrund. Sichere dir genau diesen Informationsvorsprung. Der Börsenbrief 'trading-notes' teilt mit dir dreimal wöchentlich exklusive Markteinblicke und konkrete Handlungsempfehlungen. Trage deine E-Mail-Adresse ein und erhalte Zugang zu dem Wissen der Profis.
100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Jetzt abonnieren.

Weitere Meldungen

«Tretertruppe»: HSV klagt über Gegner und Referee. Gleich zwei gegnerische Spieler kommen mit viel Glück um einen Platzverweis herum. Beim 1:1 in Mainz fühlt sich der Hamburger SV vom Schiedsrichter benachteiligt. (Politik, 21.02.2026 - 05:48) weiterlesen...

Kein Geschenk für Fischer: Mainz nur remis gegen HSV. Gegen den HSV reicht es nur zu einem Punkt. Der Mainzer Trainer Urs Fischer hofft an seinem Geburtstag vergeblich auf ein Sieggeschenk seiner Mannschaft. (Politik, 20.02.2026 - 22:35) weiterlesen...

Lidl verliert vor Gericht wegen irreführender Werbung. Diese Angaben waren für Verbraucher aus Sicht der Richter nicht nachvollziehbar. Das Landgericht Heilbronn sieht in einer Lidl-Werbung zur «größten Preissenkung aller Zeiten» eine Irreführung. (Wirtschaft, 19.02.2026 - 17:57) weiterlesen...

Umstrittene Werbekampagne: Hat Lidl zu viel versprochen?. Im Mai 2025 lockte die Handelskette Kunden mit der «größten Preissenkung aller Zeiten» - und wurde verklagt. Jetzt ist der Prozess gestartet. Lidl kämpft mit Aldi um die Discounter-Krone. (Wirtschaft, 19.02.2026 - 04:05) weiterlesen...

Unverständnis wegen Bau-Verzögerung - Bahn in der Kritik Die Verzögerungen bei der Bahn-Sanierung zwischen Hamburg-Berlin sorgen für schlechte Stimmung in Politik und Branche. (Wirtschaft, 17.02.2026 - 13:52) weiterlesen...

Verzögerte Sanierung – Bahn sorgt für Ärger bei Ländern. Wegen des harten Winters dauern die Arbeiten länger als geplant - zum Unmut der betroffenen Bundesländer. Seit August ist die wichtige Bahnstrecke Hamburg-Berlin für eine Generalsanierung gesperrt. (Wirtschaft, 17.02.2026 - 12:49) weiterlesen...