Das Summen unter dem Dach - und was dahinter wartet
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 09:49 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Feuchtes Laub klebte an meinen Reifen, und jeder Tritt auf die Pedale ließ das Fahrrad leise knacken. Der Nebel lag zwischen den Weiden wie nasse Watte, nicht dicht genug zum Verstecken, aber dicht genug, damit die Bäume ihre Spitzen verloren. Ich roch Schlamm, kaltes Gras und den Rauch, der irgendwo hinter den Auen aus einem Schornstein stieg.
Ich war schon lange unterwegs, obwohl mein Vater glaubte, ich sei nur bis zur alten Brücke gefahren. In meiner Jackentasche lag eine Ecke von der Wolldecke, die ich am Morgen aus dem Schuppen genommen hatte. Sie roch nach Holz und Staub. Als das goldene Nachmittagslicht durch die Nebellücken fiel, hörte ich ein tiefes, gleichmäßiges Summen. Hinter den Weiden erschien eine dunkle Silhouette, und oben auf ihr glitzerte etwas im Licht. Dort stand das Haus.
Das Fahrrad im feuchten Gras
Ich stellte mein Fahrrad neben einen umgekippten Weidenkorb und schob es nicht weiter. Der Weg wurde schmaler, dann verlor er sich zwischen Schilf und niedrigen Büschen. Aus den Donauauen stieg Dunst, der an meinen Schuhen entlangstrich. Ich sah meine eigenen Spuren im weichen Boden und daneben eine schmale Reihe kleiner Abdrücke, die plötzlich unter einem Brombeerzweig endete. Das Summen kam nicht aus der Luft, sondern von dem Haus. Es war tiefer als das Brummen eines Kühlschranks und gleichmäßiger als ein Motor. Manchmal wurde es schwächer, wenn eine Wolke vor das Licht zog, dann setzte es wieder ein. Ich dachte an die Photovoltaikanlage, die auf dem Dach lag, obwohl ich sie nur als dunklen Rand gegen den Himmel erkennen konnte. Am Mittag hatte ich dieses Summen schon einmal gehört. Damals war ich mit dem Fahrrad am Fluss gewesen und hatte geglaubt, ein Insekt sitze in meinem Ohr. Nun wusste ich, dass es nicht in mir gewesen war. Ich fuhr weiter - langsam genug, um jedes Geräusch zwischen den Bäumen zu hören.Wo der Nebel dünner wird
Hinter einer Reihe knorriger Weiden öffnete sich das Gelände. Das Haus stand nicht groß vor mir, sondern schien sich flach an den Hang zu legen. Eine helle Wand fing das Nachmittagslicht auf. Daneben hing ein Stück Dach über einer Terrasse, deren Bretter vom Nebel dunkel geworden waren. Auf dem Geländer lag ein roter Handschuh. Er war zu klein für meinen Vater und zu groß für mich. Ein einzelner Schlammfleck zog sich über die Finger, als hätte jemand damit eine geheime Nachricht geschrieben. Ich hob ihn nicht auf. Solche Dinge darf man nicht anfassen, wenn man nicht weiß, wer sie verloren hat. Neben der Terrasse stand eine Schale mit Wasser. Darin schwamm ein gelbes Blatt, das sich immer wieder im Kreis drehte. Kein Wind ging über den Platz. Nur das Summen blieb, verborgen unter dem Dach, und irgendwo klapperte etwas aus Metall.Das Summen unter dem Dach
Ich legte die Wolldecke auf die feuchte Bank und setzte mich darauf. Durch den Stoff drang die Kälte trotzdem, aber der Geruch nach Wolle machte mir Mut. Vor mir lag die Terrasse wie eine Bühne, auf der niemand auftrat. An der Wand hing eine Laterne mit milchigem Glas. Darin bewegte sich ein heller Streifen, obwohl keine Flamme zu sehen war. Ein Fenster war angekippt. Von dort kam warme Luft, nur ein schmaler Hauch, der nach Apfelschalen und Papier roch. Ich hörte ein leises Scharren, dann einen Ton, der fast wie ein Löffel auf einer Tasse klang. Ich rückte näher, ohne aufzustehen. Im Glas sah ich nicht mein Gesicht, sondern den Himmel hinter mir. Auf der Fensterbank lag ein kleiner Holzvogel. Sein Schnabel zeigte zur Terrassentür. Darunter steckte ein Zettel, dessen Schrift ich nicht lesen konnte. Der Nebel hatte die Tinte an den Rändern verlaufen lassen. Ich fragte mich, ob der Vogel dort immer lag oder ob jemand ihn erst vor kurzem hingestellt hatte.Vor der warmen Scheibe
Die Terrassentür war nicht abgeschlossen. Ich sah es an dem schmalen Spalt zwischen Rahmen und Holz. Trotzdem bewegte ich mich nicht. Aus dem Inneren kam kein Gespräch, kein Schritt, kein Atem. Nur das Summen über mir, geduldig und tief, als würde das Haus selbst auf etwas warten. Ich dachte an meinen Vater, an seine Taschenlampe und an die Frage, warum mein Fahrradreifen voller Matsch war. Dann dachte ich an den roten Handschuh. Vielleicht gehörte er jemandem, der hinter der Tür saß. Vielleicht lag dort nur ein leerer Raum mit einer Wolldecke auf einem Stuhl. Den Stuhl konnte ich mir vorstellen, obwohl ich ihn nicht sah. Das Licht wanderte über das Holz. Ein schmaler goldener Streifen erreichte meine Hand und blieb dort liegen. Ich legte die Finger auf den Türgriff. Hinter mir raschelte das Schilf. Als ich mich umdrehte, stand zwischen den Weiden eine Gestalt, so still wie ein Pfosten. Sie trug keinen Mantel, den ich erkennen konnte, und neben ihr glänzte etwas am Boden. Ich blinzelte. Die Gestalt war verschwunden. Nur mein Fahrrad stand noch da, der Lenker leicht zur Seite gedreht. Das Summen wurde leiser. Die Tür blieb vor mir, warm vom Licht und dunkel an den Rändern. Die Klinke bleibt unten. Ich habe mir das Haus inzwischen weiter ausgemalt. Ob es dem Bild ähnelt, zeigt sich im Video von SALUTI Immobilien.Das Haus im Video
Zum Video auf InstagramDie Geschichte oben ist frei erzählt. Das echte Haus zeigt das Video von SALUTI Immobilien, in Kooperation mit Brumani Immobilien - brumani.de
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