Berliner Philharmonie, Sanierungskosten

Berliner Philharmonie: Sanierung kostet bis zu 1,15 Milliarden Euro

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 16:16 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Berliner Philharmonie soll ab 2032 grundlegend saniert werden. Die Arbeiten könnten bis 2040 dauern und zusammen mit einer Ausweichspielstätte in Tempelhof rund 1,15 Milliarden Euro kosten.

  • Das Gebäude könnte ab 2032 für mehrere Jahre schließen. - Bild: Carsten Koall/dpa
    Das Gebäude könnte ab 2032 für mehrere Jahre schließen. - Bild: Carsten Koall/dpa
  • Die Philharmonie ist eines der bekanntesten Gebäude Berlins. - Bild: Carsten Koall/dpa
    Die Philharmonie ist eines der bekanntesten Gebäude Berlins. - Bild: Carsten Koall/dpa
  • Der Konzertsaal von Architekt Hans Scharoun. - Bild: Carsten Koall/dpa
    Der Konzertsaal von Architekt Hans Scharoun. - Bild: Carsten Koall/dpa
  • Ein Blick hinter die Kulissen - ein alter Kabelkasten. - Bild: Carsten Koall/dpa
    Ein Blick hinter die Kulissen - ein alter Kabelkasten. - Bild: Carsten Koall/dpa
  • Die bunten Glasscheiben benötigen eine moderne Dämmung. - Bild: Carsten Koall/dpa
    Die bunten Glasscheiben benötigen eine moderne Dämmung. - Bild: Carsten Koall/dpa
  • Das Orchester will sich trotz Sanierung seinen Klang bewahren. - Bild: Carsten Koall/dpa
    Das Orchester will sich trotz Sanierung seinen Klang bewahren. - Bild: Carsten Koall/dpa
  • Intendantin Andrea Zietzschmann hofft auf eine schnelle Lösung. - Bild: Carsten Koall/dpa
    Intendantin Andrea Zietzschmann hofft auf eine schnelle Lösung. - Bild: Carsten Koall/dpa
Das Gebäude könnte ab 2032 für mehrere Jahre schließen. - Bild: Carsten Koall/dpa Die Philharmonie ist eines der bekanntesten Gebäude Berlins. - Bild: Carsten Koall/dpa Der Konzertsaal von Architekt Hans Scharoun. - Bild: Carsten Koall/dpa Ein Blick hinter die Kulissen - ein alter Kabelkasten. - Bild: Carsten Koall/dpa Die bunten Glasscheiben benötigen eine moderne Dämmung. - Bild: Carsten Koall/dpa Das Orchester will sich trotz Sanierung seinen Klang bewahren. - Bild: Carsten Koall/dpa Intendantin Andrea Zietzschmann hofft auf eine schnelle Lösung. - Bild: Carsten Koall/dpa

Die Berliner Philharmonie muss grundlegend saniert werden, wobei für Gebäude und mögliche Ausweichspielstätte insgesamt rund 1,15 Milliarden Euro veranschlagt werden.

Sanierung ab 2032 geplant

Nach einer vom Orchester beauftragten Machbarkeitsstudie könnten die Arbeiten an dem 1963 eröffneten Konzertgebäude voraussichtlich 2032 beginnen. Die Philharmonie könnte anschließend bis 2040 geschlossen bleiben.

Allein die Sanierung des Großen Saals und des Kammermusiksaals wird in der Studie mit rund 800 Millionen Euro angesetzt. Davon entfallen 436 Millionen Euro auf den Großen Saal und 307 Millionen Euro auf den Kammermusiksaal.

Brandschutz und Technik veraltet

Handlungsbedarf besteht unter anderem beim Brandschutz, bei der Klimatechnik sowie bei den Kabel- und Sanitäranlagen. Verstopfte Rohre führten dem Orchester zufolge mitunter bereits zu überlaufenden Sanitäranlagen. Der tägliche Veranstaltungsbetrieb könne spätestens ab 2032 oder 2033 nicht mehr störungsfrei gewährleistet werden.

