Bombendrohungen, Luftverkehr Europa

Bombendrohungen: Mindestens 30 Flüge in Europa betroffen

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 17:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Seit Dienstag sind mindestens 30 Drohungen gegen Flugzeuge bekannt geworden. Die EU koordiniert den Informationsaustausch, während auch irische Medienhäuser betroffen sind.

Betroffene Strecken und Sicherheitsreaktionen

  • Ein Wizzair-Flug von Prag nach Rom wurde nach einer Drohung nach Venedig umgeleitet.
  • In Lissabon gingen zwei Drohungen gegen dieselbe Ryanair-Maschine ein.
  • Eurocontrol registrierte am Donnerstag Drohungen gegen 14 Flüge bei 28.488 Verbindungen.
  • Seit Tagen häufen sich Bombendrohungen gegen Linienflüge. (Symbolbild) - Bild: Daniel Reinhardt/dpa/dpa-tmn
  • Auch gegen Flugzeuge aus London und aus Brüssel nach Sofia gab es Bombendrohungen. - Bild: Valentina Petrova/AP/dpa
  • Mitarbeiter mehrere irischer Medien mussten nach Bombendrohungen evakuiert werden. - Bild: Cate Mccurry/PA Wire/dpa
Seit Tagen häufen sich Bombendrohungen gegen Linienflüge. (Symbolbild) - Bild: Daniel Reinhardt/dpa/dpa-tmn Auch gegen Flugzeuge aus London und aus Brüssel nach Sofia gab es Bombendrohungen.  - Bild: Valentina Petrova/AP/dpa Mitarbeiter mehrere irischer Medien mussten nach Bombendrohungen evakuiert werden.  - Bild: Cate Mccurry/PA Wire/dpa

Die Serie rätselhafter Bombendrohungen gegen europäische Linienflüge setzt sich fort: Seit Dienstag wurden mindestens 30 Fälle gemeldet. Auch am Freitag waren mehrere Maschinen betroffen, während in Irland nahezu identische Drohungen gegen Medienhäuser für Evakuierungen sorgten.

Mehrere Flugzeuge betroffen

Ein Wizzair-Flug von Prag nach Rom wurde nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wegen einer Drohung nach Venedig umgeleitet. In Lissabon gingen laut Polizei zwei Bombendrohungen gegen dieselbe Ryanair-Maschine ein.

Weitere Drohungen richteten sich gegen Flugzeuge aus London und Brüssel nach Sofia. Die Maschinen landeten sicher; bei Kontrollen wurde nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Sofia nichts Beunruhigendes entdeckt.

Ermittlungen in mehreren Ländern

In Prag waren nach Angaben einer Flughafensprecherin neun Flüge betroffen, auch in Frankreich kam es zu Vorfällen. Wer hinter der Serie steckt, ist weiterhin unklar.

Der spanische Außenminister José Manuel Albares sprach von einem Versuch hybrider Aggression und psychologischer Kriegsführung, ohne ein Land zu nennen. Die EU-Kommission aktivierte einen Mechanismus für den grenzübergreifenden Informationsaustausch; auch die europäische Flugsicherheitsagentur EASA ist beteiligt.

Deutscher Luftraum berührt

Mindestens vier am Freitag bedrohte Flüge führten durch den deutschen Luftraum. Die Deutsche Flugsicherung leitete Informationen an Crews und benachbarte Flugsicherungen weiter.

Bombendrohungen kommen nach Angaben der Flugsicherung zwar immer wieder vor, in dieser Häufung seien sie jedoch ungewöhnlich. Derzeit haben sie laut Eurocontrol keinen Einfluss auf die Verspätungen im europäischen Luftverkehrsnetz.

Auch irische Medienhäuser evakuiert

Mitarbeiter des irischen Rundfunksenders RTÉ, der Zeitung „Irish Independent“ und des Radiosenders „Newstalk“ mussten nach Drohungen in Sicherheit gebracht werden. Ob ein Zusammenhang mit den Vorfällen im Flugverkehr besteht, ist offen.

Für Donnerstag waren laut Eurocontrol Drohungen gegen 14 Flüge bekannt, für Dienstag gegen sieben. Die betroffenen Maschinen machten am Donnerstag rund 0,05 Prozent von europaweit 28.488 Flügen aus; am Dienstag waren es rund 0,03 Prozent bei 26.278 Flügen.

Die Serie fällt in eine Phase, in der europäische Flughäfen auf unterschiedlichste Sicherheitsrisiken reagieren müssen. Bombendrohungen lösen unabhängig von ihrer späteren Bewertung standardisierte Verfahren aus: Crews und Flughäfen müssen Hinweise prüfen, Maschinen gegebenenfalls umleiten und Passagiere sowie Personal schützen.

Die Zahl der gemeldeten Fälle ist für die Behörden vor allem deshalb relevant, weil sich die Drohungen über mehrere Länder und Flugverbindungen erstrecken. Der grenzüberschreitende Informationsaustausch soll Muster bei Absendern, Kommunikationswegen und betroffenen Strecken schneller erkennbar machen. Für den einzelnen Fluggast bleibt entscheidend, dass Sicherheitskontrollen und Entscheidungen der zuständigen Behörden Vorrang vor einem möglichst störungsfreien Ablauf haben.

Ermittlungen und Folgen

Die parallelen Drohungen gegen irische Medienhäuser erweitern den Vorgang über den Luftverkehr hinaus. Ob beide Serien organisatorisch zusammenhängen, ist offen; die zeitliche Nähe erklärt jedoch, warum Regierungen und Sicherheitsbehörden einen koordinierten Störversuch als mögliche Arbeitshypothese prüfen.

Für Reisende können auch einzelne Fehlalarme Umleitungen, zusätzliche Kontrollen und kurzfristige Änderungen verursachen. Nach den vorliegenden Angaben blieb der Einfluss auf das europäische Gesamtnetz bislang gering. Die Ermittlungen müssen nun klären, ob eine gemeinsame Urheberschaft vorliegt und ob konkrete Gefahren bestanden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ZDF: „Wieder Bombendrohungen gegen Flüge: Serie geht weiter“ (06.11.2026)

Der Beitrag nennt mindestens neun betroffene Flüge von und nach Prag sowie Verbindungen nach Sofia und von Lissabon nach Rom. Damit bestätigt er die grenzüberschreitende Ausweitung und setzt den Schwerpunkt auf die konkreten Flugbewegungen.

Stern: „Neue Bombendrohungen gegen Flüge in Europa“ (06.11.2026)

Der Artikel hebt eine Bombendrohung gegen einen Ryanair-Flug von Lissabon nach Rom hervor. Anders als der ZDF-Beitrag konzentriert er sich auf Portugal und die betroffene Verbindung; die Hintergründe der Drohungsserie bleiben offen.

Beide Beiträge bestätigen neue Vorfälle im europäischen Luftverkehr, setzen aber unterschiedliche regionale Schwerpunkte. Offen bleibt weiterhin, wer hinter den Drohungen steht und ob die einzelnen Fälle zusammenhängen.

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