Bombendrohungen, Flugverkehr Europa

Bombendrohungen treffen mehr als ein Dutzend Flüge in Europa

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 15:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Mehr als ein Dutzend Passagierflüge waren am Donnerstag von Drohungen betroffen. Die Maschinen wurden untersucht oder umgeleitet, konkrete Sprengsätze fanden die Behörden bislang nicht.

Europäische Behörden sichern betroffene Flüge

  • Ein Dublin-Rom-Flug landete mit 151 Passagieren und sechs Crew-Mitgliedern am Militärflughafen Évreux.
  • Italienische Kampfjets eskortierten einen Finnair-Flieger aus Helsinki zum Flughafen Rom-Fiumicino.
  • In Prag gingen Warnungen gegen vier Flugzeuge ein, die nach der Landung durchsucht wurden.
  • Mehr als ein Dutzend Flüge in Europa war von Bombendrohungen betroffen. - Bild: Gregorio Borgia/AP/dpa
  • Ein Flugzeug wurde nach einer Bombendrohung nach Wien umgeleitet. Auch in der österreichischen Hauptstadt gingen Drohungen ein. - Bild: Georg Hochmuth/APA/dpa
  • Passagiere einer Maschine von Dublin nach Rom mussten in Frankreich einen unfreiwilligen Zwischenstopp einlegen. - Bild: Thomas Padilla/AP/dpa
  • Auch am Flughafen in Rom waren Sicherheitsbehörden nach entsprechenden Drohungen im Einsatz. - Bild: Gregorio Borgia/AP/dpa
Mehr als ein Dutzend Flüge in Europa war von Bombendrohungen betroffen. - Bild: Gregorio Borgia/AP/dpa Ein Flugzeug wurde nach einer Bombendrohung nach Wien umgeleitet. Auch in der österreichischen Hauptstadt gingen Drohungen ein. - Bild: Georg Hochmuth/APA/dpa Passagiere einer Maschine von Dublin nach Rom mussten in Frankreich einen unfreiwilligen Zwischenstopp einlegen. - Bild: Thomas Padilla/AP/dpa Auch am Flughafen in Rom waren Sicherheitsbehörden nach entsprechenden Drohungen im Einsatz. - Bild: Gregorio Borgia/AP/dpa

Bombendrohungen treffen Flüge in mehreren Ländern

Zum zweiten Mal in dieser Woche haben Bombendrohungen den Flugverkehr in Europa gestört. Allein am Donnerstag waren mehr als ein Dutzend Passagierflüge betroffen; mehrere Maschinen wurden umgeleitet und von Sprengstoffexperten untersucht.

Flug nach Rom landet in Frankreich

Ein Linienflug von Dublin nach Rom wurde nach Frankreich umgeleitet und landete am Militärflughafen Évreux. Die 151 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder wurden in Sicherheit gebracht, während Sprengstoffexperten die Maschine untersuchten.

Die Luftverkehrs-Gendarmerie nahm Ermittlungen auf. Hinweise auf einen tatsächlichen Sprengsatz wurden nicht gefunden.

Kampfjets eskortieren Finnair-Maschine

In Italien eskortierten Kampfjets der Luftwaffe einen Finnair-Flieger aus Helsinki nach anonymen Hinweisen auf einen Bombenalarm zum Flughafen Rom-Fiumicino. Dort leiteten Polizeiexperten Sicherheitskontrollen ein.

Eine Maschine, die in Mailand-Malpensa gestartet war, wurde nach einer während des Flugs eingegangenen Drohung nach Wien umgeleitet. Zuvor war in Polen eine E-Mail eingegangen; in Wien wurde keine Gefährdung festgestellt, und das Flugzeug setzte seine Reise nach Warschau fort.

Drohungen in Kopenhagen und Prag

Am Flughafen Kopenhagen gingen Drohungen gegen zwei Flüge ein. Die Polizei fand bei der Durchsuchung keine verdächtigen Gegenstände und erklärte, nach ihrer Einschätzung habe keine Gefahr für Passagiere oder andere Menschen am Flughafen bestanden.

In Prag erhielt die Polizei Warnungen gegen vier Flugzeuge. Spezialisten durchsuchten die Maschinen nach der Landung am Václav-Havel-Flughafen und gaben später Entwarnung.

