Bombendrohungen, Flugverkehr Europa

Bombendrohungen stören mehr als ein Dutzend Europa-Flüge

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 16:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Mehr als ein Dutzend Passagierflüge waren am Donnerstag von Bombendrohungen betroffen. Maschinen wurden umgeleitet, von Kampfjets eskortiert oder von Spezialisten untersucht; Sprengsätze wurden bislang nicht gefunden.

Europäische Flughäfen reagieren auf Drohungen

  • Ein Aer-Lingus-Flug mit 151 Passagieren und sechs Crew-Mitgliedern landete in Évreux.
  • In Prag erhielt die Polizei Warnungen zu vier Flugzeugen und setzte eine Anti-Terror-Einheit ein.
  • Drei Ryanair-Flüge nach Bulgarien und ein Wizz-Air-Flug nach Bukarest waren ebenfalls betroffen.
  • Mehr als ein Dutzend Flüge in Europa war von Bombendrohungen betroffen. - Bild: Gregorio Borgia/AP/dpa
  • Ein Flugzeug wurde nach einer Bombendrohung nach Wien umgeleitet. Auch in der österreichischen Hauptstadt gingen Drohungen ein. - Bild: Georg Hochmuth/APA/dpa
  • Passagiere einer Maschine von Dublin nach Rom mussten in Frankreich einen unfreiwilligen Zwischenstopp einlegen. - Bild: Thomas Padilla/AP/dpa
  • Auch am Flughafen in Rom waren Sicherheitsbehörden nach entsprechenden Drohungen im Einsatz. - Bild: Gregorio Borgia/AP/dpa
Mehr als ein Dutzend Flüge in Europa war von Bombendrohungen betroffen. - Bild: Gregorio Borgia/AP/dpa Ein Flugzeug wurde nach einer Bombendrohung nach Wien umgeleitet. Auch in der österreichischen Hauptstadt gingen Drohungen ein. - Bild: Georg Hochmuth/APA/dpa Passagiere einer Maschine von Dublin nach Rom mussten in Frankreich einen unfreiwilligen Zwischenstopp einlegen. - Bild: Thomas Padilla/AP/dpa Auch am Flughafen in Rom waren Sicherheitsbehörden nach entsprechenden Drohungen im Einsatz. - Bild: Gregorio Borgia/AP/dpa

Bombendrohungen lösen europaweit Flugumleitungen aus

Zum zweiten Mal in dieser Woche haben Bombendrohungen den Flugverkehr in Europa gestört. Allein am Donnerstag waren mehr als ein Dutzend Passagierflüge betroffen, mehrere Maschinen wurden umgeleitet und untersucht.

Flug nach Rom landet auf Militärflugplatz

Ein Linienflug von Dublin nach Rom wurde nach Frankreich umgeleitet und landete auf dem Militärflugplatz Évreux. Die 151 Passagiere und sechs Crew-Mitglieder wurden in Sicherheit gebracht, Sprengstoffexperten durchsuchten die Maschine.

Weil der Pilot zunächst nicht wie erwartet mit den Behörden kooperierte, ordnete der französische Premierminister den Einsatz von Kampfflugzeugen an. Die Maschine wurde abgefangen und eskortiert; warum der Pilot zunächst nicht außerplanmäßig landen wollte, blieb offen.

Italienische Kampfjets begleiten Finnair-Maschine

Auch in Italien löste ein anonymer Hinweis einen Einsatz aus. Ein Finnair-Flug aus Helsinki landete unter Begleitung italienischer Kampfjets in Rom-Fiumicino, wo Polizeiexperten die Sicherheitskontrollen einleiteten.

Eine in Mailand gestartete Maschine wurde nach einer während des Fluges eingegangenen Drohung nach Wien umgeleitet. Zuvor war in Polen eine E-Mail eingegangen; in Wien wurde keine Gefährdung festgestellt, anschließend setzte das Flugzeug seine Reise nach Warschau fort.

Warnungen erreichen mehrere Hauptstädte

In Wien gingen nach Angaben eines Polizeisprechers ebenfalls E-Mails zu vier Flügen ein. Die Drohung sei „abstrakt“ gewesen und habe inhaltlich nicht mit dem Flug aus Mailand zusammengehangen.

Am Flughafen Kopenhagen richteten sich Drohungen gegen zwei Flüge. Die Polizei fand bei der Durchsuchung nichts Verdächtiges und erklärte, es habe nach ihrer Einschätzung keine Gefahr für Passagiere oder andere Menschen am Flughafen bestanden.

In Prag erhielt die Polizei Warnungen zu improvisierten Sprengsätzen an Bord von vier Flugzeugen. Spezialisten durchsuchten die Maschinen nach der Landung auf dem Vaclav-Havel-Flughafen, später gab es Entwarnung.

