Bodensee-Pegelstand, Trockenheit

Bodensee-Pegelstand droht unter 2,50 Meter zu sinken

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 08:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Am Pegel Konstanz liegt der Bodensee nur noch drei Zentimeter über der Marke von 2,50 Metern. Wegen Trockenheit und des saisonalen Verlaufs erwarten die Behörden zunächst einen weiteren Rückgang – der historische Tiefststand wäre damit aber noch nicht erreicht.

  • Die Trockenheit sorgt für niedrige Wasserstände am Bodensee. (Archivbild)  - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
    Die Trockenheit sorgt für niedrige Wasserstände am Bodensee. (Archivbild) - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
  • Laut DWD ist vorerst keine Entspannung in Sicht. (Archivbild)  - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
    Laut DWD ist vorerst keine Entspannung in Sicht. (Archivbild) - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
Die Trockenheit sorgt für niedrige Wasserstände am Bodensee. (Archivbild)  - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa Laut DWD ist vorerst keine Entspannung in Sicht. (Archivbild)  - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa

Der Bodensee-Pegelstand am Pegel Konstanz könnte wegen anhaltender Trockenheit bald unter 2,50 Meter sinken.

Nur noch drei Zentimeter bis zur Marke

Zuletzt wurden in Konstanz 2,53 Meter gemessen. Der Wasserstand liegt damit für die Jahreszeit außergewöhnlich niedrig. Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) rechnet wegen der Trockenheit und des natürlichen Jahresverlaufs in den kommenden Wochen tendenziell mit einem weiteren Absinken.

Regen in Sicht, aber keine Entspannung

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bringt eine Kaltfront in der Nacht zum Donnerstag schauerartig verstärkte Regenfälle. Zeitweise könnten örtlich rund 20 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb weniger Stunden fallen. Ein DWD-Meteorologe sagte zugleich: «Es kann auch recht schwach sein.»

Wenig Schmelzwasser aus den Alpen

Die ungewöhnliche Situation hat laut LUBW mehrere Ursachen. Nach dem schneearmen Winter fehlte Schmelzwasser aus den Alpen; hinzu kamen monatelang zu geringe Niederschläge und eine hohe Verdunstung während des warmen Sommers.

Historischer Tiefststand liegt niedriger

Ein Allzeitrekord ist der aktuelle Pegelstand noch nicht. Nach Angaben des Niedrigwasser-Informationszentrums Baden-Württemberg wurde der niedrigste Wasserstand seit Beginn der Auswertung im Jahr 1850 mit 2,26 Metern Ende Februar und Anfang März 1858 gemessen.

Der Bodensee folgt einem natürlichen Jahresrhythmus: Nach meist hohen Wasserständen im Frühsommer und Sommer gehen die Zuflüsse zum Spätsommer zurück. Im Herbst und Winter fällt ein großer Teil des Niederschlags in den Alpen als Schnee, bevor die Schneeschmelze im Frühjahr den Wasserstand wieder steigen lässt.

Natürlicher Jahresverlauf verstärkt die Trockenheit

Der niedrige Stand am Pegel Konstanz ist vor allem das Ergebnis eines länger anhaltenden Wasserdefizits. Entscheidend sind dabei mehrere Faktoren: Der schneearme Winter lieferte wenig Schmelzwasser aus den Alpen, zugleich blieben die Niederschläge über Monate zu gering. Die hohe Verdunstung während des warmen Sommers verschärfte die Entwicklung.

Dass der Pegel Ende September weiter sinken kann, entspricht grundsätzlich dem natürlichen Rhythmus des Bodensees. Nach den meist hohen Wasserständen im Frühsommer und Sommer gehen die Zuflüsse im Spätsommer zurück. Fällt Niederschlag in den Alpen im Herbst und Winter als Schnee, wird das Wasser zunächst gespeichert und erreicht den See erst mit der Schneeschmelze im Frühjahr.

Regen kann kurzfristig helfen

Die angekündigten Schauer können den weiteren Rückgang vorübergehend bremsen, ändern aber nicht automatisch die hydrologische Bilanz der vergangenen Monate. Für eine nachhaltige Erholung wären über längere Zeit ergiebige Niederschläge im Einzugsgebiet des Sees und in den Alpen nötig. Der historische Tiefststand von 2,26 Metern zeigt zugleich, dass ein Wert unter 2,50 Metern noch keinen Allzeitrekord bedeuten würde.

Für Anwohner, Tourismus und Schifffahrt ist der Pegelstand dennoch relevant. Niedrigwasser kann die Nutzung flacher Uferbereiche und Häfen erschweren und macht die Abhängigkeit des Sees von Niederschlag, Zuflüssen und Schneespeicherung sichtbar. Eine einzelne Regenfront ist deshalb eher eine kurzfristige Entlastung als eine grundlegende Trendwende.

Disclaimer...

de | unterhaltung | 70202257 |