BER: Drohnensichtung legt Flugbetrieb für 45 Minuten lahm
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 22:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWegen einer Drohnensichtung ist der Flugbetrieb am Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) am Mittwochabend für 45 Minuten eingestellt worden.
Sperrung beider Start- und Landebahnen
Um 20.00 Uhr wurde eine Drohne gesichtet. Die Deutsche Flugsicherung sperrte daraufhin zunächst die Nordpiste für Starts und Landungen, um 20.20 Uhr folgte die Südpiste.
Um 21.05 Uhr wurde die Sperrung nach Angaben von BER und Bundespolizei wieder aufgehoben. Kurz nach 21.00 Uhr gab es Entwarnung.
Verspätungen und Umleitungen
Während der Sperrung konnten keine Flugzeuge starten oder landen. Bei zahlreichen Flügen kam es zu Verzögerungen bei Starts und Landungen. Mehrere Maschinen wurden auf andere Flughäfen umgeleitet.
Keine Drohne gefunden
Mitarbeiter des Flughafens hatten das Flugobjekt nach Angaben der Bundespolizei gesichtet. Einsatzkräfte hielten anschließend Ausschau nach der Drohne, konnten sie jedoch nicht feststellen.
BER besonders häufig betroffen
Am BER wurden im ersten Halbjahr 28 Drohnensichtungen registriert. Damit lag der Flughafen vor Frankfurt am Main, wo im selben Zeitraum eine Sichtung weniger erfasst wurde.
In sieben Fällen musste der Flugbetrieb am BER wegen Drohnen vorübergehend unterbrochen werden. Im gesamten Jahr 2025 waren laut Deutscher Flugsicherung lediglich acht Drohnen am BER sowie im umliegenden Großraum festgestellt worden.
Debatte nach Fund in Leipzig
Zuletzt hatte ein Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Halle für Aufsehen gesorgt. Dort war ein mit Sprengstoff präpariertes Fluggerät neben ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden.
Die Bundesregierung macht Russland für den versuchten Angriff verantwortlich. Moskau weist die Verantwortung zurück.
Wachsende Belastung für den Luftverkehr
Die zeitweise Sperrung des BER zeigt, dass bereits eine einzelne Drohnensichtung erhebliche Auswirkungen auf den zivilen Luftverkehr haben kann. Weil Starts und Landungen nur unter strengen Sicherheitsvorgaben stattfinden dürfen, werden zunächst die betroffenen Pisten gesperrt und anschließend Umleitungen oder Verzögerungen in Kauf genommen.
Die im ersten Halbjahr registrierten 28 Drohnen am BER markieren dabei eine deutliche Zunahme gegenüber dem gesamten Jahr 2025, in dem im Großraum des Flughafens acht Sichtungen erfasst wurden. Sieben Unterbrechungen des Flugbetriebs in sechs Monaten verdeutlichen, dass es nicht nur um einzelne Beobachtungen, sondern um ein wiederkehrendes Betriebsrisiko geht.
Sicherheitsfrage reicht über Berlin hinaus
Der Vorgang fällt in eine Phase, in der Drohnen auch an anderen europäischen Flughäfen und in der Nähe militärischer Einrichtungen für Unterbrechungen und Sicherheitsprüfungen sorgen. Der Fund eines mit Sprengstoff präparierten Fluggeräts am Flughafen Leipzig/Halle hat die Debatte über mögliche Sabotage und die Zuständigkeiten bei der Drohnenabwehr zusätzlich verschärft.
Für Reisende bedeutet das vor allem ein praktisches Risiko: Auch wenn keine Drohne gefunden wird, können sich Abflüge, Ankünfte und Anschlussverbindungen verschieben. Für Flughäfen und Behörden stellt sich zugleich die Aufgabe, verdächtige Flugobjekte schneller zu orten, Gefahren verlässlich zu bewerten und den Betrieb nach einer Entwarnung möglichst rasch wieder aufzunehmen.