Ermittler prüfen mögliche Zusammenhänge

Die tschechische Anti-Terror-Einheit für Terrorismus, Extremismus und Cyberkriminalität übernahm die Ermittlungen. Auch in Bulgarien und Rumänien gab es Vorfälle: Drei Ryanair-Flüge nach Bulgarien erhielten Drohungen, eine Wizz-Air-Maschine landete nach einer Warnung sicher in Bukarest.

Bereits am Dienstag war es zu einer ähnlichen Häufung gekommen, wegen derer der Flughafen Warschau Modlin vorübergehend geschlossen wurde. Ob die aktuellen Drohungen zusammenhängen und wer dahintersteckt, war zunächst unklar.

Behörden finden bislang keine Sprengsätze

Die europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol beobachtet die Lage und arbeitet mit Fluggesellschaften, Flughäfen und Flugsicherungsorganisationen zusammen. Ziel ist es, mögliche Beeinträchtigungen des Luftverkehrs zu begrenzen.

Drohungen gegen London Heathrow und Birmingham wurden nicht als ernsthaft eingestuft. Die britische Verkehrsministerin Heidi Alexander sprach von „böswillig vorgetäuschten Drohungen“; konkrete Hinweise auf einen staatlichen Urheber lagen nach den in der Meldung genannten Ermittlerkreisen nicht vor.

In mehreren Ländern laufen Untersuchungen durch Polizei, Anti-Terror-Einheiten und Geheimdienste. Hinweise auf tatsächliche Sprengsätze wurden bei den genannten Vorfällen bislang nicht gefunden.

Die Vorfälle treffen den europäischen Luftverkehr in einer Phase, in der Flughäfen und Airlines auf jede konkrete Sicherheitswarnung mit abgestuften Notfallverfahren reagieren müssen. Dazu gehören Umleitungen, militärische Begleitung, Sperrungen einzelner Bereiche und die Untersuchung der betroffenen Maschinen. Selbst wenn sich eine Drohung als falsch erweist, entstehen dadurch Verspätungen, zusätzliche Kosten und Belastungen für Reisende.

Die Häufung über mehrere Länder hinweg erschwert die Bewertung. E-Mails mit ähnlichen oder voneinander abweichenden Formulierungen können von einzelnen Trittbrettfahrern stammen, aber auch Teil einer koordinierten Störung sein. Für die Behörden steht deshalb zunächst nicht die öffentliche Zuschreibung, sondern die Gefahrenabwehr und die Sicherung digitaler Spuren im Vordergrund. Zuständig sind je nach Land Polizei, Nachrichtendienste, Luftfahrtbehörden und teilweise militärische Stellen.

Folgen für Reisende und Flughäfen

Für Passagiere bedeutet die aktuelle Serie vor allem ein erhöhtes Risiko für Umleitungen und Wartezeiten. Fluggesellschaften müssen Sicherheitsprüfungen abwarten, während Flughäfen ihre Abläufe anpassen. Der europäische Verbund aus Airlines, Airports und Flugsicherungen soll Beeinträchtigungen begrenzen, kann die Prüfung einzelner Maschinen aber nicht ersetzen.

Die weitere Bedeutung hängt davon ab, ob Ermittler einen gemeinsamen Urheber oder ein wiederkehrendes technisches beziehungsweise organisatorisches Muster feststellen. Bis dahin bleibt jede einzelne Drohung ein sicherheitsrelevanter Vorgang, auch wenn bei den bislang genannten Untersuchungen keine tatsächlichen Sprengsätze gefunden wurden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Bombendrohungen gegen Flüge in Europa: Kampfjets steigen auf“ (05.11.2026)

Der Bericht ordne die Vorfälle als Serie gegen kommerzielle Passagierflüge ein und hebe den Einsatz von Kampfjets hervor. Damit bestätige er den Sicherheitsfokus der Meldung; die Frage nach Urhebern und einem möglichen Zusammenhang bleibe offen.

Euronews: „Bombendrohung gegen mindestens 14 Flüge in Europa“ (05.11.2026)

Der Beitrag konzentriere sich auf die Zahl der betroffenen Flüge und die Umleitung des Aer-Lingus-Fluges nach Évreux. Im Vergleich dazu stelle die dpa-Meldung die länderübergreifende Häufung und die Ermittlungen ausführlicher dar.

Übereinstimmend werde von mehreren betroffenen Flügen und Sicherheitsmaßnahmen berichtet. Unterschiede gebe es vor allem beim Schwerpunkt zwischen der konkreten Umleitung und der gesamteuropäischen Dimension; die Urheberschaft bleibe offen.

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