Auch Bulgarien und Rumänien betroffen

Drei Ryanair-Flugzeuge auf dem Weg nach Bulgarien erhielten nach Angaben der bulgarischen Nachrichtenagentur BTA Bombendrohungen. In Rumänien ging gegen einen Wizz-Air-Flug von Mailand nach Bukarest eine Drohung ein; die Maschine landete sicher und planmäßig, der Inlandsgeheimdienst SRI untersuchte das Flugzeug.

Ermittlungen über Ländergrenzen hinweg

Ob die Vorfälle zusammenhängen und wer hinter den teils per E-Mail übermittelten Drohungen steckt, war zunächst unklar. Behörden in mehreren Ländern sind eingeschaltet.

Bereits am Dienstag hatte eine Reihe ähnlicher Vorfälle den Flugverkehr beeinträchtigt; der Flughafen Warschau musste vorübergehend geschlossen werden. Die europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol beobachtet die Lage und arbeitet mit Fluggesellschaften, Flughäfen und Flugsicherungsorganisationen zusammen.

Die neuerliche Serie trifft den europäischen Luftverkehr in kurzer Folge und über mehrere Länder hinweg. Für die Sicherheitsbehörden bedeutet jede einzelne Drohung ein standardisiertes, aber aufwendiges Verfahren: Flugzeuge werden umgeleitet oder separiert, Passagiere und Besatzungen in Sicherheit gebracht und die Maschinen von Spezialisten durchsucht. Auch wenn bislang keine Sprengsätze gefunden wurden, können die Maßnahmen Flughäfen, Anschlussverbindungen und Einsatzkräfte erheblich belasten.

Die Drohungen unterscheiden sich nach den vorliegenden Angaben in Form und Adressaten. Teilweise gingen sie per E-Mail ein, in anderen Fällen bezogen sie sich auf einzelne Flüge oder mehrere Maschinen eines Flughafens. Dass Behörden in mehreren Staaten parallel ermitteln und mit Partnern im Ausland zusammenarbeiten, zeigt die grenzüberschreitende Dimension der Vorgänge. Die Urheberfrage und ein möglicher Zusammenhang zwischen den Fällen sind offen.

Belastung für den Flugverkehr

Für Reisende können bereits abstrakte Hinweise Umleitungen, Verspätungen und zusätzliche Kontrollen auslösen. Die Sicherheitslogik lässt kaum Spielraum für eine schnelle Entwarnung, weil eine Drohung vor der Landung und Untersuchung nicht zuverlässig bewertet werden kann. Zugleich erhöhen wiederholte Fehlalarme den Druck auf Flughäfen und Fluggesellschaften, ohne dass daraus automatisch eine konkrete terroristische Gefährdung folgt.

In Europa gab es auch früher Häufungen von Bombendrohungen gegen Flughäfen und Flugzeuge. Die aktuellen Vorfälle fallen jedoch durch ihre zeitliche Nähe und die Zahl der betroffenen Länder auf. Entscheidend für die weitere Bewertung sind nun die Ermittlungen der nationalen Sicherheitsbehörden, mögliche technische oder kommunikative Gemeinsamkeiten der Drohungen und die Frage, ob weitere Flüge betroffen sein werden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Mehrere Bombendrohungen gegen Passagierflüge in Europa“ (05.11.2026)

Der Beitrag bestätigt die Umleitung des Dublin-Rom-Flugs nach Évreux sowie weitere außerplanmäßige Landungen. Als Schwerpunkt nennt er neben den Auswirkungen auf den Luftverkehr auch die bislang ungeklärten Hintergründe und die Möglichkeit eines größeren Musters von Störaktionen.

Deutschlandfunk: „Luftfahrt - Mehrere Bombendrohungen gegen Passagierflugzeuge“ (05.11.2026)

Der Bericht bestätigt die Umleitung nach Frankreich und die Eskorte des Finnair-Flugs durch italienische Kampfjets. Anders als der ausführlichere Überblick der tagesschau konzentriert er sich auf die konkreten Zwischenfälle und nennt mindestens acht betroffene Flugverbindungen in Europa.

Beide Beiträge stimmen darin überein, dass die Drohungen bislang keine Sprengsätze zutage gefördert hätten und den Flugverkehr dennoch erheblich beeinträchtigten. Offen bleiben die Urheber, ein möglicher Zusammenhang der Fälle und das Ausmaß weiterer Auswirkungen.

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