Bayern, Deutschland

Unfallflucht auf Pisten – Skifahrer bleiben oft unerkannt

14.03.2026 - 04:30:07 | dpa.de

Crash auf der Skipiste – und der andere fährt einfach weiter? Warum Fahndungen nach Unfallfahrern oft im Sande verlaufen und welche Strafen drohen.

  • Bei ihren Schwüngen kommen sich Skifahrer gelegentlich in die Quere. (Archivbild) - Foto: Angelika Warmuth/dpa
    Bei ihren Schwüngen kommen sich Skifahrer gelegentlich in die Quere. (Archivbild) - Foto: Angelika Warmuth/dpa
  • Volle Pisten - erhöhte Unfallgefahr. (Archivbild) - Foto: Uwe Lein/dpa
    Volle Pisten - erhöhte Unfallgefahr. (Archivbild) - Foto: Uwe Lein/dpa
  • Im Akia - einer Art Rettungsschlitten - werden Verletzte bei Pistenunfällen von der Bergwacht abgeholt. (Archivbild)  - Foto: picture alliance / dpa
    Im Akia - einer Art Rettungsschlitten - werden Verletzte bei Pistenunfällen von der Bergwacht abgeholt. (Archivbild) - Foto: picture alliance / dpa
  • Volle Pisten - erhöhte Unfallgefahr. (Archivbild) - Foto: Uwe Lein/dpa
    Volle Pisten - erhöhte Unfallgefahr. (Archivbild) - Foto: Uwe Lein/dpa
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Unfallflucht auf Skipisten beschäftigt immer wieder die Alpinpolizei. Der Ermittlungsaufwand ist hoch – die Aufklärungsrate eher niedrig. In der vergangenen Saison zählten die Beamten in den Skigebieten in Oberbayern von Berchtesgaden bis Garmisch-Partenkirchen 96 Unfälle mit Fremdverschulden. In elf Fällen fuhren die Unfallverursacher einfach davon, wie Leonhard Habersetzer, Leiter der Alpinen Einsatzgruppe West bei der Grenzpolizeiinspektion Murnau, berichtet. 

Die allermeisten blieben unerkannt – nur in drei oder vier Fällen seien die Unfallfahrer ermittelt worden. Vieles sei Dunkelfeld: Oft komme ein solcher Unfall gar nicht zur Anzeige, die Betroffenen gingen einfach zum Arzt.

Doch Unfallflucht ist auch auf der Piste kein Kavaliersdelikt. Je nach Fall können Strafverfahren drohen, etwa wegen fahrlässiger Körperverletzung, unter Umständen auch wegen unterlassener Hilfeleistung. Außerdem können in Bayern Bußgelder wegen einer Ordnungswidrigkeit fällig werden. 

In Österreich mit einem Vielfachen an Pistenkilometern sind die Zahlen deutlich höher als im südlichen Oberbayern. Im Bundesland Tirol registrierte die Polizei in diesem Winter bisher etwa 1.600 Vorfälle auf Pisten und gesicherten Tiefschneehängen. Der Anteil der Unfälle mit Fahrerflucht liege bei etwa 18 bis 20 Prozent, sagt Viktor Horvath, Leiter der Tiroler Alpinpolizei. Das sei auch in vergangenen Jahren so gewesen. 

Allerdings, so sagen Habersetzer und auch sein österreichischer Kollege Horvath: Nicht alle Gesuchten fliehen bewusst. Manche bemerkten etwa gar nicht, dass sie jemanden auf der Piste geschnitten und damit zu Sturz gebracht hätten, sagt Horvath. Andere würden nach einem Unfall im Schock weiterfahren.

Fahrkönnen wird insgesamt schlechter

In Bayern rücken die Beamten nur aus, wenn sie konkret alarmiert werden. Trage ein gesuchter Unfallgegner nicht gerade einen «roten Helm mit quietschgelben Klamotten», werde es kompliziert - vor allem bei viel Betrieb.

Dabei hat die Alpinpolizei immer mehr zu tun. «Wir stellen fest, dass die Unfallzahlen tendenziell nach oben gehen und damit auch die Unfallfluchten. Wir haben das Problem, dass wir sehr viele Skifahrer auf der Piste haben», sagt Habersetzer. Bei steigender Zahl der Skifahrer und Snowboarder werde das Fahrkönnen insgesamt schlechter.

Anders stellt sich die Lage in der Schweiz dar. Dort berichten Polizeibehörden bislang nicht von besonderen Problemen mit Fahrerflucht auf Pisten. «Wir stellen keine Häufung von Fahrerflucht fest. Wenn etwas verursacht wird, wird in der Regel auch dageblieben», sagt Polizeisprecher Markus Walser aus Graubünden. Polizeisprecher Daniel Imboden sagt für Wallis: «Das ist bei uns kein Thema. In der Regel haben wir klassische Fahrerflucht nicht.»

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