Deutsche Weinkönigin: Paula Löber aus Sachsen-Anhalt gewinnt die Krone
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 23:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Paula Löber aus Sachsen-Anhalt ist neue Deutsche Weinkönigin: Die 29-Jährige aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut setzte sich im Finale in Neustadt an der Weinstraße gegen vier Mitbewerberinnen durch.
Krone für Saale-Unstrut
Die Projektmanagerin übernimmt für ein Jahr die repräsentative Rolle als wichtigste Botschafterin der deutschen Weinbranche und vertritt dabei rund 14.000 Weinbaubetriebe. Zahlreiche Termine wird sie auch im Ausland wahrnehmen.
Im Konfettiregen und unter dem Jubel ihrer Fangemeinde nahm Löber die Krone von ihrer Vorgängerin Anna Zenz von der Mosel entgegen. „Es ist unbeschreiblich“, sagte die neue Weinkönigin der Deutschen Presse-Agentur. Sie empfinde „ganz, ganz, ganz viel Freude“.
Weinprinzessinnen aus Rheinhessen und Württemberg
Zu Weinprinzessinnen wurden Kathrin Knierim aus Rheinhessen und Natalie Schäfter aus Württemberg gewählt. Die fünf Kandidatinnen mussten unter anderem Weinsorten bei einer Blindverkostung erkennen und in weinbezogenen Spielen ihre Schlagfertigkeit unter Beweis stellen.
Im Finale unterlagen Anna Cölsch aus der Pfalz und Lena Roie aus dem Rheingau. Die Finalistinnen hatten sich zuvor gegen fünf Kandidatinnen und einen Kandidaten aus anderen deutschen Weinanbaugebieten durchgesetzt.
Erfolg nach mehr als drei Jahrzehnten
Saale-Unstrut stellte zuletzt 1993 die Deutsche Weinkönigin. Insgesamt gibt es in Deutschland 13 Weinanbaugebiete; das größte ist Rheinhessen.
Die Weinkönigin wirbt seit 1949 für die Weinbranche. Bis 1999 mussten Bewerberinnen ledig sein und aus einer Winzerfamilie stammen. Der Wettbewerb steht mittlerweile auch Männern offen.
Anna Zenz verabschiedete sich bewegt aus ihrem Amt. „Das Jahr war größer als jeder Traum“, sagte die 25-Jährige.
Mehr als eine regionale Krone
Der Erfolg von Paula Löber rückt mit Saale-Unstrut eines der kleineren deutschen Weinbaugebiete bundesweit in den Mittelpunkt. Die Region liegt in Sachsen-Anhalt und ist für ihre nördliche Lage, ihre Flusstäler und den vergleichsweise kühlen Weinbau geprägt. Dass die Krone nach mehr als drei Jahrzehnten wieder dorthin geht, verleiht dem Ergebnis eine besondere regionale Bedeutung.
Das Amt der Deutschen Weinkönigin ist zugleich ein Instrument der Branchenkommunikation. Die Amtsinhaberin reist zu Veranstaltungen und repräsentiert deutschen Wein im Inland und Ausland. Für die beteiligten Anbaugebiete bietet der Wettbewerb damit Aufmerksamkeit, die über die eigentliche Gala hinausreicht und touristische sowie wirtschaftliche Interessen berührt.
Weinbau zwischen Tradition und Veränderung
Der Wettbewerb verbindet klassisches Fachwissen mit öffentlichem Auftreten: Neben Blindverkostung und Weinwissen zählen Schlagfertigkeit, Persönlichkeit und Bühnenpräsenz. Das erklärt, warum die Wahl nicht nur eine Fachentscheidung ist, sondern auch eine publikumswirksame Präsentation der gesamten Branche.
Für die deutschen Winzerbetriebe fällt der Amtsantritt in eine Zeit struktureller Veränderungen. Klimatische Verschiebungen beeinflussen Rebsorten, Erntezeitpunkte und Anbaupraktiken; zugleich müssen regionale Weinlandschaften neue Kundengruppen erreichen. Löber kann in ihrem Amtsjahr daher nicht nur Herkunft und Genuss vermitteln, sondern auch für die Vielfalt deutscher Weinregionen und deren Anpassungsfähigkeit stehen.
