Zugspitze: Bergwacht findet Knochen und zwei GoPro-Kameras
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 12:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFunde am Höllentalferner
- Die Bergwacht Grainau sammelte am Höllentalferner an der Zugspitze Müll und verlorene Ausrüstung ein.
- Zu den geborgenen Gegenständen gehörten zwei GoPro-Kameras, Schlafsäcke, Rucksäcke und Steigeisen.
- Die Polizei untersucht mehrere Knochen und prüft mögliche Zusammenhänge mit Vermisstenfällen.
Aufräumaktion am Höllentalferner bringt ungewöhnliche Funde
Bei einer Aufräumaktion am Höllentalferner an der Zugspitze haben Ehrenamtliche der Bergwacht viel Müll, verlorene Ausrüstung und mehrere Knochen gefunden. Die Polizei untersucht die Knochen nun auch im Zusammenhang mit möglichen Vermisstenfällen.
Die Aktion fand am Samstag während einer gemeinsamen Übung der Bergwacht mit der Polizeihubschrauberstaffel Bayern statt.
Rettungsübung wird zur Sammelaktion
Im Rahmen der Gebirgsflugausbildung übte die Hubschrauberbesatzung Landungen und Einsätze mit der Rettungswinde in schwierigem Gelände. Die Besatzung setzte die Bergwachtlerinnen und Bergwachtler an verschiedenen Stellen des Höllentalferners ab.
Die Ehrenamtlichen nutzten den Einsatz für eine Aufräumaktion, die auf Bairisch „Ramadama“ genannt wird. Sie sammelten unter anderem Plastikflaschen und weitere Alltagsabfälle ein.
Rucksäcke, Steigeisen und zwei Kameras
Unter den geborgenen Gegenständen waren Kleidung, Schlafsäcke, Rucksäcke, Grödel, Steigeisen und Stöcke. Außerdem fanden die Helfer zwei GoPro-Kameras.
Knochen werden untersucht
Die Bergwacht Grainau teilte mit, dass mehrere Knochen zu den besonderen Funden gehörten. Diese werden nun von der Polizei weiter untersucht und mit möglichen Vermisstenfällen abgeglichen.
Der Höllentalferner liegt an einem stark frequentierten Zustieg zur Zugspitze. Auf Gletschern verändern Schmelze, Bewegung und wechselnde Schneebedeckung die Oberfläche ständig. Dadurch können Gegenstände, die lange verborgen waren, wieder sichtbar werden.
Die gefundene Ausrüstung reicht von Alltagsmüll bis zu typischer Hochtourenausrüstung. Dass bei einer solchen Sammelaktion auch Kameras und persönliche Gegenstände auftauchen, zeigt die langfristigen Folgen von Bergsport und Tourismus für empfindliche alpine Räume.
Polizei prüft mögliche Zusammenhänge
Die Knochen werden nun polizeilich untersucht und mit möglichen Vermisstenfällen abgeglichen. Für Angehörige vermisster Menschen können Funde in schwer zugänglichem Gelände grundsätzlich neue Ermittlungsansätze liefern; eine Zuordnung ergibt sich daraus jedoch erst nach der Untersuchung.
Die gemeinsame Übung von Bergwacht und Polizeihubschrauberstaffel verbindet praktische Rettungsausbildung mit Naturschutz. Solche Einsätze sind besonders auf Gletschern aufwendig, weil Rettungskräfte dort mit Spalten, instabilem Untergrund und wechselnden Wetterbedingungen rechnen müssen.
