Berlin-Marzahn: Mehr als 140 Beamte suchen Lisa T.
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 13:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWSPolizeiliche Suche im Bezirk Marzahn-Hellersdorf
- Lisa T. verließ am Dienstag gegen 7.15 Uhr ihr Wohnhaus und wollte vom Barnimplatz zur Schule fahren.
- Mehr als 140 Einsatzkräfte befragten Anwohner und verteilten Zeugenaufrufe im Umfeld des Wohnhauses.
- Die Polizei veröffentlichte eine Beschreibung mit Kleidung, Körpergröße und einem schwarzen Rucksack.
Polizei setzt Suche nach 13-jähriger Lisa T. fort
Mehr als 140 Beamte suchen in Berlin-Marzahn weiter nach der seit Dienstag vermissten 13-jährigen Lisa T. Die Staatsanwaltschaft sieht weiterhin Anhaltspunkte für ein mögliches Verbrechen.
Ermittler befragen Anwohner
Einsatzkräfte der Einsatzhundertschaft und der Mordkommission waren am Samstag in Marzahn-Hellersdorf unterwegs. Sie befragten Anwohnerinnen und Anwohner, verteilten Zeugenaufrufe und baten um Hinweise an das Hinweistelefon oder die Hinweis-Mailadresse des Landeskriminalamts.
Lisa T. hatte ihr Wohnhaus am Dienstag gegen 7.15 Uhr verlassen, um gegen 7.30 Uhr vom Barnimplatz zu ihrer Schule in der Sella-Hasse-Straße zu fahren. Dort kam sie nicht an.
Hubschrauber und Spürhunde im Einsatz
Bei der Suche am Freitag überflog ein Hubschrauber das von Plattenbauten und Grünflächen geprägte Wohngebiet. Zusätzlich setzten die Einsatzkräfte Spürhunde ein.
Die Polizei beschreibt Lisa T. als 1,60 bis 1,65 Meter groß und schlank. Sie habe lange dunkle Haare, sei dem Foto zufolge asiatischstämmig und zuletzt mit einer schwarzen Winterjacke, einem grauen Oberteil, einer blauen Jeans, weißen Sneakern und einem schwarzen Rucksack bekleidet gewesen.
Erinnerung an ungeklärten Fall Rebecca
Der Fall erinnert an das Verschwinden der 15-jährigen Rebecca aus Berlin-Britz im Februar 2019. Sie wurde trotz umfangreicher Suchmaßnahmen bis heute nicht gefunden.
Damals kamen unter anderem Suchtrupps, Hunde, Hubschrauber, Drohnen, Bagger, Boote und Taucher zum Einsatz. Die Polizei wertete außerdem Handydaten und zahlreiche Hinweise aus.
Vermisstenfälle mit Kindern lösen in Berlin regelmäßig umfangreiche Suchmaßnahmen aus. Entscheidend für die Einsatzplanung sind dabei der letzte bekannte Aufenthaltsort, der vermutete Weg und mögliche Hinweise aus dem Umfeld.
Im Fall von Lisa T. konzentriert sich die Suche auf Marzahn-Hellersdorf und den Weg zwischen Wohnhaus, Barnimplatz und der Schule in der Sella-Hasse-Straße. Der Einsatz von Einsatzhundertschaft, Mordkommission, Hubschrauber und Spürhunden zeigt, dass die Ermittler verschiedene Suchansätze parallel verfolgen.
Hinweise können entscheidend sein
Für die Bevölkerung sind vor allem Beobachtungen am Dienstagmorgen relevant. Auch scheinbar nebensächliche Wahrnehmungen entlang des Schulwegs können für die Rekonstruktion der letzten bekannten Bewegungen wichtig sein. Die Polizei bittet deshalb um Hinweise an das eingerichtete Hinweistelefon oder die Hinweis-Mailadresse des Landeskriminalamts.
Der Fall erinnert zugleich an das weiterhin ungeklärte Verschwinden der 15-jährigen Rebecca aus Berlin im Februar 2019. Die damaligen umfangreichen Suchmaßnahmen führten nicht zum Auffinden der Vermissten. Beide Fälle sind jedoch getrennt zu betrachten; aus der laufenden Suche nach Lisa T. lassen sich keine Rückschlüsse auf den Ausgang des älteren Falls ziehen.
Ermittlungen laufen weiter
Die Einstufung als möglicher Kriminalfall verändert die Priorität der Ermittlungen. Neben der Suche nach dem Mädchen geht es darum, Zeugenaussagen, mögliche Videoaufnahmen und andere Spuren entlang des Weges zeitlich einzuordnen. Für Angehörige und Anwohner bleibt die Suche solange offen, bis Lisa gefunden oder ihr Aufenthaltsort geklärt ist.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Stern: „Berlin: 13-Jährige weiter vermisst“ (07.11.2026)
Der Artikel bestätige, dass die Suche am Samstag fortgesetzt werde und Lisa T. seit Dienstag auf dem Weg zur Schule vermisst werde. Er setze den Schwerpunkt auf die bisherigen Suchmittel und den Aufruf der Mordkommission nach Zeugen.
rbb24: „Große Suchaktion: 13-jähriges Mädchen aus Marzahn vermisst“ (07.11.2026)
Der Beitrag berichte ebenfalls über die Fortsetzung der Suche und die Ermittlungen der Mordkommission. Anders als der Stern-Artikel ordne er zusätzlich das Vorgehen bei Vermisstenfällen ein; offen bleibe weiterhin, wo sich das Mädchen befindet.
Beide Beiträge stimmten beim Zeitpunkt des Verschwindens, dem Suchgebiet und dem möglichen Straftatbezug überein. Unterschiede ergäben sich vor allem bei der Schwerpunktsetzung zwischen laufender Suche und polizeilicher Einordnung.
