Axel Scheffler: Grüffelo soll nicht per KI aufs Oktoberfest
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 09:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Illustrator Axel Scheffler will seine berühmte Kinderbuchfigur Grüffelo nicht auf dem Oktoberfest sehen und fordert Verlage wegen KI-generierter Buchcover zum Handeln auf.
„Schockierend“: Grüffelo auf dem Oktoberfest
Ein Freund habe ihm Bilder von künstlich erzeugten Buchcovern mit dem Titel „Der Grüffelo auf dem Oktoberfest“ geschickt, sagte der 68-Jährige der „Süddeutschen Zeitung“. Das sei schockierend gewesen.
Scheffler, der seit vielen Jahren in London lebt, erklärte, er habe lange versucht, künstliche Intelligenz zu ignorieren. Nun müsse er sich damit auseinandersetzen, auch wenn er keine Lust darauf habe.
Scheffler fordert Maßnahmen der Verlage
„Die Verlage müssen etwas dagegen unternehmen“, sagte der Illustrator. Seine Forderung richtet sich damit gegen die Verwendung seiner bekannten Figur in KI-generierten Darstellungen, die den Eindruck offizieller Buchprojekte erwecken könnten.
Grüffelo seit 1999 erfolgreich
Das Bilderbuch „Der Grüffelo“ erschien 1999 und wurde weltweit zum Bestseller. Die Geschichte stammt von der britischen Kinderbuchautorin Julia Donaldson; Scheffler gab dem titelgebenden Fabeltier seine Gestalt.
2004 folgte „Das Grüffelokind“. Mehr als 20 Jahre später erschien mit „Die Grüffelo-Oma“ ein dritter Band der Reihe. Zu der Frage, warum es nun eine Fortsetzung gebe, verwies Scheffler auf Donaldson.
Kein Druck vom Verlag
Scheffler sagte, er habe nie vorgehabt, eine weitere Fortsetzung zu machen. Donaldson habe bereits länger darüber nachgedacht; es sei schließlich ein kreativer Impuls gewesen.
Druck vom Verlag habe es jedenfalls nicht gegeben, erklärte Scheffler. Am Geld könne es sicher auch nicht liegen.
KI verändert die Buchbranche
Der Fall verweist auf eine breitere Entwicklung in der Buchbranche: Bildgeneratoren können bekannte Figuren, Stile und Verkaufsanlässe in kurzer Zeit imitieren. Für Illustratorinnen und Illustratoren berührt das nicht nur die Frage nach künstlerischer Anerkennung, sondern auch die wirtschaftliche Grundlage ihrer Arbeit.
Besonders heikel ist die Nutzung geschützter Figuren. Der Grüffelo ist seit dem Erscheinen des ersten Bilderbuchs 1999 zu einer international bekannten Marke geworden; Schefflers Gestaltung prägt dabei das äußere Erscheinungsbild der Figur. KI-Bilder, die den Grüffelo in neue Szenarien versetzen, können deshalb wie inoffizielle Produkte oder Verlagsangebote wirken.
Verlage unter Handlungsdruck
Verlage müssen mehrere Interessen zusammenführen: Urheberrechte, Marken- und Persönlichkeitsrechte, die Kontrolle über Buchillustrationen sowie den Wunsch nach effizienteren Produktionsprozessen. Klare Vertragsregeln, Herkunftsnachweise für Bildmaterial und eine Kennzeichnung maschinell erzeugter Inhalte könnten dabei an Bedeutung gewinnen.
Für Leserinnen und Leser entsteht eine praktische Folge: Nicht jedes Bild mit einer bekannten Kinderbuchfigur stammt aus einem autorisierten Buch. Bei offiziellen Neuerscheinungen bleiben Verlag, Autorin und Illustrator die entscheidenden Orientierungspunkte. Die Debatte über den Grüffelo steht damit beispielhaft für die Frage, wie Kreative ihre Werke und Figuren im Zeitalter generativer KI kontrollieren können.