Seit der Eröffnung habe es keine grundsätzliche Instandsetzung gegeben, sagte Intendantin Andrea Zietzschmann. Die ungewöhnliche Philharmonie nahe dem Potsdamer Platz wurde nach Plänen des Architekten Hans Scharoun gebaut.

Tempelhof als Ausweichort

Für die mehrjährige Schließung benötigt das Orchester eine Interimsspielstätte. Die Studie veranschlagt dafür rund 350 Millionen Euro. Als besonders geeignet gelten die Hangars 1 bis 3 des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Im Gespräch sind außerdem das frühere Internationale Congress Centrum und ein Neubau auf einer Freifläche.

Die Berliner Philharmoniker sorgen sich vor allem um die Akustik des Ausweichortes und um den späteren Erhalt des charakteristischen Klangs. Musiker Philipp Bohnen bezeichnete den Saal als das Instrument des Orchesters.

Finanzierung noch nicht vollständig geklärt

Der Bund sagte über den Hauptstadtfinanzierungsvertrag bis zu 225 Millionen Euro zu. Im Investitionshaushalt des Landes Berlin sind nach Angaben Zietzschmanns 350 Millionen Euro vorgesehen. Damit wären rund 575 Millionen Euro abgedeckt; für das Gesamtprojekt bleibt ein erheblicher weiterer Finanzierungsbedarf.

Die Philharmonie reiht sich in eine Serie großer Berliner Kultur- und Museumsbaustellen ein. Auch das Pergamonmuseum und die Staatsbibliothek werden saniert; in der Nähe der Philharmonie entsteht zudem das Museum Berlin Modern. Zietzschmann dringt auf eine Entscheidung innerhalb des kommenden halben Jahres, damit der Zeitplan nicht weiter verzögert wird.

Sanierungsstau bei Kulturbauten

Die geplante Erneuerung der Philharmonie steht beispielhaft für den hohen Investitionsbedarf bei öffentlichen Kulturgebäuden. Die 1963 eröffnete Philharmonie und der 1987 hinzugekommene Kammermusiksaal wurden seit ihrer Eröffnung nicht grundlegend instand gesetzt. Nun treffen veraltete technische Anlagen, Brandschutzanforderungen und bauliche Besonderheiten des denkmalprägenden Scharoun-Ensembles aufeinander.

Eine Milliarde Euro für Gebäude und Ausweichort

Die Studie unterscheidet zwischen rund 800 Millionen Euro für die eigentliche Sanierung und etwa 350 Millionen Euro für eine mögliche Ausweichspielstätte im ehemaligen Flughafen Tempelhof. Damit würde das Vorhaben insgesamt rund 1,15 Milliarden Euro umfassen. Die Größenordnung zeigt, dass nicht allein die Reparatur einzelner Anlagen, sondern die Aufrechterhaltung des Konzertbetriebs während einer mehrjährigen Schließung finanziell entscheidend ist.

Entscheidung mit langfristigen Folgen

Für Berlin geht es deshalb um mehr als um eine einzelne Baumaßnahme. Die Philharmoniker sind international sichtbar, zugleich bindet das Projekt über Jahre erhebliche öffentliche Mittel. Bund und Land haben zusammen bereits bis zu 575 Millionen Euro beziehungsweise 350 Millionen Euro in Aussicht gestellt oder eingeplant; für die vollständige Finanzierung bleibt damit eine große Lücke. Eine frühe Entscheidung über Bauplanung und Interimsspielstätte wäre für Konzertkalender, Beschäftigte und Publikum wichtig. Besonders anspruchsvoll wird, die akustischen Eigenschaften des Saals zu bewahren und zugleich heutige Anforderungen an Sicherheit, Technik und Barrierefreiheit zu erfüllen.

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