Art Basel Paris, Proteste in Paris

Art Basel Paris öffnet Freitag trotz Protesten und Sicherheitsrisiko

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 13:41 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Mehr als 200 Galerien präsentieren im Pariser Grand Palais Werke internationaler Künstler. Verstärkte Schutzmaßnahmen sollen Besucher und Aussteller angesichts angekündigter Proteste sichern.

Millionenverkäufe am Grand Palais

  • Die Galerie David Zwirner verkaufte ein Gemälde von Gerhard Richter für 8,5 Millionen US-Dollar.
  • Vier Werke von Robert Ryman wechselten für 4 Millionen, 1,25 Millionen, 850.000 und 650.000 Dollar den Besitzer.
  • Die Veranstalter stehen wegen der angekündigten Proteste am Samstag im Austausch mit den Sicherheitsbehörden.
  • Ob die internationale Kunstmesse wie geplant bis Sonntag geöffnet bleibt, ist offen. - Bild: Sabine Glaubitz/dpa
  • Plünderungen und beschädigte Schaufenster bei den vergangenen Protesten verunsicherten Sammler und Galerien. - Bild: Sabine Glaubitz/dpa
Ob die internationale Kunstmesse wie geplant bis Sonntag geöffnet bleibt, ist offen. - Bild: Sabine Glaubitz/dpa Plünderungen und beschädigte Schaufenster bei den vergangenen Protesten verunsicherten Sammler und Galerien. - Bild: Sabine Glaubitz/dpa

Art Basel Paris öffnet unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen

Die Kunstmesse Art Basel Paris öffnet nach den VIP-Tagen am Freitag für das breite Publikum. Mehr als 200 Galerien aus aller Welt zeigen im Grand Palais ihre Werke, während Proteste und die Angst vor neuen Ausschreitungen die Veranstaltung überschatten.

Entscheidung über Schließung kann kurzfristig fallen

Für Samstag sind neue Proteste angekündigt. Ob die Messe wie geplant bis Sonntag geöffnet bleibt, ist offen; eine Entscheidung über eine mögliche Schließung könnte nach Angaben der Messeleitung erst in letzter Minute fallen.

Messedirektor Karim Crippa erklärte, die Veranstalter stünden dazu in engem Austausch mit den Sicherheitsbehörden. Die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Grand Palais wurden verstärkt.

Barrieren und zusätzliches Personal

Barrieren sollen das Gelände vor Fahrzeugangriffen schützen. Zusätzliches Sicherheitspersonal soll das Messegelände rund um die Uhr sichern.

Hintergrund sind die Ausschreitungen am vergangenen Wochenende, die sich unter anderem gegen die hohen Lebensmittelkosten richteten. Auf den Champs-Élysées wurden zahlreiche Geschäfte beschädigt; in Teilen der Pariser Innenstadt verhängten die Behörden anschließend nächtliche Ausgangssperren.

Sammler und Galerien verunsichert

Plünderungen und beschädigte Schaufenster verunsicherten Sammler und Galerien. Die Veranstalter verwiesen VIP-Gäste auf die verstärkten Sicherheitsvorkehrungen.

Werke für Millionenbeträge verkauft

Die Art Basel Paris zählt zu den bedeutenden internationalen Kunstmessen. Bereits am ersten VIP-Tag am Dienstag wurden Werke für Millionenbeträge verkauft.

Die Galerie David Zwirner meldete den Verkauf eines Gemäldes von Gerhard Richter für 8,5 Millionen US-Dollar. Vier Gemälde von Robert Ryman wurden für 4 Millionen, 1,25 Millionen, 850.000 und 650.000 Dollar verkauft.

Auch die Galerie Thaddaeus Ropac berichtete von zahlreichen Verkäufen, darunter Werke von Georg Baselitz und Lucio Fontana.

Die Art Basel Paris fällt in eine angespannte Lage im französischen Hauptstadtgebiet. Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem hatten am vergangenen Wochenende in mehreren Städten zu schweren Ausschreitungen geführt. Dabei wurden Geschäfte geplündert, öffentliche Gebäude angegriffen und Brände gelegt; anschließend verhängten Behörden in mehreren Großstädten nächtliche Ausgangssperren.

Sicherheitslage verschärft sich

Für das kommende Wochenende sind neue Proteste angekündigt. Frankreichs Sicherheitsbehörden bereiten deshalb zusätzliche Kräfte vor. Der französische Präsident Emmanuel Macron beriet am Donnerstag mit Ministern und Geheimdienstvertretern über die Ereignisse und die Vorbereitung auf weitere Demonstrationen.

Für die Kunstmesse bedeutet das eine besondere Belastung: Der Grand Palais liegt zentral in Paris, während die Messe auf internationale Besucher, Galerien und hochpreisige Transaktionen angewiesen ist. Barrieren gegen Fahrzeugangriffe und zusätzliches Personal sollen den Zugang und das Gelände schützen.

Bedeutung für Kunstmarkt und Besucher

Die Verkäufe in Millionenhöhe zeigen zugleich die wirtschaftliche Bedeutung der Messe. Ein einzelner Messetag kann für Galerien wichtige Geschäfte anstoßen, während Sicherheitsrisiken Sammler und Aussteller bei Anreise, Verweildauer und Kaufentscheidungen verunsichern können.

Ob die Art Basel Paris bis Sonntag geöffnet bleibt, hängt nach der dpa-Meldung von der Sicherheitsbewertung und dem Austausch mit den Behörden ab. Für Besucher sind damit kurzfristige Änderungen bei Öffnungszeiten, Zugängen oder Sicherheitskontrollen möglich; eine Entscheidung könnte erst unmittelbar vor einer möglichen Schließung fallen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Macron berät mit Ministern und Geheimdienstvertretern über Gewalt-Wochenende in Frankreich“ (22.10.2026)

Der Beitrag berichte über Macrons Krisengespräch nach den Ausschreitungen und über geplante neue Proteste am folgenden Wochenende. Er setze den Schwerpunkt auf die politische und sicherheitspolitische Reaktion, während die dpa-Meldung die unmittelbaren Folgen für die Kunstmesse im Grand Palais beschreibe.

Euronews: „Nach den Krawallen: Frankreichs Geheimdienst räumt Versagen ein“ (22.10.2026)

Der Artikel berichte, die Behörden hätten das Ausmaß der Mobilisierung am 17. Oktober unterschätzt, und beschreibe zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für Samstag. Damit vertiefe er den Hintergrund der verschärften Lage, lasse aber offen, wie sich die Sicherheitsbewertung konkret auf die Öffnung der Art Basel Paris auswirke.

Beide Beiträge stellten die Proteste und die erwartete Verstärkung der Sicherheitskräfte in den Mittelpunkt. Die dpa-Meldung richte den Blick dagegen auf die Messe, ihre Galerien, die Schutzmaßnahmen am Grand Palais und die mögliche kurzfristige Schließung.

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