Barolo-Diebstahl im Piemont: 3.000 Flaschen aus Weingut gestohlen
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 12:19 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Aus dem Weingut Conterno e Fantino im piemontesischen Monforte d’Alba sind mehr als 3.000 Flaschen Barolo im Wert von mehreren Hunderttausend Euro gestohlen worden.
Einbruch dauerte rund drei Stunden
Ein Kommando aus vier vermummten Männern drang in der Nacht zum Donnerstag vergangener Woche in die Lagerhallen der Weinkellerei ein. Die Täter stiegen nach Informationen der Lokalzeitung «Gazzeta dell’Alba» über ein ungesichertes Fenster in das Weingut ein.
Auf Aufnahmen einer Überwachungskamera ist demnach zu sehen, wie ein schwarz gekleideter Mann mit Sturmhaube und Handschuhen um 23.58 Uhr in einem Lager auftaucht. Er startete fachmännisch einen Gabelstapler und fuhr damit herum.
Lieferwagen des Weinguts genutzt
Die Diebe verluden die Flaschen auf zwei Lieferwagen des Weinguts. Den Motor sollen sie erst in einiger Entfernung gestartet haben, um möglichst wenig Aufmerksamkeit zu erregen. Die gesamte Aktion dauerte etwa drei Stunden.
Unter den gestohlenen Weinen befinden sich Flaschen der Jahrgänge 2021 und 2022 sowie mehrere Großformate: Magnum-Flaschen mit 1,5 Litern und Jeroboam-Flaschen mit drei Litern Inhalt. Die Suche nach den Tätern blieb zunächst erfolglos.
Besitzer bitten um Hinweise
Die Besitzer erklärten, sie hätten in der Nacht nichts von dem Einbruch bemerkt. Gegen einen sorgfältig geplanten und bis ins Detail vorbereiteten Einbruch habe man kaum etwas unternehmen können.
Die Polizei sucht insbesondere nach den beiden gestohlenen Lieferwagen, weil die Täter dort möglicherweise Spuren hinterlassen haben. Zudem sollen die Bilder der Überwachungskameras ausgewertet werden.
Das Weingut Conterno e Fantino wurde 1982 von den Winzern Claudio Conterno und Guido Fantino gegründet. Barolo ist ein trockener Rotwein aus dem Piemont im Norden Italiens und gilt als einer der berühmtesten und teuersten Weine des Landes.
Barolo als begehrte Luxusware
Barolo zählt zu den bekanntesten Qualitätsweinen Italiens. Die geschützte Herkunftsbezeichnung ist an das Anbaugebiet in den Langhe im Piemont gebunden; produziert wird der Wein aus Nebbiolo-Trauben und nach festgelegten Reifevorgaben. Besonders gefragte Erzeuger und Jahrgänge erzielen im Fachhandel und bei Auktionen hohe Preise.
Der Diebstahl trifft damit nicht nur einen gewöhnlichen Lagerbestand. Neben den mehr als 3.000 Flaschen der Jahrgänge 2021 und 2022 wurden auch Magnum- und Jeroboam-Flaschen entwendet. Solche Großformate sind seltener, leichter zuzuordnen und können für Sammler einen besonderen Wert besitzen.
Ermittlungen und Risiken für den Handel
Für die Ermittler sind die beiden Lieferwagen, die Überwachungsvideos und mögliche Spuren am Tatort zentrale Ansatzpunkte. Die Bitte des Weinguts an Händler und Privatpersonen zielt zugleich darauf, den Absatz der Beute zu erschweren. Auffällige Angebote könnten Hinweise auf die Täter oder auf Zwischenhändler liefern.
Die Größenordnung des Verlusts zeigt, dass hochwertige Weine zunehmend wie andere Luxusgüter behandelt werden müssen. Für Käufer ist die Herkunftsdokumentation besonders wichtig: Ungewöhnlich günstige Angebote, fehlende Rechnungen oder nicht nachvollziehbare Serien- und Jahrgangsangaben können auf einen illegalen Vertriebsweg hindeuten. Ob die gestohlenen Flaschen in Italien bleiben oder über den internationalen Weinhandel angeboten werden, hängt vom weiteren Verlauf der Ermittlungen ab.
