Neustadt am Rübenberge, Auto-Angriff

Neustadt: Auto verletzt mindestens fünf Menschen, drei Festnahmen

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 13:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bei dem Angriff nahe Hannover wurden mindestens fünf Menschen verletzt, einige davon schwer. Die Polizei nahm drei Personen vorläufig fest und sucht weiter nach den flüchtigen Tatverdächtigen.

Ermittlungen nach dem Angriff in Neustadt

  • Polizisten nahmen an der Anschrift des Fahrzeughalters drei Menschen vorläufig fest.
  • Der Angriff ereignete sich gegen 23.30 Uhr nahe dem Schützenplatz in Neustadt am Rübenberge.
  • Der Fahrer ließ das Auto zurück und flüchtete, während die Polizei mit einem Hubschrauber nach Tatverdächtigen suchte.
  • Ein BMW steht in der Nacht an einer Einsatzstelle in der Region Hannover. Einsatzkräfte haben zuvor auf ein Auto geschossen, dass zuvor in eine Gruppe von Menschen gefahren war. - Bild: Moritz Frankenberg/dpa
  • Die Ermittler gehen nach bisherigem Stand davon aus, dass sich die Beteiligten kannten. - Bild: Moritz Frankenberg/dpa
  • Ein Auto fuhr in eine Menschenmenge, mehrere Verletzte mussten ins Krankenhaus. - Bild: Moritz Frankenberg/dpa
Ein BMW steht in der Nacht an einer Einsatzstelle in der Region Hannover. Einsatzkräfte haben zuvor auf ein Auto geschossen, dass zuvor in eine Gruppe von Menschen gefahren war. - Bild: Moritz Frankenberg/dpa Die Ermittler gehen nach bisherigem Stand davon aus, dass sich die Beteiligten kannten. - Bild: Moritz Frankenberg/dpa Ein Auto fuhr in eine Menschenmenge, mehrere Verletzte mussten ins Krankenhaus. - Bild: Moritz Frankenberg/dpa

Angriff nahe Hannover löst Großeinsatz aus

Nach einem gezielten Angriff mit einem Auto auf eine kleine Menschengruppe bei Hannover ermittelt die Polizei wegen eines versuchten Tötungsdelikts. An der Anschrift des Fahrzeughalters nahm sie drei Menschen vorläufig fest.

Mindestens fünf Menschen verletzt

Ob die Festgenommenen unmittelbar mit der Tat im niedersächsischen Neustadt am Rübenberge zusammenhängen, wird noch geprüft. Mindestens fünf Menschen wurden leicht bis schwer verletzt; sie kamen in umliegende Krankenhäuser und waren nach Polizeiangaben nicht in Lebensgefahr.

Möglicher Zusammenhang mit Großfamilien

Die Ermittler gehen bisher davon aus, dass sich die Beteiligten kannten. Nach Polizeiangaben gehören sie Großfamilien an, die in Teilen bereits im Zusammenhang mit sogenannter Clankriminalität aufgefallen seien.

Ob der Angriff damit zusammenhängt, blieb zunächst offen. Auch das Motiv ist unklar; für die Bevölkerung bestand nach dem bisherigen Kenntnisstand keine Gefahr, Hinweise auf einen Anschlag gab es nicht.

Schüsse während einer Verkehrskontrolle

Der Angriff ereignete sich am späten Montagabend gegen 23.30 Uhr im Bereich des Schützenplatzes östlich des Ortskerns. Ein Tatverdächtiger steuerte den Wagen gezielt in die Gruppe, die auf der Straße stand.

Polizeikräfte waren wegen einer allgemeinen Verkehrskontrolle zufällig in der Nähe. Sie gaben Schüsse auf das Auto ab, um die Tat zu stoppen; der Fahrer ließ den Wagen zurück und flüchtete.

Fahndung zunächst ohne Erfolg

Ob weitere Menschen im Auto saßen, ist ebenso offen wie die genaue Zahl der Beteiligten und ihre jeweiligen Rollen. Eine sofort eingeleitete Fahndung mit zahlreichen Einsatzkräften und einem Polizeihubschrauber blieb zunächst erfolglos.

Die drei vorläufigen Festnahmen erfolgten an der Anschrift des Halters des Tatfahrzeugs. Der Tatort wurde abgesperrt, mehrere beschädigte Autos waren zu sehen, darunter Fahrzeuge mit platten Reifen, zerstörter Heckscheibe und Einschusslöchern.

Ermittlungen der Kriminalpolizei

Der Kriminaldauerdienst Hannover übernahm die Ermittlungen. Das Verfahren wegen eines versuchten Tötungsdelikts wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Hannover eingeleitet.

Die Ermittler sichern Spuren und untersuchen den Ablauf, die Hintergründe und die Identität der Tatverdächtigen. Zeugen werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst zu melden.

Der Angriff ereignete sich in einer Situation, in der Polizeikräfte wegen einer allgemeinen Verkehrskontrolle unmittelbar in der Nähe waren. Dadurch konnten die Beamten nach Angaben der Polizei schnell eingreifen und den Wagen durch Schüsse stoppen. Für die Ermittler stehen nun die Rekonstruktion des Ablaufs, die Zuordnung der Beteiligten und die Klärung des Motivs im Mittelpunkt.

Die vorläufigen Festnahmen an der Anschrift des Fahrzeughalters bedeuten noch keine abschließende Zuordnung der Tat. Entscheidend wird sein, welche Rolle die festgenommenen Personen gespielt haben und wer den Wagen steuerte. Auch die Frage, ob weitere Menschen im Fahrzeug saßen oder vom Tatort flüchteten, ist für das Verfahren von Bedeutung.

Ermittlungen zu Motiv und Begriffen

Die Polizei sieht einen möglichen Zusammenhang mit Großfamilien, die teilweise bereits im Zusammenhang mit sogenannter Clankriminalität aufgefallen seien. Der Begriff bleibt politisch und gesellschaftlich umstritten, weil er sehr unterschiedliche Familien und Personen pauschal unter einen Verdacht stellen kann. Für das konkrete Verfahren müssen deshalb individuelle Tatbeiträge und belastbare Beweise maßgeblich sein.

Für Anwohner ist vor allem relevant, dass die Polizei nach bisherigem Stand keine Gefahr für die Bevölkerung und keine Hinweise auf einen Anschlag sieht. Zugleich zeigt der Großeinsatz, welche Folgen ein gezielter Angriff im öffentlichen Raum für Rettungsdienst, Polizei und den Verkehr vor Ort hat. Die Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft Hannover sollen klären, ob sich der Verdacht eines versuchten Tötungsdelikts erhärtet.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

NDR: „Auto steuert in Menschengruppe: Polizei nimmt drei Verdächtige fest“ (27.10.2026)

Der Bericht bestätigt den gezielten Angriff, die drei vorläufigen Festnahmen und die Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Einen zusätzlichen Schwerpunkt legt er auf die umstrittene Verwendung des Begriffs Clankriminalität und die weiterhin offenen Rollen der Beteiligten.

STERN: „Täter auf der Flucht: Auto fährt in Menschengruppe - Polizei schießt auf Wagen“ (27.10.2026)

Der Bericht hebt den Ablauf der Tat, die Flucht zu Fuß und den Polizeieinsatz hervor. Anders als der NDR-Bericht konzentriert er sich stärker auf die zunächst unklaren Hintergründe und die noch nicht geklärten Tatbeteiligungen.

Beide Berichte stimmen beim Angriff, den Verletzten und dem Polizeieinsatz überein. Offen bleiben vor allem Motiv, Zahl und Rollen der Beteiligten sowie die rechtliche Bewertung.

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