BER: Drohnensichtung legt Flugbetrieb für 45 Minuten lahm
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 21:39 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEine Drohnensichtung hat den Flugbetrieb am Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) am Mittwochabend für 45 Minuten vollständig unterbrochen.
Nord- und Südpiste zeitweise gesperrt
Nach Angaben von BER und Bundespolizei wurde um 20.00 Uhr eine Drohne gesichtet. Daraufhin sperrte die Deutsche Flugsicherung zunächst die Nordpiste für Starts und Landungen.
Um 20.20 Uhr wurde auch die Südpiste geschlossen. Um 21.05 Uhr war die Sperrung wieder aufgehoben, sodass Flugzeuge erneut starten und landen durften.
BER mit den meisten Sichtungen im ersten Halbjahr
Am BER registrierte der Tower in Schönefeld im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 28 Drohnensichtungen. Damit gab es an keinem anderen deutschen Flughafen mehr Vorfälle; am Flughafen Frankfurt am Main wurde eine Sichtung weniger erfasst.
Deutlich mehr Fälle als im Vorjahr
In sieben Fällen musste der Flugverkehr am BER wegen Drohnen vorübergehend unterbrochen werden. Im gesamten Jahr 2025 waren laut Deutscher Flugsicherung lediglich acht Drohnen am BER sowie im umliegenden Großraum festgestellt worden.
Mehr Drohnensichtungen im deutschen Luftverkehr
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Drohnen an Flughäfen kein Einzelfall mehr sind. Mit 28 registrierten Flugobjekten im ersten Halbjahr liegt der BER bereits über dem Wert des gesamten Jahres 2025, als im Umfeld des Flughafens acht Sichtungen erfasst wurden. Die Zahl beschreibt zunächst Beobachtungen; sie sagt nicht aus, ob die Drohnen absichtlich in den Sicherheitsbereich gesteuert wurden.
Für den Flugbetrieb zählt dennoch jede Sichtung. Startende und landende Flugzeuge bewegen sich in niedriger Höhe, während kleine Drohnen von Cockpitbesatzungen und Towerpersonal schwer zuverlässig einzuordnen sind. Eine vorsorgliche Sperrung der Pisten soll deshalb das Risiko einer Kollision oder einer gefährlichen Annäherung vermeiden, kann aber innerhalb kurzer Zeit den gesamten Ablauf eines Flughafens beeinträchtigen.
Folgen für BER und Reisende
Die 45-minütige Unterbrechung zeigt die unmittelbare Wirkung solcher Vorfälle: Auch eine einzelne Sichtung kann Starts, Landungen und Anschlussverbindungen verzögern. Bei einem internationalen Drehkreuz können sich daraus Ketteneffekte für den weiteren Abendverkehr ergeben, selbst wenn die Sperre nach kurzer Zeit aufgehoben wird.
Die Entwicklung erhöht zugleich den Druck auf Betreiber, Flugsicherung und Sicherheitsbehörden, Sichtungen schneller zu bewerten und Verursacher zu ermitteln. Für Reisende bleibt entscheidend, dass der Flugbetrieb nach der Freigabe der Pisten wieder aufgenommen wurde; Verspätungen können jedoch noch nachwirken.
