Bodensee-Pegelstand, Trockenheit

Bodensee-Pegelstand: 2,50-Meter-Marke könnte bald unterschritten werden

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 04:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Am Pegel Konstanz liegt der Bodensee nur noch drei Zentimeter über der Marke von 2,50 Metern. Die LUBW erwartet wegen Trockenheit und des natürlichen Jahresverlaufs zunächst einen weiteren Rückgang – der historische Tiefstand liegt aber noch deutlich niedriger.

  • Die Trockenheit sorgt für niedrige Wasserstände am Bodensee. (Archivbild)  - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
    Die Trockenheit sorgt für niedrige Wasserstände am Bodensee. (Archivbild) - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
  • Laut DWD ist vorerst keine Entspannung in Sicht. (Archivbild)  - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
    Laut DWD ist vorerst keine Entspannung in Sicht. (Archivbild) - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
Die Trockenheit sorgt für niedrige Wasserstände am Bodensee. (Archivbild)  - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa Laut DWD ist vorerst keine Entspannung in Sicht. (Archivbild)  - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa

Der Bodensee-Pegelstand könnte wegen anhaltender Trockenheit bald unter die Marke von 2,50 Metern sinken.

Nur noch drei Zentimeter bis zur Marke

Am Pegel Konstanz wurden zuletzt 2,53 Meter gemessen. Damit fehlen nur noch drei Zentimeter bis zur Marke. Der Wasserstand liegt damit für die Jahreszeit auf einem extrem niedrigen Niveau.

Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) rechnet in den kommenden Wochen tendenziell mit einem weiteren Absinken. Neben der anhaltenden Trockenheit spielt der natürliche Jahresverlauf eine Rolle.

DWD erwartet zunächst nur begrenzte Entlastung

Auch nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes ist zunächst keine nachhaltige Entspannung in Sicht. Für die Nacht zum Donnerstag wird eine Kaltfront mit schauerartig verstärkten Regenfällen erwartet.

Örtlich könnten dabei rund 20 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb weniger Stunden fallen. Ein DWD-Meteorologe sagte jedoch, der Regen könne auch recht schwach ausfallen.

Schneearmer Winter und hohe Verdunstung

Nach Angaben der LUBW fehlte nach dem schneearmen Winter das Schmelzwasser aus den Alpen. Hinzu kamen seit Monaten zu geringe Niederschläge und eine hohe Verdunstung während des warmen Sommers.

Allzeitrekord noch nicht erreicht

Der aktuelle Pegelstand ist kein Allzeitrekord. Die niedrigsten Wasserstände erreicht der Bodensee üblicherweise erst im Winter.

Nach Angaben des Niedrigwasser-Informationszentrums Baden-Württemberg wurde der niedrigste Wasserstand seit Beginn der Auswertung im Jahr 1850 mit 2,26 Metern Ende Februar und Anfang März 1858 gemessen.

Wasserstand folgt natürlichem Jahresrhythmus

Nach meist hohen Wasserständen im Frühsommer und Sommer gehen die Zuflüsse zum Spätsommer zurück. Im Herbst und Winter fällt ein großer Teil des Niederschlags in den Alpen als Schnee und wird zunächst gespeichert.

Der Pegel sinkt normalerweise weiter, bevor er mit der Schneeschmelze im Frühjahr wieder steigt.

Teil eines größeren Niedrigwasserbildes

Der Bodensee reagiert zeitverzögert auf die Wasserbilanz im Alpenraum. Fehlt nach einem schneearmen Winter die Schmelzwasserzufuhr, wirkt sich das besonders im Jahresverlauf aus, wenn die Zuflüsse zum Spätsommer ohnehin zurückgehen. Geringe Niederschläge und hohe Verdunstung verstärken den Effekt.

Die Marke von 2,50 Metern wäre zunächst kein historischer Tiefstand, aber ein auffälliger Wert für Ende September. Der Rekord von 2,26 Metern stammt aus dem Winter 1858. Weil der natürliche Jahresrhythmus im Herbst und Winter normalerweise weitere sinkende Wasserstände vorsieht, hängt die weitere Entwicklung wesentlich von den Niederschlägen und der Schneelage in den Alpen ab.

Regen hilft nicht automatisch dauerhaft

Die angekündigten Schauer können den Wasserstand kurzfristig stabilisieren, ersetzen aber keine anhaltende Niederschlagsperiode im Einzugsgebiet. Entscheidend ist, wie viel Wasser tatsächlich in Zuflüsse und See gelangt und wie stark die Verdunstung zurückgeht. Einzelne kräftige Regenfälle vor Ort verändern die langfristige Bilanz daher nur begrenzt.

Für Anwohner, Tourismus und Schifffahrt ist der Pegel ein sichtbarer Indikator der angespannten Wasserbilanz. Der konkrete Folgenumfang hängt jedoch von der Dauer des Niedrigwassers und der Entwicklung in den kommenden Wochen ab.

Disclaimer...

de | unterhaltung | 70201260 |